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Theme Name: Divi-Child
Theme URI: http://divi.space/
Description: A Child Theme built for Divi on Divi Space
Author: Andreas Ritter
Author URI: http://www.ritter-it-consulting.de
Template: Divi
Version: 1
License: GNU General Public License v2 or later
License URI: http://www.gnu.org/licenses/gpl-2.0.html
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Die Jahre zogen ins Land. Wir sahen viel und erlebten viel. Ich habe mir angewöhnt, immer mehr Dinge aufzuschreiben, Fotos zu archivieren. So wäre es problemlos möglich, von fast jedem Monat, ja jeder Woche und manchmal auch jedem Tag ein ganzes Kapitel zu schreiben. Damit möchte ich aber niemanden langweilen. Es gab herausragende Ereignisse, die zu erwähnen sind. Leider auch weniger schöne Dinge!
Das Jahr 2008 war das Jahr unserer silbernen Hochzeit. Und nicht nur das – wir sahen sehr viel von der Welt, hatten auch viel Glück. Und so hatten wir schon sehr früh beschlossen, das Jahr in der Stadt zu beenden, in der wir unseren Silberhochzeitstag erlebten – PRAG! Wir fuhren mit Freunden dort hin und genossen eine schöne Zeit.
Und dann möchte ich gleich damit beginnen, etwas klarzustellen. In diesem Kapitel nenne ich soviele Gerichte, wie noch nie zuvor, sie stammen alle von unseren Weihnachtsessen, die wir bis zum Jahr 2012 so abhielten, wobei sich meine Kochleidenschaft stets erhöhte. Nur eines ist anders als in den bisherigen Kapiteln. Es gibt keine Rezepte – die wird es erst im nächsten Jahr Ende November geben, wenn das Kochbuch erscheint, das wir zur Zeit in Arbeit haben.
Wieder einmal begann ein neues Jahr und auch wieder einmal eine neue Zeit. Wir schrieben plötzlich das Jahr 2009. Am 9. März dann hatte sich der Tod unsere Familie ausgesucht. Meine Oma starb im Alter von 88 Jahren. Sie brach zusammen und schlief einfach ein. Meine Oma hatte mich mein ganzes Leben lang begleitet. Natürlich war nicht immer eitel Sonnenschein. Aber ich war ihr ältester Enkel. Als ich geboren wurde, war sie 42 Jahre alt, als sie starb war ich 47 Jahre. Das war eine lange Zeit. Unmenschliches hatte sie geleistet. In den Wirren des Krieges aus Ostpreußen geflohen und dann alleinerziehend mit 3 kleinen Kindern im fremden Ostfriesland, nur ihre Mutter, meine Ur-Oma an ihrer Seite. Jeder hier kannte sie und bei ihrer Beerdigung begleiteten Sie viele Menschen auf ihrem letzten Weg.
Das Jahresende verbrachten wir dieses Mal bei einer tollen Show zum Jahreswechsel in Madrid. Für das Weihnachtsmenü bei uns zu Hause war natürlich auch gesorgt:
Wahrscheinlich empfindet man weiter zurückliegende Ereignisse als weniger stressig, doch für uns folgten jetzt sehr bewegte Jahre, in denen sich unser Leben noch einmal extrem änderte. Während wir 2010 mit dem Karneval in Venedig begannen, was eines jener Ereignisse im Leben eines Menschen ist, die man eigentlich nur einmal so erleben kann, waren wir Ostern in Tchechien und fuhren wir im Sommer erstmalig nach Andalusien Wir beendeten das Jahr in einer völlig anderen Welt – in Istanbul. Von überall nahmen wir aber Ideen und Rezepte mit, die wir heute weitergeben und natürlich auch selbst verwenden können. Das Weihnachtsmenü 2010 war natürlich von unseren Reisen inspiriert:
Vorspeisenteller aus 4 Ländern
Suppe
Zwischengericht
Sorbet
Hauptgericht
Käse
Dessert – aus vier Ländern
Das herausragendste Ereignis des Jahres 2010 war jedoch nicht etwa der Karneval in Venedig, nein – es war der Tag an dem wir die Sagrada Familia in Barcelona zum ersten Mal sahen. Dieses Meisterwerk von Antoni Gaudi, der diese Kathedrale 1882 zu bauen begann. Sie wird ausschließlich aus Spenden finanziert und soll zu seinem 100. Todestag 2026 fertig gestellt sein. Ein halbes Leben lang hatte ich davon gehört, Berichte gesehen, gelesen und jetzt stand ich davor und dann mitten drin. Wir waren beide überwältigt von diesem Erlebnis – und zwar derartig, dass wir, als wir herauskamen, vergaßen, dass man in der Nähe eines solchen Monumentes besser keine Bars aufsucht. Immerhin genossen wir ein kühles Wasser für jeweils etwa 10 Euro mit Blick auf die Kathedrale – lediglich eine vielbefahrene Straße und eine Bushaltestelle vor uns. Ich glaube, diese Kneipe gehört uns seither!?!?
Das Jahr 2011 war wieder einmal ein Schicksalsjahr und wir mussten erfahren, wie sehr Freud und Leid doch beineinander liegen konnten. Aber beginnen wir von Anfang an. Ich hatte Agnes im vergangenen Jahr eine Reise nach Dresden und Prag zum Geburtstag geschenkt. Die Reise begann in Dresden. Wir besuchten die Semper-Oper und sahen die Fledermaus. Niemand Geringeres als Wolfgang Stumpf spielte dort in herausragender Weise dort mit. Die anschließende Weiterfahrt nach Prag führte uns durch das verschneite Elbtal und auch nach „Börnersdorf“. Dieses kleine Dorf wurde bekannt durch die Soldatengräber, in denen man die verschollenen Hitler-Besitztümer vermutete. Seit dem Film „Schtonk“ über die angeblichen Hitler-Tagebücher war der Ort eigentlich weltbekannt. Prag war schön wie immer. Unvergessen bleibt uns aber der Auftritt von Wolfgang Stumpf als Gefängniswärter Frosch in der „Fledermaus“.
Irgendwann hatten wir das Angebot einer Reisegesellschaft bekommen, bei einer Studienfahrt in die Ägäis mitzufahren. Es war sehr günstig. Darum willigten wir ein. Neben Troja sahen wir auch Ephesus und viele andere historische Stätten in der Gegend. Es war Anfang Mai und schon sehr angenehm warm. Der Rückflug fand mitten in der Nacht statt, das war weniger angenehm. Trotzdem war nach dieser Woche unser Bedarf an Gruppenreisen erst einmal gedeckt.
Wir bereiteten dann schon die goldene Hochzeit meiner Eltern vor, als wir einen sehr unerfreulichen Brief aus England bekamen. Unser Freund Roger Humphrey war im Alter von nur 64 Jahren am 16. Juni nach einer schweren Krankheit gestorben. Wie viele schöne Stunden hatten wir zusammen verbracht. Zuletzt hatten wir uns vor 10 Jahren gesehen. Wir hatten aber leider nicht die Möglichkeit zur Beerdigung zu fahren. Natürlich werden wir ihn und seine immerwährende gute Laune nie vergessen!
In Memoriam
Roger Humphrey
1947 – 2011
WE WILL ALWAYS REMEMBER YOU
Nach diesem ersten Leid des Jahres folgte wieder Freude. Am 07. Juli 2011 feierten meine Eltern ihre goldene Hochzeit. 50 Jahre waren sie gemeinsam durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Zwischen den beiden Fotos unten liegen tatsächlich genau 50 Jahre. Leider hatten wir schon länger befürchtet, dass mein Vater, der erhebliche gesundheitliche Probleme hatte, nur darum gekämpft hatte, diesen Tag zusammen mit meiner Mutter zu erleben. Wir sollten bei dieser Befürchtung bestätigt werden. Einen Monat später, am 5. August feierte er seinen 81. Geburtstag. Am 27. August schloss er für immer seine Augen und das Foto von der goldenen Hochzeit war das letzte Foto von ihm.
Natürlich sagten wir in diesem Jahr unseren geplanten Spanienurlaub ab. Wir wären sonst 3 Tage nach der Beerdigung schon geflogen. Stattdessen wollten wir nur ein verlängertes Wochenende in Frankreich verbringen. Was dann aber kam, war nicht zu ertragen. Ein Kunde von mir, der natürlich wusste, dass mein Vater verstorben war und wann die Beerdigung stattfinden sollte, versuchte mich gerade in dieser Zeit mehrfach wegen einer Bagatelle zu erreichen. Er sprach mehrfach auf den Anrufbeantworter und wurde dabei sehr ungehalten, da ich ihn ja einfach nicht zurückgerufen hatte. Ähnlich erging es uns an den nächsten Tagen. Es wurde uns keine Zeit zum Trauern gelassen. Daher entschieden wir uns dafür, für 10 Tage nach Südfrankreich in die Provence zu fahren. Dort konnten wir dann die Ruhe erfahren, die man sich nach so einem Ereignis wünschte. In Südfrankreich fanden wir wieder ein wenig zurück ins normale Leben. Das zeigt auch das Foto von Agnes an ihrem 49. Geburtstag in Aigues Mortes. Es gab Muscheln mit Pommes, jenes Gericht, von dem wir viele Jahre zuvor in Brüssel geglaubt hatten, dass das nur ein Witz sei.
Im Oktober fuhren wir für wenige Tage nach Nordfrankreich und Belgien. Unter anderem schauten wir uns die Drehorte des Films “Willkommen bei den Ch´tis an. Allen voran natürlich Bergues, die kleine Stadt in Nordfrankreich, die durch diesen Film weltberühmt wurde. Unter dem Eindruck einer sehr schwierigen Zeit in meinem Beruf muss das hier etwas bei uns ausgelöst haben. Wir begannen, über eine Geschäftsidee nachzudenken, die unser Leben in den nächsten Jahren vollständig verändern würde.
Silvester verbrachten wir wieder einmal in einer europäischen Hauptstadt, nämlich in Budapest und dieses Mal in einem vernünftigen Hotel. Weihnachten gab es auch schon wieder ein Menü, dessen Rezepte sich neben vielen anderen im November des kommenden Jahres in unserem Kochbuch wiederfinden werden.
Vorgericht
Sacher Tafelspitzsulz mit Feldsalat an Kürbispesto
Suppe
Rosmarinsuppe mit Entenbruststreifen
Zwischengericht
Apfel-Campari-Gelee
Hauptgericht – Gehacktes aus aller Welt
Entenfrikadellen mit Rotkrautsalat und eingelegten Orangen-Honig-Feigen
Falafel auf Eisbergsalat
Grünkernbuletten mit Honig-Senf-Creme
Lammfrikadellen auf lauwarmem Bohnensalat
Dessert
Beschwipstes Birnentörtchen
Das Jahr 2012 wurde richtungsweisend für uns. Als “Einzelkämpfer” wurden die Zeiten immer schlechter in meinem Versicherungsberuf. Während wir beide in diesem Jahr unseren 50. Geburtstag feiern durften und uns gegenseitig wunderbar überraschen konnten, gab es auch weniger schöne Momente. Innerhalb eines Jahres verstarben auch die beiden letzten Geschwister meines Vaters. Sie waren alle alt geworden, mussten jedoch sehr leiden. Wieder einmal lagen Freud und Leid nah beisammen, denn in diesem Jahr durften meine Schwiegereltern Ihre Goldenen Hochzeit feiern. Nachdem mein 50. Geburtstag seinen Höhepunkt im Restaurant von Johann Lafer fand, konnte ich für Agnes einen privaten Besuch bei Brigitte Antonius, der Johanna Janssen aus “Rote Rosen” in Lüneburg zustande bekommen. Im September jedoch veränderte sich für mich die Welt schlagartig. Die Diagnose: Diabetes. Keine Ahnung hatte ich bis dahin, was das bedeutete. Ich musste meine Ernährung umstellen und abnehmen. Beides schaffte ich und nicht nur das – auch diese fürchterliche, schleichende Krankheit konnte ich besiegen. Auch unsere Geschäftsidee entwickelte sich weiter. Und bei unserer Silvesterreise, die dieses Mal nach Rom führte, haben wir uns dann wohl für einen generellen Umbruch entschieden. Vor unserer Silvesterreise jedoch gab es noch einmal das gewohnte Heiligabend-Menü.
Vorspeise
Ziegencrostini auf Linsensalat
Vorgericht
Terrine von Antipasti
Suppe
Weiße Zwiebelsuppe mit Gemüsestrudel
Hauptgericht
Kaninchenfilet mit Senfbirnen
Dessert
Claire Fontaine
Es folgte das Jahr 2013, ein besonderer Einschnitt in unser Leben! Nachdem wir im Jahr zuvor noch einmal im Sommer nach Spanien gefahren waren, reifte unsere Geschäftsidee. So fuhren wir dann mehrmals nach Flandern, um Ideen zu sammeln und schließlich unser Geschäft “Gourmet Flamand” ins Leben zu rufen. Am 28. Mai 2013 waren wir dann gerade in Belgien im Hotel angekommen, um noch einmal in Ruhe ein Brainstorming durchzuziehen und Einkaufsmöglichkeiten zu sondieren, als ich meine Emails abrief und unser Logo fertig war. Jetzt konnten wir in die heiße Phase der Planung eintreten.
Am 01.Juni meldeten wir das Gewerbe an, hielten aber noch alles geheim. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Wir kauften ein, holten Biere und Weine aus Flandern und eröffneten am 19. Oktober 2013 unseren Laden “Gourmet Flamand”. Die Geschichte ist noch ziemlich jung und daher vielen Leuten bekannt. Eines aber hatte sich ab 2013 schlagartig geändert. Es gab kein spezielles Weihnachtsmenü mehr. Das ist künftig nur noch in Jahren möglich, in denen der Heiligabend auf einen Sonntag fällt. Aber der Laden macht besonders in der Weihnachtszeit viel Spaß – nicht nur wegen des Umsatzes. Ab Januar 2014 begannen wir mit unseren abendlichen Verkostungsveranstaltungen und am Silvestertag 2014 gab es erstmalig unser Silvester-Lunch. Bis heute gibt es unsere Verkostungsabende und unsere Events sind mittlerweile etabliert. Wenn wir dann im nächsten Jahr erstmalig Veranstaltungen im neuen Küchenstudio von Jens Meinen durchführen, beginnt wieder einmal eine neue Ära, die bei Gesundheit noch lange nicht die letzte sein soll – denn Ideen haben wir noch immer genug!
Leider lief auch das Jahr 2016 nicht ohne Leid ab. Unsere kleine Flocke, die uns 8 Jahre so viel Freude gemacht hatte und einfach bei uns und mit uns lebte, verließ uns am 16. Dezember für immer. Ein aggressiver Tumor, der sich nicht operieren ließ, machte es notwendig, sie einschläfern zu lassen. Mitten im dicksten Weihnachtstrubel musste das sein. Die Tierärztin kam zu uns. So mussten wir Flocke nicht mehr in den ungeliebten Katzenkorb einsperren. Die Kunden, die in dieser Zeit im Laden waren, zeigten allesamt Verständnis und warteten in aller Stille abe, bis unsere Flocke in Frieden diese Welt verlassen hatte. Sie war nicht sehr alt geworden für eine Katze – aber alles und jeder hat seine Zeit.

Na klar, als ich im Mai anfing, diese Story zu schreiben und zu veröffentlichen, hatte ich von unserer großen Liebe zu Frankreich gesprochen, war dann aber 1979 in Amsterdam angefangen und hatte versprochen, dass diese Story sehr italienisch enden wird. Nun ja, ist auch so.
Seit 1979 gehen wir zusammen durch Dick und Dünn. Viele dunkle aber noch mehr wunderbare Stunden haben wir zusammen erlebt. Neid und Mißgunst wurden uns zuteil, man versuchte uns zu mobben, auszunutzen oder einfach nur zu ärgern. Mein Beruf als Versicherungsmakler hat uns beide gesundheitlich sehr geschadet. Denn es ist nicht gerade angenehm zu erfahren, dass viele Leute einen dann nicht nur als Menschen zweiter Klasse ansehen, sondern auch so behandeln. Mit Gourmet Flamand haben wir eine gemeinsame Aufgabe gefunden, die uns Spaß macht und unheimlich viele nette Menschen zu uns kommen lässt. Viele Stunden Arbeit erfordert Gourmet Flamand – viele Stunden, in denen wir gemeinsam arbeiten, uns streiten und natürlich auch versöhnen. In den 38 Jahren, in denen wir zusammen sind, haben sich viele unserer Bekannten und Freunde getrennt. Wir glauben, dass wir eine Art “Auslaufmodell” sind. Dennoch können wir gemeinsam sagen, dass es stimmt, dass die Liebe stark macht.
Die letzten Worte dieser Story über unser Leben sollen ganz alleine meiner großen Liebe, Agnes, gehören. Es war in Venedig, wo wir das Lied “Comme Prima” hörten, dessen deutsche Übersetzung so lautet:
Das waren Einblicke in unser Leben. Für diejenigen, die es gelangweilt hat, sprecht nicht drüber – für alle anderen gilt erzählt es weiter. Im nächsten Jahr wird es – vorausgesetzt, wir bleiben gesund – unser eigenes Kochbuch geben. Darin gibt es zwischen einfachen und aufwendigen Rezepten natürlich auch kleine Geschichten und Anekdoten. Und wie immer: Wem das hier gefallen hat, der darf natürlich auch eine Kleinigkeit spenden – alles wird ordnungsgemäß versteuert, keine Angst.
Der Beitrag Aux Boards de la Loire – An den Ufern der Loire XIV erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Niemand weiß, wie er geschmeckt haben könnte. Jedoch kann man sich das vorstellen. Aus dem Mix von nichts wissen und der Vorstellung ist unsere Version des Kosakenzipfels entstanden. Da er nachzumachen sein soll und auch in größerer Menge hergestellt werden kann, haben wir uns eine Version für ein Glas überlegt.
Der Beitrag Kosakenzipfel aus “Loriot VI” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Harry Potter und das Butterbier. Eigentlich untrennbar. Wer die Filme gesehen hat oder auch die Bücher gelesen hat, der wird automatisch neugierig sein auf das Butterbier mit Sahne!
Der Beitrag Butterbier aus “Harry Potter” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Der Film “American Pie” war eigentlich eine schlechte Kopie von “Eis am Stiel”. Dennoch brachte er uns den American Apple Pie,den die Amerikaner so lieben und für den jede Großmutter ein eigenes – und immer das beste – Rezept hat. Unsere Version kann sich eigentlich auch sehen lassen.
Der Beitrag American Apple Pie aus “American Pie” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Die so nahrhaften wie leckeren aber auch sehr lange haltbaren Lembas aus “Herr der Ringe” kann man als Dessert oder auch als Beilag zum Kaffee essen.
Der Beitrag Lembas aus “Herr der Ringe” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Eigentlich kommt im Film der Burger vor. Aber spätestens wenn man für mehrere Gäste einen Burger vorbereiten will, kommt das Problem: alles wird kalt. Also verarbeitet man den Burger zu einem Auflauf. Der ist gut vorzubereiten und außerdem sehr schmack- und nahrhaft!
Der Beitrag Big Kahuna-Burger-Auflauf aus “Pulp Fiction” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Typisch flämischer geht ´s nicht! Den flämischen Biergulasch bekommt man dort an jeder Ecke. Es gibt eigentlich weder ein Restaurant noch einen Imbiss, der dieses Gericht nicht führt. Und was isst man dazu? Pommes natürlich!
Der Beitrag Carbonade Flamand aus “Willkommen bei den Ch´tis” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Ein süßer Film und ein geniales Gericht. Es steht für die Provence, für den sonnigen Süden Frankreichs und seine Früchte. Vielseitig verwendbar – als Sauce, als Hauptgericht, aber immer lecker!
Der Beitrag Ratatouille aus “Ratatouille” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Ja – die Schweden essen sie tatsächlich gerne, die Köttbullar. Und sie sind auch keine Erfindung eines großen schwedischen Möbelhauses. Das Köttbullar-Gewürz von Gourmet Flamand hingegen ist unsere eigene Entwicklung Ein einfaches aber schmackhaftes Gericht, das alle mögen!
Der Beitrag Köttbullar aus “Karlson auf dem Dach” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wie oft hat man doch den “Dicken mit dem Dampfhammer” diese Bohnen essen sehen. Deftig waren sie bestimmt und übermäßig gesund ganz bestimmt nicht. Dennoch haben sie Kultstatus und schmecken ohne Rücksicht auf Kalorien einfach lecker.
Der Beitrag Buds Bohnen mit Speck erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Diese eine Szene hat den Film berühmt gemacht. Die damals 27jährige Meg Ryan klärt ihren Freund auf, dass Männer sich ganz leicht einen Orgasmus vortäuschen lassen – allerdings geschieht das in einem vollbesetzten Restaurant bei einem Sandwich. Mehr Spektakuläres hatte dann dieser Film auch nicht zu bieten. Ob das wirklich am Sandwich lag? Probieren Sie es aus!
Der Beitrag Das Orgasmus-Sandwich aus “Harry und Sally” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wer hat noch nie von ihr gehört? Wir alle kennen die Mulligatawny-Soup aus “Dinner for One”, das jedes Jahr zu Silvester durch alle dritten Programme gereicht wird. Aber wer weiß wie sie schmeckt? Um das heaus zu bekommen, sollte man nach diesem Rezept kochen. Kleiner Tipp: Fragen Sie mal Ihre Gäste, was drin ist – fast alle werden auf Kürbis tippen!
Der Beitrag Mulligatawny-Soup aus “Dinner for One” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wer kennt das Problem nicht. Man lädt sich Gäste ein, die sind natürlich meist ausgehungert und schieben sich schnell mal ein Stück Baguette nach dem nächsten rein. Wenn dann das Essen kommt, schwindet schnell der Hunger und nichts geht mehr. Dieses einfach zuzubereitende Gericht eignet sich daher wunderbar als Vorspeise, gerade, wenn sich das Menü ein wenig hinzieht.
Der Beitrag Kartoffel-Speckknödel mit Rahm-Pfifferlingen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Diesen Cocktail sollte man seinen Gästen nicht auf nüchternen Magen servieren. Er hat es in sich! Als Sorbet-Ersatz in einem deftigen Menü jedoch erfüllt er schmackhaft seinen Zweck.
Der Beitrag Sektcocktail “Prince of Wales” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Die Pasta klingt schon etwas kompliziert, ist sie aber nicht. Dieses Rezept ist sicher einigermaßen aufwendig. Doch an besonderen Tagen ist es nicht nur ein Hingucker, sondern wird dem Gastgeber sicher auch viel Lob einbringen.
Der Beitrag Orichiette mit Lammfilet erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wer Angst vor dem eigenwilligen Geruch des Harzer Käses hat, der sollte die Finger von diesem Rezept lassen. Es sei ihm aber gesagt, dass er einen Hochgenuss verpasst!
Der Beitrag Harzer Käse-Salat erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Man darf nicht vor dem scheinbar riesigen Aufwand zurückschrecken. Die Mühe lohnt sich allemal, auch wenn man zunächst wegen der vor einem liegenden Arbeit Angst vor dem Rezept bekommt. Die Gäste werden es Ihnen danken!
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]]>Das Rezept für dieses etwas makaber klingende Dessert entstand aus Anlass einer Krimilesung im Rathaus in Filsum. Das süße Leben der Mafia gepaart mit der bitteren Wirklichkeit kann nur eine Konsequenz haben.
Der Beitrag “Sizilianischer Friedhof” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In der Schweiz reibt man die Kartoffeln auch. Wir haben es auf unseren Gaumen abgestimmt. So entsteht eine glatte Masse, die sich leicht verarbeiten lässt. Anstelle des Goudakäses kann man natürlich auch mit anderen interessanten Sorten experimentieren. So würde sich durchaus ein Gruyère oder auch ein Blauschimmel-Käse anbieten.
Der Beitrag Kartoffel-Muffins nach Schweizer Art erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Anlässlich der ostfriesischen Krimitage 2017 kreierten wir diesen Salat. Italienische Pasta kombiniert mit dem typischen ostfriesischen Grünkohlgeschmack.
Der Beitrag Ostfriesischer Krimi-Salat erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In diesem Gericht, das übrigens sowohl warm als auch kalt gegessen werden kann, spiegelt sich die ganze Leichtigkeit des karibischen Sommers wieder – also ein Sommer, der nie zuende geht.
Der Beitrag Karibische Fleischbällchen in Sauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Chutneys sind ursprünglich eine indische Erfindung. Doch längst haben wir die Herausforderung angenommen, immer wieder neue Zusammenstellungen zu kreieren.
Der Beitrag Pfirsich-Chutney erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Zutaten, die man in Flandern nicht nur deshalb liebt, weil sie hier auch angebaut werden, sondern weil sie so lecker schmecken. Genießen Sie diese einfache aber leckere Cremesuppe!
Der Beitrag Flämische Bauernsuppe erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Dieser Aufstrich ist natürlich auch als Dip zu verwenden. Je nach Geschmack kann man ihn auch “verschärfen”.
Der Beitrag Kürbisaufstrich nach österreichischer Art erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Manchmal muss es schnell gehen. Dann ist es leicht, unsere eigene italienische Kräutermischung zu benutzen und daraus einen Dip zu machen. Dieser Dip eignet sich sowohl zum Stillen des ersten Hungers als auch einfach zum Bier.
Der Beitrag Gourmet Flamand Kräuterquark erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wir waren im Jahr 2008 angekommen. In diesem Jahr würden wir unseren 25. Hochzeitstag feiern. Kaum zu glauben. Da erinnerten wir uns doch noch zurück, wie unsere Eltern diesen Tag begingen. Waren wir denn jetzt plötzlich alt? Glaube ich nicht – jedenfalls fühlten wir uns nicht so. Jung wie wir uns aber fühlten, kam dann im April eine ganz neue Herausforderung auf uns zu.
Aber jetzt mal von Anfang an. 2008 begann im Februar mit einer ganz besonderen Reise. Zum ersten Mal trauten wir uns nach Spanien. Unser Reiseziel war das berühmte Santiago de Compostela, der Pilgerort überhaupt. Der günstigste Flug startete aus Frankfurt-Hahn. Das klingt wie Frankfurt, ist aber nicht Frankfurt. Das liegt noch etwa 120 km von dort entfernt. Glücklicherweise hatten wir neben unserem eingebauten Navi auch noch ein mobiles Gerät mit, da wir das im spanischen Leihwagen brauchen würden. Wir gelangten also am Vorabend des Fluges in abgelegene und teilweise verschneite Gegenden im Hunsrück. Hier lag nun irgendwo dieser Flughafen. Durch diverse Straßensperrungen wegen Hochwassers kamen wir völlig vom Weg ab und die beiden Navis stritten heftig über den richtigen Weg. Irgendwann kamen wir dann am Gelände des Flughafens an und unsere Navis leiteten uns durch eine Art Hintereingang dorthin. Fast eine halbe Stunde lang führten uns die Navis durch Feld- und Waldwege – alle geteert oder ausgepflastert. Nachdem ich schon Angst hatte, wir würden gleich auf dem Rollfeld stehen, gelangten wir schnell zum direkt der Abflughalle gegenüberliegenden Hotel. Wir checkten ein und genossen danach in einem sehr angenehmen Flughafenrestaurant unser Abendessen.
Santiago de Compostela – auf dem Jakobsweg. Seit Harpe Kerkeling diesen Weg gegangen und in seinem Buch “Ich bin dann mal weg” verewigt hat, scheinen die Menschen vor allem in Deutschland wieder begriffen zu haben, was dieser Jakobsweg bedeutet – auch, wenn man nicht religiös ist. Uns war es nie vergönnt, die Zeit zu haben, diesen Weg einmal zu gehen. Aber an vielen Stationen des Weges hatten wir im Laufe des Jahres schon verweilt. Ob in Frankreich, Deutschland, Holland, Belgien. Eigentlich liegt ja jeder Ort am Weg nach Santiago. Wir kamen dort mitten im Winter an. Ein wunderbares Hotel begrüßte uns und unser Leihwagen machte uns unabhängig. Wir erlebten Galizien und damit auch Satiago in einer Zeit, in der die Einheimischen fast unter sich waren. Das war besonders schön in den Restaurants. Hier herrschte eine heimische Atmosphäre und besser als im Sommer (das würden wir in Kürze erleben), gab es jetzt die regionalen Gerichte. Erstmals aßen wir einen galizischen Eintopf, nämlich eine Kichererbsen-Suppe und machten mit der spanischen Tortilla als Tapa oder Hauptgericht Bekanntschaft. Diese Rezepte habe ich nie aufgeschrieben, sie werden aber noch irgendwann zu Papier gebracht.
Nachdem wir eine einmalig schöne Zeit in Santiago erlebt hatten, entschlossen wir uns spontan, auf der Rückreise noch für eine Nacht in Lüttich Station zu machen. Belgien zog uns eben schon damals irgendwie an. Auch hier hatten wir wieder Glück mit dem Wetter, mit Restaurants und Kneipen und eben auch dem Hotel. Nur etwa einen Monat später flogen wir erstmals nach Budapest, dem Paris des Ostens. Leider lernten wir das aber von einer schlimmen Seite kennen. Bislang hatten wir nur wenig Erfahrung mit den ehemaligen Ostblockländern. Zwar wussten wir, dass es den Ungarn wirtschaftlich nicht sehr gut ging, jedoch hätten wir mehr Geld für das Hotel ausgeben sollen. Wir erwischten ein Horrorhotel in einer perfekten Lage.
Wir waren sehr früh in Budapest gelandet und konnten noch nicht einchecken. Glücklicherweise kamen wir nicht auf die Idee, unser Gepäck, wie international üblich schon im Hotel abzugeben. Das wäre dann wohl weg gewesen. Wir deponierten es im Westbahnhof und machten dann unsere ersten Erkundungen bevor wir es wagten, ins Hotel zu gehen.
Von der Metrostation aus war es eigentlich nicht sehr weit dort hin. Kein größeres Schild war dort zu sehen, wo das Hotel sein sollte, aber dennoch waren wir hier richtig – leider! Wir sollten den wohl größten Dreckstall in Form eines Hotels sehen, der uns je untergekommen war. Aber wir waren bereit, uns der Herausforderung zu stellen. Ein Straflager hätte nicht schlimmer sein können. Gut, dass wir hier nicht mehr Geld bezahlen mussten. Vorsichtshalber hatte man an der Rezeption schon mal darauf geachtet, dass wir gleich für die gesamte Zeit bezahlen. Vermutlich ging man davon aus, wir könnten sonst flüchten. Zum ersten Mal seit unserem Reinfall im italienischen Umbrien hatten wir ein richtig schlechtes Hotel erwischt. Aber – es sollte uns nicht davon abhalten Budapest in allen Einzelheiten zu erkunden. Klar, denn auf diesem Zimmer würden wir ganz bestimmt nicht so oft sein.
Für den nächsten Morgen hatten wir auf einem Zettel ankreuzen müssen, was wir zum Frühstück wünschen. Da konnte dann ja nicht so viel daneben gehen. Bestellt hatten wir das Frühstück für 8.30 Uhr. Es sollte aufs Zimmer gebracht werden. Das klappte natürlich nicht. Erst auf Nachfrage kam dann das Grauen auf unser Zimmer geliefert. Zwei Brötchen – das stimmte. Käse und Wurst und Ei auch – aber der Kaffe war in den großen Tassen unten am Boden kaum zu finden. Der Orangensaft war irgendeine mit Wasser vermischte Plörre. Aber: das Hotel war billig – und wir könnten ja unterwegs noch etwas Richtiges essen. Außerdem folgte jetzt ja das Osterwochenende.
Der Ostersamstag begann mit Schnee und Regen, wobei sich der strömende Regen durchsetzte. Das Frühstück kam heute pünktlich und – war noch magerer. Statt der bestellten Brötchen gab es nur vier kleine Stücke Toast und zwei Scheiben Käse. Na herzlichen Glückwunsch! Unsere Blicke veranlassten die Dame, die uns das Frühstück brachte, sich mit den Worten zu entschuldigen: “We have holiday.” – “Wir haben Ferien” – Ja dann macht man aber zu und serviert seinen Gäste nicht so einen Mist! Wir gingen dann los und fuhren erst einmal mit Bus einfach in der Gegend rum, damit wir nicht im Regen liefen. Ausstieg war dann vor der Metrostation in der Nähe des Hotels, woraufhin wir uns dann trauten, in das gegenüber liegende Einkaufszentrum zu gehen, was von außen nicht den besten Eindruck machte, jedoch von innen toll war. Wir fuhren danach noch zu einem anderen Einkaufszentrum, wo es sich bei Regen ganz gut aushalten ließ. Angrenzend an das Einkaufszentrum gab es dann wieder einen Markt für die ärmere Bevölkerung. Dort waren wirklich leckere „Schweinereien“ zu bekommen und wir deckten uns ein wenig damit ein. Danach gab es noch einen knoblauchverseuchten „Laros“ – jene in der Friteuse gebackene Teigspezialität, die wir schon aus Wien kannten. Jetzt fiel uns ein, dass wir die Leckereien doch zum Mittag und zwar in unserem mehr als gut ausgestatteten Hotelzimmer verzehren konnten. Wir fuhren hin und machten uns am Tisch breit. Dass noch kein Zimmer gemacht war, war uns egal, denn es würde ja sowieso nicht auffallen.
Und während wir so da saßen, kam die Putzfrau ins Zimmer – schaute etwas überrascht, weil sie nicht so recht etwas damit anfangen konnte, dass wir da sitzen und essen. Sie begrüßte uns höflich, um dann zum Abwaschbecken zu gehen und das Frühstücksgeschirr abzuwaschen – oder besser abzuspülen. Es schien sie nicht zu stören, dass wir da waren. Warum auch. Sie fragte nach, ob wir wirklich neue Handtücher haben wollten. Ich gab ihr zu verstehen, dass das so sein sollte, denn schließlich hatten wir, wie international üblich, die Handtücher auf den Boden geworfen. Sie holte zwei Handtücher und warf diese an mir vorbei gekonnt auf das Bett und verschwand naserümpfend wieder im Flur, um Sekunden später mit zwei Rollen Klopapier, die sie mir stolz zeigte, während ich beruhigt weiterkaute. Das Klopapier entsprach von der Papierdicke her etwa der Dicke der menschlichen Haut, hatte aber nicht annähernd die Reißfestigkeit. Gut, dass wir uns selbst etwas gekauft hatten. Die Reste würden sie nach unserer Abreise behalten dürfen. Jetzt endlich verschwand die Putze auf dem Flur und schloss die Tür von außen. Wir aßen noch etwas und tranken den Wein, der uns half, dieses Zimmer, dieses Hotel und dieses Personal zu ertragen.
Budapest aber ist eine wunderschöne Stadt. Gleich für den ersten Abend hatten wir uns Karten für ein Ballett in der Oper besorgt. Das war ein gigantisches Erlebnis. Viele schöne Dinge gab es hier zu sehen. Alte Markthallen, moderne Geschäfte und das damals größte europäische Einkaufszentrum. Die ungarische Küche zeigte sich uns in vielfältiger Weise. Dabei bleibt das herausragende Rezept das des ungarischen Gulaschs – also so wie man dort Gulasch ist. Aus diesem Geschmackserlebnis wurde später unser Gulaschgewürz und natürlich der Gulasch á la Gourmet Flamand. Als wir nach wenigen Tagen wieder zu Hause waren, hätten wir Budapest wegen dieses Horrorhotels fast für immer abgehakt. Doch glücklicherweise überwanden wir den Wahnsinn und kamen einige Jahre später noch einmal Silvester dorthin.
Manchmal geht das Leben eigenartige Wege. Es war der 20. April 2008. Wir feierten mit unserer Familie meinen Geburtstag. Ständig fiel uns dabe auf, dass hinter unserem Haus eine schwarz-weiße Katze herumlief. Wann immer die Tür aufging, wollte sie herein. Aber wir wollten doch kein Tier wieder haben. Außerdem hatte Agnes eine Katzenallergie. Wir hatten alle Mühe, sie davon abzuhalten, ins Haus zu kommen. Am Abend sahen wir sie dann mit dem Kater des Nachbarn kämpfen. Kurz darauf war sie weg.
Irgendwie völlig fertig aber auch unzufrieden mit allem, was so um uns herum passierte, tranken wir unseren Abschlusswein auf der Terrasse und gingen dann ins Bett. Am nächsten Morgen konnte Agnes gar nicht aufstehen, sie erlitt so etwas wie einen Schwächeanfall und stand erst nachmittags wieder auf. Eines aber hatte sich nicht verändert. Die Katze war wieder da und wollte mit uns schmusen. Sie lag auf den Gartenstühlen auf der Terrasse und schaute uns an. Wir gingen beide aus dem Haus und sie kam zu uns. Bei Agnes keine Spur von Allergie.
Dann mussten wir eine Entscheidung treffen: Tierheim oder wir. Sehr schnell hatten wir uns dafür entschieden, die Katze zu behalten. Wir öffneten die Tür und ließen sie herein. Es war, als ob Loulou zurückgekehrt war. Sie kannte sich eigenartiger Weise im Haus aus. Sie ging durch die Tür und dann in die Küche, den Flur und ins Schlafzimmer, wo sie sich sofort unter der Decke im Bett verkroch. In den folgenden Tagen schlief sie sehr viel und ruhte sich von der schweren Zeit da draußen aus. Wir nannten sie Momo, weil sie eben ein Findelkind war. Sie machte einen sehr gepflegten Eindruck. Vermutlich war sie ausgesetzt worden. 
Wenige Tage später ließen wir sie beim Tierarzt untersuchen. Da kam dann auch der Schock: sie bekam drei Babies und das schon bald. Auch das nahmen wir hin. Ihre hohen Entzündungswerte kamen wohl von der stressigen Zeit, in der sie sich durchkämpfen musste. Sie war einfach lieb. Nicht nur, dass sie das Katzenklo kannte, nein sie ging auch ohne zu murren in den Tragekorb, mit dem sie zum Tierarzt gebracht wurde. Als sie wieder zu hause war, schlief sie weiter. Am 01. Mai verbrachte sie gleich den ganzen Tag auf meinem Schreibtisch und zeigte uns damit: ich gehöre hier jetzt her.
Am 6. Mai war es dann so weit. Wir mussten zu einer Vortragsveranstaltung nach Hamburg und oben in einer kleinen Ecke im großen Zimmer, das nur als Rumpelkammer diente, kamen drei kleine Katzenbabies auf die Welt. Das erste Kätzchen sah aus, wie der kleine Eisbär Flocke – also nannten wir es später auch so. Als zweites kam der kleine Mikesch zur Welt, der Mamas Ebenbild war, aber sehr klein und schwach zu sein schien. Wir hatten Angst, dass er nicht überleben würde. Doch er kämpfte sich durch. Der dritte im Bunde war ein Kater, den wir Tiger nannten. Er war einfach ein Bild von Katze. Er hätte leicht die Werbung für Whiskas machen können. Es begannen zehn aufregende Wochen, in denen die drei ihr Unwesen bei uns treiben sollten.
Die Drei wuchsen heran und spielten mit uns. Es kam dann aber der Tag, an dem wir uns trennen mussten. Mikesch, der übrigens manchmal aussah, als ob er gerade auf einem Trip war, ging als erster. Doch schien seine neue Familie nicht mit ihm klar zu kommen, wollten sie doch eine Reisekatze aus im machen. Nach nur einer Woche und einem Trip nach Hannover brachten sie uns Mikesch zurück, der zunächst einmal die anderen verrückt machte, jedoch nach einem Tag wieder voll dazu gehörte. Wir waren schon mit allen Vieren in Heede in der Tierklinik gewesen, weil Flocke doch solche Probleme mit ihren etwas schief gewachsenen Füßen hatte, was sich aber alles wieder regelte. Vielleicht hatten wir allen auch schon zuviel zugemutet.
Wir fanden dann eine Möglichkeit, dass Tiger und auch Mikesch untergebracht wurden, jedoch schien es keine gute zu sein. Eine Zeitungsanzeige brachte dann die Wende. Tiger wurde von sehr tierlieben Menschen abgeholt, während Mikesch dann schließlich doch noch in sehr gute Hände kam. Danach begann eine sehr unruhige Zeit mit Flocke und Momo und sie hielten uns gut in Schuss. Man konnte doch merken, dass alles wieder etwas anders lief und wir wieder eine Familie waren. Nie jedoch würden wir die wunderbare Zeit der unbeschwerten Kindheit unserer kleinen Katzenfamilie vergessen.
Wegen eines Hotelgutscheines fuhren wir für zwei Tage in den Harz. Das vorweg: wir hatten schönes Wetter in Hahnenklee. Als wir ankamen fuhren wir auf den Hausberg dieses “mondänen Ortes”, den Bocksberg. Zu unserer Freude gab es dort ein Gasthaus. Wir setzten uns in den Biergarten. Die Bedienung, eine etwas zu schwer geratene Dame mit dem Problem behaftet, dieses Gewicht mit den ihr zu Verfügung stehenden Muskeln und Knochen zu tragen, stand etwa 15 Meter von uns entfernt in der Tür und rief uns zu: “Was möchtet Ihr denn haben? – Ich mach die Bestellung mal von hier, dann muss ich nicht so weit laufen!” Na toll! Der Harz, für uns stets ein Synonym für Langeweile und Spießertum, entäuschte uns in diesem Klischeedenken nicht. Und wäre an diesem Abend nicht ein großes Feuerwerk angesagt gewesen, so hätten die bestimmt die Bürgersteige schon um 18.00 Uhr hochgeklappt. So wartete man an diesem Abend bis 21.30 Uhr damit. Es war schon irre, mit welcher Geschwindigkeit die Besucher des Feuerwerkes bergauf und bergab schnell in ihre Behausungen fanden. Zum Glück fuhren wir am nächsten Tag (übrigens nicht enttäuscht vom Hotel) wieder nach Hause.
Ja – tatsächlich hatten wir vor, noch einmal mit dem Zelt nach Chatillon zu fahren, so wie im vergangenen Jahr. Als uns ein Kollege während einer Tagung von einer 14tägigen Tour durch Portugal erzählte, bei der er und seine Frau mit einem Laptop bewaffnet jeden Tag aufs Neue entschieden, in welchem Hotel sie wohnten, kamen die ersten Zweifel auf. Aber wir hatten ja schon bei Jean und Bernadette einen Platz reservieren lassen. Als wir dann Anfang August das Zelt vom Boden holten und draußen aufbauen wollten, um es noch einmal zu lüften und zu imprägnieren, kam plötzlich und unerwartet von uns beiden gleichzeitig der Entschluss, uns das nicht noch einmal anzutun und nach Spanien und Portugal zu fahren. Für Jean und Bernadette dachten wir uns eine plausible, wenn auch blödsinnige Ausrede aus und starteten am 16. August zu unserer Fahrt nach Spanien. Nach einer regnerischen Fahrt durch Frankreich erreichten wir am Abend des 17. Augusts Burgos – dort war Hochsommer!
Da wir am Nachmittag mehr als gut durchgekommen waren, hatten wir uns entschieden, an diesem Tag dann insgesamt doch die insgesamt notwendigen 1.100 km bis Burgos zu fahren. Das war in der Nähe von Bordeaux. Dort hatten wir kurzerhand den Laptop angeworfen und über ein Buchungsportal in Burgos ein Boutique-Hotel gefunden, von dem wir natürlich nicht enttäuscht wurden. Überhaupt schien Burgos an diesem Abend für uns ein Festkleid angelegt zu haben. Sommerliche Wärme, südliche Gelassenheit, Tapas und Rotwein. Spanien hatte uns “eingewickelt”. Von hier aus ging es dann zwei Wochen durch Nordspanien, Portugal und zuletzt wieder nach Santiago de Compostela, wo wir noch einmal die Pilgerstadt im Hochbetrieb erleben durften.
Es folgten wunderbare Tage in Nordspanien und vor allem in Portugal. Dort hatte es uns Porto angetan. Porto entpuppte sich als eine tolle Stadt. Wir verbrachten gleich einmal 5 Tage dort – in unterschiedlichen Hotels, die wir immer am Abend per Laptop aussuchten. In Spanien und Portugal versuchen gerade die Business-Hotels im Sommer durch eine günstige Auslastung die Betriebskosten einzufahren. Davon konnten wir profitieren. Wir übernachteten zum Teil in 5-Sterne-Hotels für gerade einmal 50,– Euro inklusive Frühstück für zwei Personen! So kamen wir dann gegen Ende des Urlaubs nach Leon. Für eine Nacht wollten wir dort bleiben und anschließend über Pamplona nach Frankreich zurück fahren. Der Tag und der Abend in Leon waren wunderbar. Am Morgen fuhren wir schweren Herzens weiter. Doch schon nach 20km kam das Aus!. Der Keilriemen riss und wir standen an der Autobahn. Wir standen an der Autobahn und riefen über die Notrufsäule Hilfe. Als ich dann das dritte Mal anrief, schickte er uns die Polizei, die die an diesem Tag nur schwach befahrene Autobahn weiträumig abriegelte. Oh Mann – waren die wichtig. Jemand von der Autobahnmeisterei, der gut englisch sprach, half dann und rief einen Abschleppdienst. Der zog unseren Ford Galaxy auf den viel zu leichten Transporter und brachte uns für nur 100 Euro nach Leon in eine Ford-Vertretung. Nach deren wohlverdienter Mittagsruhe war man sehr zuvorkommend, jedoch war es nicht möglich am gleichen Tag zu reparieren, da die Wasserpumpe kaputt war.
Wir fanden uns damit ab, noch zwei Tage in Leon zu bleiben. Weil der Schutzbrief bezahlte, konnten wir uns mitten in der Stadt im besten Hotel einmieten. Das war einfach toll, bis auf das Frühstück. Dabei war weniger das Frühstück das Problem, sondern der zuständige Kellner. Als wir in den Frühstücksraum im ersten Stock des Hotels kamen, wehte uns – was aber ja nicht unbedingt negativ sein muss – der Charme der 1960er Jahre entgegen. Ein geschulter Blick über das Buffet ließ sofort erkennen, es handelt sich um ein für ein solches Hotel übliches Buffet, was aber noch nichts über die Qualität aussagen musste. Der Kaffee wurde, wie wir das schon in Santiago erlebt hatten, vom Personal eingeschenkt. Nur eben dieses Personal war gar nicht hier. Dann plötzlich betrat ein kleiner Kellner, wie wir ihn schon aus den Louis-des-Funés-Filmen kannten, in einem weißen Smoking-Jacket, den wir nach den nun folgenden Ereignissen „Dummseppel“ nennen würden, den Raum und begrüßt uns mit der Frage ob wir Kaffee möchten. Dann die Frage nach Milch. Da wir beide ja sagen, schenkte er Agnes zuerst ein, was sich ja auch gehört. Dann bekomme ich aus dem Handgelenk meine Tasse zuerst mit Kaffee eingeschenkt, dann mit Milch bis sie überläuft. Hat der Seppel denn etwa einen Knick in der Optik? – Er verlässt den Raum und taucht wenige Augenblicke später wieder mit zwei mit Orangensaft gefüllten Sektgläsern zwischen Ring und Zeigefinger eingeklemmt und mit der ganzen Hand umklammert wieder bei uns auf. Er tritt etwas zurück, um sich dann leicht mit dem Hinterteil auf den Tisch zu setzen, auf dem direkt neben ihm das Müsli-Buffet aufgebaut ist. Natürlich vergisst er nicht, uns genauestens zu beobachten. Das war schon deshalb nervig, weil wir die einzigen Gäste im Moment waren. Dann sein großer Auftritt: Ich mache den Warmhaltebehälter für Rührei und Speck nicht richtig auf. Sogleich erhalte ich eine verhalten freundliche Einweisung, wie das nun richtig geht. Das muss sein Hobby gewesen sein, denn wir konnten das am nächsten Morgen bei anderen Gästen beobachten. Was er gegen uns hatte, weiß ich nicht. Wir benahmen uns gut und steckten nichts ein. Für das Essen im Restaurant hatten wir schließlich bezahlt. Vermutlich hielt er aber alle, die hier abstiegen und sich auch noch das teure Frühstück leisteten für „Geldsäcke“ und reiche Ausbeuter. Aber dann war er hier verkehrt. Wir machten uns aber nichts draus und lachten nur drüber. Wie gesagt, wir mussten das ja nicht bezahlen.
Die Rückfahrt wurde eine Tortoure. In Frankreich war Ferienende und alle fuhren gleichzeitig nach Hause. Das bedeutete ab spanischer Grenze 400 km Stop and Go ohne die Möglichkeit, anzuhalten, denn die Parkplätze waren übefüllt und die Leute waren genervt. Sie erledigten ihre Notdurft dort, wo sie gerade standen. Es war unerträglich. Tatsächlich fanden wir in einem gottverlassenen Dorf in der Nähe von Tours ein kleines Motel, wo man mit der Kreditkarte einen Schlüssel bekommen konnte. Das klappte und wir konnten schlafen. Am nächsten Morgen fuhren wir dann gemächlich durchs Loiretal über Chatillon, wo wir Jean und Bernadette besuchten, wieder nach Hause. Die Ufer der Loire hatten Konkurrenz bekommen: die Ufer des Duoro.

Es war soweit. Am 25. November 2008 hatten wir silberne Hochzeit.- Kaum zu glauben! Wir wollten nur im engsten Familienkreis feiern und flogen daher für diesen Tag nach Prag. In der goldenen Stadt verbrachten wir zwei wunderbare Tage ganz für uns alleine. Wir waren zwar fürchterlich erkältet, doch es war sehr schön. Es fiel schon etwas Schnee und so hatte Prag eine Puderzucker-Haube auf den Dächern. Ein wenig Kindheitserinnerung kam hoch – Pan Tau könnte gleich um die Ecke kommen. Am Abend unserer Silberhochzeit aßen wir in einem sehr guten italienischen Restaurant, wo auch unser “offizielles” Silberhochzeitsfoto entstand. Eine Vorstellung in einem Schwarzlichttheater beendete am nächsten Abend dieses kurze aber schöne Reise.
Als wir wieder zu Hause waren, stand eine Familienfeier im engsten Kreis an. Wir hatten uns entschieden, nicht selbst zu kochen und bestellten einen Catering-Service – war nicht so toll! Aber wir waren noch einmal im engsten Familienkreis zusammen. Meine Oma war auch da. Viele Jahre über war sie immer wieder gerne bei uns. Gerne saß sie auf der Terrasse im Sommer oder genoss unser “Familien-Menü”. Niemals vergaß sie am Ende den Satz: “Jetzt war ich wohl zum letzten Mal hier.” An diesem Tag vergaß sie ihn und es sollte tatsächlich das letzte Mal sein, dass sie hier bei uns war. Gerne erinnern wir uns daher an diesen Tag zurück und seit damals wissen wir, dass die Entscheidung richtig war, unsere Silberhochzeit genau so und nicht anders zu feiern!
Wie jedes Jahr gab es natürlich auch in diesem ereignisreichen Jahr ein Weihnachtsmenü bei uns. Einfach drauf klicken – dann gibt es das Rezept.
Das war Kapitel 13. In nur einer Woche, am Tag nach unserem 34. Hochzeitstag geht ´s weiter mit dem 14. und letzten Kapitel, das, wie schon angekündigt, sehr italienisch endet. Und wie immer – wem unsere kleine Story gefällt, der spendet in unsere Kaffeekasse – wir nehmen alles an von 1 Euro bis hin zu einer Million. Und keine Angst – wir versteuern alles ordnungsgemäß.
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]]>Die Jahre, die jetzt auf uns zu kamen waren manchmal sehr angenehm, aber auch durchaus schwierig. Wir waren es gewohnt, in Urlaub fahren zu können. Das konnten wir jetzt erst einmal vergessen, denn es begann ja für uns der Aufbau meines neuen Versicherungsbüros – und das unter “Dauerbeschuss” meiner bisherigen Gesellschaft. Dennoch war für uns immer wichtig, das man nicht vergisst zu leben. Das versuchten wir in diesen schweren Jahren einfach mit kleinen Fahrten, bei denen wir auch das wunderbare Flandern kennenlernten, jedoch auch immer wieder einmal in unserem ach so geliebten Chatillon-sur-Loire landeten.
Das Jahr 2005 gestaltete sich für uns sehr schwierig. Mein Versicherungsbüro war noch im Aufbau und warf nicht viel Geld ab, wir mussten aber welches haben. Erstmals mussten wir deshalb auch eine geplante Reise absagen. Im Juli nämlich war Chatillon-sur-Loire Durchfahrtsort der Tour de France. Das ist in Frankreich etwas ganz Besonderes. Oft dauert es Jahre, bevor eine Stadt das geschafft hat. Dann steht man für einen kurzen Moment im Mittelpunkt. An den Straßen warten die Zuschauer oft stundenlang für einige Minuten, in denen dann der Werbetross und später das Fahrerfeld an einem vorbei rauscht. Wir hatten uns überlegt, genau dann dort zu sein. Leider konnten wir uns das aber zu diesem Zeitpunkt nicht leisten. Da aber damals noch alles live übertragen wurde, genehmigten wir uns zuhause einen Nachmittag Auszeit und verfolgten alles am Fernsehen. Es tat schon ein bisschen weh, dort alles zu sehen und nicht da sein zu können. Ende Juli besserte sich unsere Lage wieder rapide und wir nahmen uns einige Fahrten für das Wochenende vor. Herrausragend war dabei eine Fahrt nach Belgien, die nur 4 Tage dauerte, jedoch irgendetwas in uns auslöste. Von Flandern bis in die Ardennen genossen wir einige schöne spätsommerliche Tage Ende August.
Das Jahresende verbrachten wir natürlich wieder in Paris. Was wir damals nicht wussten, war, dass es das letzte Mal Paris mit Loulou war. Schön war, dass wir das winterliche Paris so richtig genießen konnten. Als es dann an einem Nachmittag schneite und wir merkten, dass man der Situation auf den Straßen hier nicht gewachsen war, bescherte uns das einige richtig schöne und gemütliche Stunden in der Hotelbar. Nicht zu vergessen ist allerdings auch für dieses Jahr unser Speiseplan am Heiligen Abend (für die Rezepte einfach anklicken):
Ja, es waren einige dunkle Jahre, die uns jetzt heimsuchten. Sie brachten viel Arbeit mit sich, was aber nie ein Problem für uns war. Leider entstanden dadurch auch gesundheitliche Probleme. Wie immer aber steckten wir nicht auf, auch wenn wir am 7. November 2006 für immer Abschied von unserer kleinen Loulou nehmen mussten. 16 lange Jahre hatte Sie uns durch Dick und Dünn begleitet, war immer für uns da und hat uns natürlich auch in manch schwerer Stunde getröstet und auf andere Gedanken gebracht. So schwer der Abschied auch war, so konnten wir aber auch sagen, dass sie ein erfülltes Leben bei uns hatte und immer im Mittelpunkt stand. Schließlich war sie, umgerechntet auf das Menschenalter, immerhin auch deutlich über 90 Jahre alt geworden. Und weil es eine so schöne Zeit mit ihr war, gibt es in der folgenden Galerie noch einige Bilder aus ihrem bewegten Leben.
Für ein paar Tage stand für uns die Welt still. Dann entsannen wir uns, dass Loulou, die sich am Abend vor ihrem Tod regelrecht von uns verabschiedet hatte, immer für eine Verrücktheit gut gewesen war. Jedes Jahr Silvester, wenn wir in Paris waren, führte uns unser Weg zusammen mit ihr in die alte Pariser Kirche Saint Severin. Also setzten wir uns am Morgen des 11. Novembers schon um 4.00 Uhr morgens ins Auto und fuhren nach Paris. Schon Mittags waren wir dort. Nachdem wir in dem Hotel eingecheckt hatten, in dem wir bisher nur immer mit Loulou waren, machten wir uns auf den Weg nach Saint Severin, wo wir ein wenig verweilten und dann eine Kerze für unsere Loulou anzündeten – eine große natürlich. Als wir am nächsten Tag wieder nach Hause fuhren, wussten wir, dass sie irgendwie immer bei uns sein würde und gewollt hätte, dass unser Leben normal weiter geht.
Und so kam zwangsläufig das erste Weihnachten in unserem Haus ohne die kleine Loulou. Noch im letzten Jahr hatte sie sehr aktiv beim Auspacken der Geschenke geholfen und natürlich vor dem Tisch um eine milde Gabe vom Weihnachtsessen gebettelt. Wir planten jetzt, erst einmal kein Haustier mehr zu haben. Ein Hund war sowieso nicht drin, da es keinen Ersatz für Loulou gab. Das Weihnachtsessen sollte uns dann auf andere Gedanken bringen. Hier ist das Menü aus dem Jahr 2006 (für die Rezepte einfach anklicken):
Da sich unsere finanzielle Lage wieder verbesserte, planten wir auch wieder einen Urlaub. Tatsächlich war es 2007 zwanzig Jahre her, dass wir zum ersten Mal in Chatillon-sur-Loire auf diesem wunderbar gelegenen Campingplatz direkt an der Loire waren. Schon im Sommer 2006 hatten wir die verrückte Idee, noch einmal mit dem Zelt dorthin zu fahren, denn diese Utensilien hatten wir noch aus der Zeit unseres Wohnwagens dort. Außerdem, so glaubten wir, könnten wir dort etwas günstiger Urlaub machen. Aber zunächst hatten wir noch zwei ziemlich verrückte Flüge in Städte vor, in denen wir noch nie gewesen waren. So hatten wir im April einen Flug mit Air Berlin von Düsseldorf aus nach Wien gebucht. Der Flug startete morgens um 6.30 Uhr. Die Besonderheit aber, noch am gleichen Tag, nämlich um 22.30 Uhr startete unser Flug zurück nach Düsseldorf. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Früh morgens waren wir bereits in Wien und starteten eine Besichtigungstour, die sich gewaschen hatte. Die Galerie unten soll diesen Wahnsinnstag ein wenig darstellen. Zu Hause waren wir übrigens wieder um 1.30 Uhr in der Nacht. Beim Abschied aus Wien verzehrten wir dann noch am Prater eine Österreichisch-Ungarische Spezialität – Lagosh. Das ist ein frittierter Teigfladen, der mit Käse und/oder viel Knoblauch eingerieben wird.
Wunderbares Frühlingswetter erwartete uns, als wir wegen eines Messebesuchs in Wiesbaden Rüdesheim als Übernachtungsort ausgesucht hatten. Viele Erinnerungen kamen hoch. Natürlich, beim letzten Mal als wir hier waren, war Loulou noch dabei. Aber auch die Erinnerung an unsere erste gemeinsame Fahrt nach Rüdesheim und auch an unsere englischen Freunde, mit denen wir hier soviel Spaß gehabt hatten! Auch wenn man bequem mit dem Auto zum Niederwald-Denkmal fahren kann, es ist immer wieder ein Erlebnis, das mit der alten Seilbahn zu tun. Wir genossen das.
Ostern war Chatillon wieder an der Reihe. Zum ersten Mal nach 3 Jahren würden wir wieder mit Jean und Bernadette zusammentreffen. Wir wollten natürlich unseren Zeltplatz für den Sommer aussuchen und reservieren. Früh morgens fuhren wir los. Kaum ein Halt unterwegs – nur zum Essen am Mittag. Wieder fielen wir auf eine französische Autobahn-Raststätte rein. Das Essen sieht toll aus, ist teuer – schmeckt aber nicht. Also zum einhundertsten Mal der Entschluss: “NIE WIEDER!”
Bevor wir allerdings unseren abenteuerlichen Zelturlaub in Chatillon begingen, gab es noch eine Wahnsinnstour. Anfang Juni flogen wir nach Kopenhagen. Dieses Mal würden wir aber über Nacht bleiben. Früh morgens um 2.00 Uhr fuhren wir los, damit wir unseren Flieger, der um 6.35 Uhr in Düsseldorf starten sollte, erreichten. Wer aber rechnet damit, dass mitten im Emsland die Autobahn gesperrt wird, weil dort ein Auto brannte. Die Feuerwehr ließ sich Zeit, man räumte alles weg und wir kamen in Zeitdruck. Was jetzt kam, war schon nervenaufreibend. Mit aller Gewalt versuchten wir, die Maschine nach Kopenhagen noch zu erwischen. Mit viel Glück schaffen wir das auch. Um 6.30 Uhr betraten wir als eine der Letzten das Flugzeug und nicht einmal 10 Minuten später startete es. Es folgte ein schöner sonniger Tag in Kopenhagen, den wir am Abend mit einem Besuch des Tivoli ausklingen ließen. Hier hatten wir vorher in einem Restaurant am Buffet teilgenommen. Das Buffet war ziemlich leer geräumt und es gab – auch im Behälter für Schweinefilet – Frikadellen. Seit dieser Zeit werden Frikadellen bei uns auch “dänisches Schweinefilet” genannt.
Dann war da noch die Geschichte mit der Meerjungfrau. Natürlich wollten auch wir die weltberühmte Meerjungfrau sehen und fotografieren. Leider war der zweite Tag in Kopenhagen sehr verregnet. So kauften wir uns am Bahnhof zwei einfache Regenschirme und los ging es. Von der Haltestation bis zur Meerjungfrau waren es noch etwa 10 Minuten Fußweg. Bis dahin hatte der Wind unsere Schirme schon arg gebeutelt. Als ich dann schließlich am Ufer stand und das Denkmal fotografieren wollte, kam dort in der Nähe ein Reisebus an.
Dieser Reisebus setzte dort eine Gruppe japanischer Touristen ab. Das, was jetzt geschah, erklärt vielleicht mein etwas gespaltenes Verhältnis zu japanischen Reisegruppen. Diese Gruppe jedenfalls rollte auf mich zu wie eine Lawine. Und obwohl ich dort versuchte zu fotografieren, war es, als ob die mich nicht gesehen hatten. Die liefen mich einfach über den Haufen. Ich konnte gerade noch verhindern, dass ich ins Wasser fiel, was meinen Schirm aber nicht davon abhielt genau dorthin zu fliegen. Meinen Fotoapparat mit den Bildern der Meerjungfrau hatte ich in der Hand – also schnell weg hier, bevor die mich auch noch einfach mit nach Japan nehmen.
Und jetzt war es endlich soweit – wir starteten in den abenteuerlichen Sommer-Urlaub. Zum 20. Jubliläum fuhren wir nach Chatillon. Unsere Camping-Ausrüstung war damals schon eher antiquiert. Ansonsten waren wir richtig gut ausgestattet. Wir hatten einen Kühlschrank dabei, Küchenzubehör mit dem wir locker ein Restaurant hätten betreiben können und natürlich für den Schlafkomfort eine riesige aufblasbare Matratze. Wir mussten ja tagsüber ankommen, am besten morgens, da wir ja noch aufbauen mussten und das sicher eine ganze Zeit in Anspruch nehmen würde. Also hatten wir in der ersten Nacht ein Hotel etwa 60km vor Chatillon gebucht. Unser damaliges Auto, ein Ford Galaxy war randvoll – und da ging was rein! Bevor wir aber in Chatillon aufbauen konnten, mussten wir zunächst einkaufen. Das konnten wir nicht auf später verschieben, da wir Sonntag hatten und die Geschäfte hier nur bis Mittags geöffnet hatten.
Wir hatten wunderbares Wetter als wir ankamen, was auch wichtig war. Danach aber war alles ziemlich durchwachsen, viel Regen und die wunderbaren Abende vor dem Zelt konnten wir auch vergessen, da die richtige Sommerhitze nicht aufkommen wollte. In der Galerie gibt es nun einen kleinen Einblick in diesen Urlaub.
Wir hatten wieder einmal trotz des schlechten Wetters eine schöne Zeit in Chatillon gehabt. Das war in diesem Jahr die einzige Möglichkeit für einen längeren Urlaub. Dieser Urlaub war auch nicht sehr teuer geworden, da die Gebühren auf dem Campingplatz natürlich gering waren. Noch einmal gab es das “Petite Trink” bei Jean und Bernadette, jeden Morgen kam Jean auf seiner Runde auf einen Kaffee bei uns vorbei – aber wir konnten nur einmal so richtig einen heißen Sommerabend auf dem Platz am Ufer der Loire genießen. In der letzten Nacht war es empfindlich kalt. Doch dann wurde es wieder richtig heiß und beim Abbauen schmiedeten wir Pläne für das nächste Jahr. Einmal würden wir das noch machen! Schließlich war 2008 das letzte Jahr, in dem Jean und Bernadette noch den Platz behüteten. Wir machten sogar schon eine Zeit ab und bestellten unseren Platz. Es würde da aber eine völlig andere Entwicklung geben! Etwas wehmütig verließen wir nach zwei Wochen (zum letzten Mal als Camper) den Platz der Plätze. Den Campingplatz am Ufer der Loire, wo wir doch so schöne Jahre erlebt hatten – natürlich auch mit unserer kleinen Loulou, die jetzt zum ersten Mal nach so vielen Jahren nicht mehr dabei war.
Tatsächlich – das Bild zeigt Prag, diese wunderbare alte Stadt an der Moldau. Sie wurde in keinem Krieg zerstört, der Charakter der Altstadt blieb erhalten. Eben diese Stadt hatten wir uns für einen Kurztripp zu unserem 24. Hochzeitstag am 25. November 2007 ausgesucht. Wir flogen am 24. November hin und kamen am 26. November zurück. Aber dazwischen passierte etwas sehr Eigenartiges. Diese Stadt versuchte uns abzuwerben von Paris, der Stadt, die wir für das nächste Jahr, nämlich unsere Silberhochzeit ausgewählt hatten. Essen und Trinken wurde in dieser Stadt großgeschrieben. Das gute Bier, die alten böhmischen Gerichte und diese Atmosphäre, die stets den braven Soldaten Schweijk oder aber Pan Tau hinter der nächsten Ecke vermuten ließ, verzauberten uns.
Diese kurze Fahrt machte uns neugierig auf mehr von diesem Land. Das Land, das so viele herrliche Kinderfilme, Märchen und natürlich auch Pan Tau hervorgebracht hatte, war es wert, bereist zu werden. Alleine das, was es dort zu essen gab. Einfach, deftig und gut. Bier, ob dunkel oder hell – immer wieder ein Genuss. Das, was Agnes da auf dem Foto vor sich hat, ist ein typisches böhmisches Gericht. Lendenbraten mit Sahnesauce und böhmischen Knödeln. Für das Rezept einfach anklicken.
Aber natürlich hielt uns auch diese schöne Reise nicht davon ab, Silvester wieder nach Paris zu fahren. Wir hatten dieses Mal sogar ein Orgelkonzert für den Silvesterabend in der alten Kirche Saint Severin gebucht, dort, wo wir im letzten Jahr eine Kerze für Loulou angezündet hatten. Es sollte eine tolle Fahrt mit einer überraschenden Erkenntnis werden. Aber vorher gab es noch das Weihnachtsmenü für uns Zwei – war wieder einmal viel!

Unser Weihnachtsmenü 2007
Kapitel 12 ist hier zuende. Natürlich war das nicht immer lustig. Aber das gehört nun ja auch zum Leben dazu. Nur noch wenige Kapitel trennen uns von der Gegenwart. In Kürze geht ´s weiter! Und wie immer – wem unsere kleine Story gefällt, der spendet in unsere Kaffeekasse – wir nehmen alles an von 1 Euro bis hin zu einer Million. Und keine Angst – wir versteuern alles ordnungsgemäß.
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]]>Ein Klassiker der böhmischen Küche! Er klingt komplizierter als er ist und schmeckt einfach lecker. Ein einfaches Gericht, das stets bei Ihren Gästen ankommen wird. Als Beilage empfiehlt sich klassisch der Böhmische Knödel.
Der Beitrag Böhmischer Lendenbraten erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Böhmische Knödel klingen vom Rezept her eigentlich schwieriger als klassische Semmel- oder Kartoffelknödel. Sie sind aber viel leichter herzustellen und können auch besser vorbereitet werden, da man sie mit heißem Wasserdampf wieder wie frisch zubereitet aufwärmen kann.
Der Beitrag Böhmische Knödel erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Man ist das vielleicht nicht so gewöhnt, doch die Arbeit, den Rosenkohl zu “entblättern” lohnt sich absolut. Portwein und Sahne ergänzen sich zu einer richtig tollen Sauce.
Der Beitrag Rosenkohlblätter in Sahne-Portweinsoße erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Das passt ab Herbst auf den Tisch und verzaubert garantiert Ihre Gäste. Alles lässt sich auch noch sehr gut vorbereiten. Was will man also mehr?
Der Beitrag Bratapfel-Mousse mit Pflaumen-Punsch-Sauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Dieses Rezept klingt schon etwas fremd, lohnt sich aber, es zu probieren. Der deftige und der süße Geschmack verbinden sich zu einem Geschmackserlebnis, das weihnachtlicher nicht sein könnte.
Der Beitrag Kaninchen in Lebkuchensauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Eigentlich ist der Name “Blaubeereis” etwas übertrieben, da es sich eher um eine geeiste Sauce handelt – aber sei ´s drum, ein leckeres Dessert ist es allemal.
Der Beitrag Blaubeereis mit gebratenen Ricottanocken und Zitronensirup erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Es handelt sich hier um ein edles Gericht, das so leicht kein Gast vergessen wird. Und außerdem – Semmelknödel kennt jeder, Semmelknödel-Soufflé ist eher unbekannt.
Der Beitrag Glaciertes Hirschragout mit Semmelknödel-Soufflé und Preiselbeer-Jus erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Choucroute – so nennt man in Frankreich eine Sauerkrautzubereitung mit viel Fleisch und Wurst. Wir haben versucht, dieses deftige Essen als Hingucker-Vorspeise zu verarbeiten.
Der Beitrag Choucroute-Pastete erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Der Yorkeshire-Pudding ist übrigens kein süßes Dessert, sondern eine Beilage für Deftiges. Er passt zu Rindfleisch aber auch als Fingerfood mit einer kleinen Füllung.
Der Beitrag Yorkshire-Pudding erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wer hat denn seine Zucchini schon einmal in dieser Variante probiert? Vermutlich nicht viele Leute. Diese Vorspeise lässt sich leicht herstellen und frisch auf den Teller bringen. Beim Anrichten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann mit anderen italienischen Leckereien arbeiten, indem man z. B. mit Tomaten und Aceto Balsamico arbeitet. Guten Appetit!
Der Beitrag Parmesan-Zucchini erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Das ist schon ein extravagantes Dessert. Doch es rundet auch ein Menü mit Wild ab, selbst wenn es doch kalorienreich ist. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Schließlich isst man das ja nicht jeden Tat. Aber Achtung! Roquefort-Käse ist nicht jedermanns Sache, daher bei den Gästern vorfühlen!
Der Beitrag Roquefort-Blinis mit gebratener Birne erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Preiselbeerkrapfen sind eine Alternative zu den üblichen Preiselbeer-Beigaben bei Wildgerichten und ersetzen ganz nebenbei auch noch die Beilagen wie z. B. Kartoffeln. Sollte man keine Friteuse haben, kann man sie auch in einem Topf mit Öl ausbacken.
Der Beitrag Preiselbeerkrapfen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Klingt schon edel – ist es auch. Darum sollte man sich zu besonderen Anlässen einmal so eine Spezialität gönnen, die man nicht fertig kaufen kann. Ihre Gäste werden staunen. Dazu passen Preiselbeerkrapfen.
Der Beitrag Hirschmedaillons mit Portwein-Birnen-Sauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Zugegeben, es erfordert natürlich einen Räucherofen. Außerdem ist das Kalträuchern auch nich so einfach. Aber vielleicht kennt man ja jemanden, der das übernimmt. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall. Außerdem hat man dann ein Gericht auf dem Tisch, das man nicht kaufen kann.
Der Beitrag Carpaccio vom torfgeräucherten Rinderfilet erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wenn die Flamen schon einmal dabei sind, gut zu essen, dann wollen sie es auch wissen. Für Kalorienzähler ist dieses Dessert ganz bestimmt nicht geeignet!
Der Beitrag Süßer Traum flämischer Art erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In Flandern gibt es viele Gerichte mit Sahne und Milch. Eines davon haben wir etwas umgewandelt mit hierher gebracht. Es passt eigentlich immer, wenn man Gäste hat und es ist leicht zuzubereiten. Am besten natürlich ganz frisch und just in time!
Der Beitrag Hähnchenbrustfilet in Rahmsauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Der flämische Biergulasch gehört in Flandern in jeden Haushalt. Jeder hat sein eigenes Rezept und doch munden sie alle gleich gut – vorausgesetzt, man nimmt die richtige Beilage: Pommes!
Der Beitrag Carbonade Flamand erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Rosenkohl ist der Hauptbestandteil dieser Suppe und macht sie so unverwechselbar. Das Schöne daran ist, dass man eine “Rosenkohl-Creme-Suppe” nicht als Fertigprodukt kaufen kann.
Der Beitrag Bauernsuppe nach flämischer Art erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In Flandern liebt man deftige Kost, genau wie bei uns. Dieses Rezept eignet sich hervorragend als Vorspeise und ist garantiert ein Hingucker, den man schnell und einfach herstellen kann.
Der Beitrag Hering im Glas nach flämischer Art erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Genau deshalb wollen wir uns auch daran halten. Hier sind nun alle Rezepte unserer Veranstaltung “Lust auf Genuss” 2017. Für die, die dabei waren, vielleicht eine angenehme Erinnerung, für die die nicht dabei waren, vielleicht eine tolle Anregung. Wir möchten darauf hinweisen, dass es natürlich Abweichungen mit den servierten Gerichten bei der Veranstaltung gibt. Das liegt daran, dass wir dort große Mengen herstellen mussten und es daher auch schon einmal notwendig war, Kompromisse einzugehen. Wir möchten noch einmal allen Gästen danken, die dabei waren und hoffen, dass wir uns auf einer unserer nächsten Veranstaltungen wiedersehen. Die wichtigsten Bilder des Abends finden sich in der Galerie unten. Hier nun aber die Rezepte:
Der Beitrag Die Rezepte von “Lust auf Genuss” 2017 erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Auch im Osten gibt es Überschneidungen der Gerichte. So wird das Zwiebelfleisch sowohl Brandenburg als auch Berlin zugeordnet. Bei der Entscheidung, ob es für Berlin oder Brandenburg antritt, hatten wir leichtes Spiel, denn die Currywurst war typisch Berlin und so blieb das Zwiebelfleisch für Brandenburg.
Der Beitrag Zwiebelfleisch erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Sachsen-Anhalt lieferte eines der Desserts auf unserem Buffet bei “Lust auf Genuss”. Ein früh-herbstliches Dessert mit den Ernteklassikern Kürbis und Apfel. Die Süße der Kürbismasse wird durch die Äpfel wunderbar verändert. Dieses nicht ganz kalorienfreie Gericht lässt sich gut vorbereiten und schmeckt sowohl warm als auch kalt.
Der Beitrag Süßer Kürbisauflauf erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Aus Sachsen kommt dieses leckere Rezept für einen warmen und sättigenden Nachtisch. Wichtig ist es, eine möglichst feste Konsistenz im Teig zu haben, denn man muss kleine “Keulchen” (Kügelchen) formen können, die man dann flach drückt und in der Pfanne ausbrät. Mit Zucker und Zimt oder auch Apfelmus ein Genuss.
Der Beitrag Quarkkeulchen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Rheinland-Pfalz schickt einen Rotweinkuchen ins Rennen, obwohl eigentlich Weißwein die Stärke der deutschen Anbaugebiete ist. Trotzdem haben sie hier eine sehr nette Variante erdacht. Der Kuchen lässt sich sowohl rund in einer Springform als auch in einer Kastenform backen. Er schmeckt ohne etwas darauf, jedoch auch mit Puderzucker oder einem Rotwein-Zuckerguß. Da er einach zu backen ist, sollte man ihn schnell ausprobieren.
Der Beitrag Pfälzer Rotweinkuchen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Die Nordrhein-Westfalen traten bei “Lust auf Genuss” mit einer extravaganten Quarkspeise an. Zartbitterschokolade vermischt mit Pumpernickel? Nun ja, das war in Verbindung mit den Kirschen nicht einmal gewöhnungsbedürftig und erinnert an Schwarzwälder Kirschtorte.
Der Beitrag Westfälische Quarkspeise erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Für Bremen gilt das Gleiche wie für die anderen norddeutschen Bundesländer: die Gerichte überschneiden sich. Nur ihren Klaben, eine Art Stollen, haben die Bremer für sich.
Der Beitrag Bremer Klaben erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Die Currywurst gehört ja eigentlich nach Berlin. Daher vertrat sie bei unserer Veranstaltung “Lust auf Genuss” auch die Hauptstadt. Im Rheinland beansprucht man sie aber auch für sich. Ist aber auch egal. Wir haben eine eigene Variante entwickelt. Aber vorsicht mit dem Rosenpaprika – erst die Soße probieren, dann langsam die Schärfe abschmecken!
Der Beitrag Currywurst erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Als wir zum ersten Mal davon hörten, war uns klar, dass bei vielen Leuten das “Kopfkino” einsetzen würde. Pflaumen und Kartoffeln können ja nicht zusammenpassen. Genau darum stellten wir dieses Gericht stellvertretend für Mecklenburg-Vorpommern auf das Buffet.
Der Beitrag Tüften und Plum erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wenn man im Internet recherchiert, was denn nun so typisch niedersächsische Gerichte sind, dann wird man feststellen, dass das meist nur die Gerichte sind, die auch in anderen norddeutschen Bundesländern angeboten werden. Eine einzige typische Spezialität gab es nur in Niedersachsen, nämlich die “Kedinger Hochzeitssuppe”. Das wollten wir bei unserer Veranstaltung “Lust auf Genuss” niemandem antun. Also entschlossen wir uns, mit einem eigenen Gericht für Niedersachsen anzutreten.
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]]>Bei “Lyoner” handelt es sich um eine in ganz Deutschland erhältliche Fleischwurst. Im Saarland macht man damit eine sehr einfache Pfanne, die sich sehr gut mit einem Spiegelei aufpeppen lässt.
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]]>Nicht immer ergeben Braten auch eine gute Soße. Für diesen Fall kann man vorsorgen. Wir haben eine deftige Sauce entwickelt, die aus Bayern stammen könnte. Zusammen mit dem Kasseler-Nackenbraten und dem mit “Campagnarde” gewürzten Nackenbraten wurde daraus die “bayerische Vertretung” bei Lust auf Genuss.
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]]>Wegen seiner frischen Zutaten galt dieses Gericht eigentlich als typisches Sommergericht, so etwa ab Ende Juni. Schleswig-Holstein ist der Gastgeber für dieses Gericht. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Garzeiten des Gemüses zu beachten. Deshalb gart man alles zunächst separat bissfest, um es dann in der heißen, nicht kochenden, Milch weiter zu garen. Im Allgemeinen bleibt es ein vegetarisches Gericht. Dennoch gibt man in einigen Landstrichen geräucherten Speck oder auch gekochte Schweinebacke dazu.
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]]>Die “gri Soß”, sie gehört zu Hessen wie nichts anderes. Sie ist mittlerweile so beliebt geworden, dass man manchmal auch in unseren Breiten den dazu notwendigen frischen Kräutermix kaufen kann. Die Einer kann man natürlich auch halbiert einfach mit der Soße übergießen. Kleingehackt in der Soße ergibt sich eine perfekte Begleitung für Pellkartoffeln.
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]]>Diese Variante des Klassikers ist eigentlich Norddeutschland insgesamt zuzuordnen, auch wenn die Hamburger diese Spezialität für sich beanspruchen. Trotzdem vertrat dieser Salat bei unserer Veranstaltung Lust auf Genuss Hamburg.
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]]>Dieses Rezept vertrat auf unserer Veranstaltung Lust auf Genuss – 16 Bundesländer-16 Gerichte – Baden-Württemberg. Der Speckkuchen kann natürlich auch auf dem Blech gebacken werden. Wir fanden, er macht auch in der Springform eine gute Figur. Pfeffern und salzen sollte man ihn nach Geschmack – hier gehen die Geschmäcker weit auseinander.
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]]>Ja, die Thüringer haben mit Ihrem Köstritzer ein tolles Schwarzbier. Mit dieser Bowle allerdings kann man die Stimmung eine Festes bereits zu Beginn anheizen, denn die hat durch Wodka, Korn und Zucker so richtig “bums”!
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]]>Das Jahr 2003 war für uns privat eigentlich ein sehr schönes Jahr. Zum ersten – und bisher auch einzigen Mal waren wir live bei einem Formel-1 Grand Prix in Hockenheim dabei. Formel 1 war schließlich eine Sportart, die uns beide begeisterte. Unsere Italienreise im Sommer war mindestens eben so mit Erlebnissen und Kultur gespickt, wie es Gothe auf seiner italienischen Reise erlebt haben dürfte. Beruflich jedoch zogen erst einmal dunkle Wolken über uns auf. Ich zog im September die Reißleine und beendete das Trauerspiel, indem ich mich als Versicherungsmakler selbstständig machte. Das wiederum erboste meine bisherige Gesellschaft derart, dass es zu einem erbärmlichen Rosenkrieg kam, der letztlich erst 6 Jahre später mit einem Vergleich vor dem Landgericht in Hamm endete.
Damit soll auch genug sein von dieser für uns schrecklichen Geschichte, die uns viele Jahre unseres Lebens kostete. Wie in jedem Jahr, so planten wir auch in diesem Jahr einigermaßen spontan Wochenendfahrten, aber natürlich auch unseren Sommerurlaub, der uns dieses Mal durch die Kultur Italiens führen sollte. Der berufliche Wandel, der sehr plötzlich kam, belastete uns jetzt noch nicht, eine Ahnung allerdings hatten wir dann im Sommer. Sehr schöne Bilder entstanden während einer Tagesfahrt mit unserer Nichte und unserem Neffen nach Amsterdam. Da sie auch sehr bekannt sind, möchten wir diese Bilder heute hier zeigen.
Ja, so sah das damals in Paestum aus. Etliche Kilometer südlich von Neapel. Aber um einmal einen Überblick zu schaffen, was wir damals eigentlich für eine Tour gemacht haben, so lief das:
Start war am 09 Juli 2003. Zunächst fuhren wir bis Garmisch-Patenkirchen, wo wir erfahren mussten, dass man dort noch nicht darauf eingestellt war, dass man in einem Hotel auch nur eine Nacht vebringt. Nach einem langen Tag im Auto kamen wir gegen 18.00 Uhr im Hotel an. Alles war super, jedoch das angekündigte Hallenbad war wohl nicht geöffnet. So musste ich auf die Erfrischung verzichten. Gegen 19.00 Uhr gingen wir in den Außenbereich des Restaurants, wo wir auch einen angenehmen Platz fanden.Dort waren schon einige Gäste mit dem Abendessen fertig und man fragte uns, ob wir denn noch etwas essen wollten! Für uns als Kenner südlicher mediterraner Gebräuche war das schon etwas eigenartig. Wir bekamen aber noch etwas zu essen. Während Agnes sich für die Fruchtkaltschale als Vorspeise im einzig angebotenen Menü entschied, nahm ich die Knoblauchspaghettis, die ich selbst nicht besser hätte machen können: Spaghetti mit geviertelten Knoblauchzehen in Buttersauce schwimmend. Der Hauptgang war dann Roastbeef (natürlich kalt), danach gab es noch Panna Cotta. Dazu tranken wir jeder zwei halbe Liter Bier, die wenig Alkohol, dafür aber viel Masse hatten. Nach einem kurzem Spaziergang, den Loulou noch zu einem kleinen Haufen vor dem Hotel nutzte, begaben wir uns um etwa 21.00 Uhr ins Bett und schliefen sofort ein.

Aber dieses Hotel, dass sich im Internet als international versiert verstanden haben wollte, hatte noch mehr an spießigen, bayerischen Schoten zu bieten.
Wir hatten wunderbar geschlafen und freuten uns auf ein fürstliches Frühstück. Doch dabei sollte die erste Panne des Urlaubes passieren. Wir gingen hinunter in das Restaurant, wobei wir an der Bedienung vorbeiliefen. Diese schaute sich in aller Ruhe unsere Ratlosigkeit bei der Suche nach dem richtigen Platz an, wartete jedoch, bis wir uns hingesetzt hatten. Dann kam sie zielstrebig auf uns zu und teilte uns mit, daß wir uns an den falschen Platz gesetzt hatten. Wir mussten ihr in einen angrenzenden Saal folgen, wobei uns die übrigen Gäste beobachteten und den Vorfall genüsslich beschmunzelten. Der Saal war lieblos eingedeckt, wir saßen auf Plastikstühlen, durften uns jedoch vom Buffet nehmen so viel wir wollten, wie sie uns noch unbedingt laut genug sagen musste. Da wir wussten, eins der teuersten Zimmer des Hotels gehabt zu haben, war der Entschluß schnell gefallen, hier nie wieder zu nächtigen.
Nachdem wir gepackt hatten, bezahlte ich an der Rezeption, wurde jedoch deutlich darauf hingewiesen, daß man Barzahlung oder EC-Kartenzahlung bevorzugen würde, da diese nicht so teuer für das Hotel wären. Internationale Selbstverständlichkeiten waren im Nachkriegs-Bayern eben noch nicht so durchgedrungen. Nicht weniger als 10 veschiedene Kreditkarten aus aller Welt waren an der Rezeption angeschlagen. Da hätte man doch wohl die gängigste, nämlich die Mastercard nehmen können. Spätestens jetzt wussten wir, warum wir so gerne ins Ausland fuhren. Dort war alles anders und vor allen Dingen nicht so spießig. Nun aber unsere Route für die nächsten 14 Tage:
Filsum – Garmisch-Patenkirchen – Bozen (Besichtigung Ötzi-Museum) – 2 Tage Trient mit Stadt- und Schlossbesichtigung – Orvieto (mit Altstadtbesichtigung, Rom-Tour und Besichtigung Civita di Bagnio Regio. sowie diverser kleiner Sehenswürdigkeiten) – Frascati – Frosinone (von hier aus nach Sperlonga mit Besichtigung der gigantischen Steinfiguren und des Odysseus-Felsens) – Abtei Fossanova – Kloster Monte-Cassino – Besteigung des Vesuvs – Besichtigung von Pompeii – Paestum und dann noch ein paar Tage Relax am Bolsener See und auf der Rückfahrt noch einmal Bozen am Abend und am Ende Veitshöchsheim bei Würzburg. Na, war das ne Tour? Zwei herausragende Ereignisse möchte ich jedoch genauer beschreiben.
Ja. das war tatsächlich auch der Blick aus unserem Hotelzimmer, über die Ausgrabungsstätte in Pompeii hinweg bis hin zum Vesuv. Natürlich hatten wir den als erstes bestiegen. Klar, abwechselnd, weil Loulou die letzten 600 Meter nicht mit durfte. Während einer unten wartete, ging der andere hinauf und sah in den aufregenden Krater hinein, der schon so oft die tödliche Lava ins Tal gespuckt hatte. Am Abend im Hotel brauchten unsere Füße dann aber viel Erholung.

Wir waren in Pompeii, wir hatten ein wunderbares Zimmer, genau gegenüber der Ausgrabungsstätte, an deren Horizont sich der Vesuv bedrohlich erhob. Alles also wie im Traum. So war auch Neapel. Wir fuhren mit dem Zug dorthin.Ein Markt, der nicht uriger häte sein können, jedoch gespickt mit Menschen, die eine deutlich andere Rechtsauffassung haben als wir. Ich wurde klassisch ausgekontert und mir wurde das Portemonnais gestohlen. Wie ich später feststellte, jemand, der mit einer Tragetasche voller Geldbörsen und einer langen Pinzette (ca. 30cm) völlig ohne Skrupel durch das Marktgedränge lief. Wir mussten, das wusste ich, eine Anzeige bei der Polizei machen. Die jedoch behandelte uns eher wie die Täter. Englisch sprach man nicht – nur mit zwei Blondinen, die einen Ausschnitt bis zum Bauchnabel vorweisen konnten, sprach man sogar fließend Englisch. Als wir alles endlich erledigt hatten, ging es zurück zum Hotel. In unserer Not rief ich zunächst in der deutschen Botschaft in Rom an. An diesem Sonntag, man stelle sich das vor, gab es in diesem Haus, das immerhin deutsches Hoheitsgebiet war, niemanden der Deutsch oder wenigstens Englisch sprechen konnte. Ich hoffte, dass die wenigstens mitbekommen hatten, dass der Krieg vorbei war.
Als wir im Hotel zurück waren, versuchte man dort, uns zu helfen. Ich setzte mich sofort an den für Gäste vorgesehenen PC und recherchierte, was zu tun war. Ich hatte am Morgen 150 Euro Bargeld gezogen. Gut, die waren weg. Aber die EC- und Kreditkarten und natürlich beide Ausweise. Ohne die könnten wir in Italien in keinem Hotel einchecken. Die Lösung war ganz einfach. Die Karten, die ich bei mir hatte, konnte ich sofort sperren lassen. Die, die Agnes bei sich hatte, konnten wir weiter benutzen. Einen Ersatzausweis konnten wir beim deutschen Generalkonsulat bekommen. Dorthin fuhren wir am Montagmorgen. Agnes konnte sich noch mit ihrem Führerschein ausweisen. Darum musste sie nun eine eidesstattliche Versicherung abgeben, dass ich wirklich ich bin. Es wäre die Gelegenheit gewesen… Auch die Dame im Konsulat scherzte zu diesem Thema. Wir ließen dann noch Fotos für unseren Ersatzausweis machen und nur einen halbe Stunde später konnte unser Urlaub nach einem Tag Unterbrechung mit einen Espresso weitergehen. Unsere Ersatzausweise jedoch, sind irgendwie lustig geworden und wir haben sie immer noch. Aber wie soll man schon aussehen, wenn man sich bei 40°C Außentemperatur in einem 10m²-Fotostudio fotografieren lässt.


Hatte sie sich im letzten Jahr doch noch sehr gewehrt, von hier wegzugehen, so fiel ihr in diesem Jahr die Entscheidung nicht schwer, ganz schnell ins Auto zu springen. – Wussten wir doch insgeheim, dass Loulou dieses Fleckchen Erde nicht noch einmal wiedersehen würde.
Schon eine Woche nach unserer Rückkehr fuhren wir dann mit Bekannten nach Hockenheim zum Formel1-Grand Prix von Deutschland. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, das alles hier von der Mercedes-Tribüne aus zu erleben. Natürlich hatten wir auch tropisches Wetter. Auch wurde uns klar, dass die drei Tage ziemlich anstrengend waren, wenn man alles sehen wollte, was einem geboten wurde. Kurz nachdem wir wieder zu Hause waren, stand dann auch schon die Entscheidung an, meinen Job zu kündigen. Ein harter Weg sollte folgen und ich musste mich schon einmal wieder berfulich neu aufstellen. Hat aber auch funktioniert. Trotzdem hatte dieses Ereignis auch einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unser Ess- und Reiseverhalten. Da wir gar nicht wussten, was denn nun so auf uns zukommt, fuhren wir in diesem Jahr zu Silvester nicht weg und Weihnachten sollte es auch kein Menü, sondern einige rustikale Spezialitäten zum satt Essen geben. Heraus kam dann aber ein Menü, an dem etwa 12 Personen hätten satt werden können.
Diesen Speck hatte ich in wochenlanger Arbeit selbst zubereitet. Man braucht ein gutes Stück Bauchfleisch, das mit diversen Gewürzen und natürlich Pökelsalz eingerieben wird. Alles muss dann etwa 4 Wochen kühl und möglichst dunkel liegen. Nach dieser Zeit ist das Pökelsalz vollständig durchgebrannt. Während der Zeit im Kühlschrank sollte man alle paar Tage nachschauen, falls sich Schimmel bildet. Diesen dann sofort abwischen.Nach den vier Wochen wird der Speck dann noch für ca. 24 Stunden im Buchenholz kaltgeräuchert.
Ein Klassiker unter den Vorspeisen. Der Parmaschinken ist natürlich nur echt, wenn er eben von dort kommt. Aber auch ein Seranoschinken aus Spanien leistet für diese Vorspeise beste Dienste. Mein skurrilstes Erlebnis mit dieser Vorspeise begab sich bei einem Essen mit Bekannten in einem jugoslawischen Restaurant. Dieser Bekannte war Metzger und daher wohl jemand, der sich kein Obst am Fleisch vorstellen konnte. Also bestellte er als Vorspeise einen Teller mit Tzatziki (hat mich auch gewundert, dass es so etwas hier gab) und Melone mit Parmaschinken. Die Melone sollte die Küche aber weglassen. Vom immerhin etwa 2 Jahre gereiften Schinken nahm er eine ganze Scheibe, zog sie durch den Tzatziki bevor sie dann im Ganzen in seinem Mund verschwand. Das machte er insgesamt dreimal. Wir waren nie wieder zusammen essen.
So nannte ich das Hauptgericht. Diese “Fressorgie” bestand aus 5 verschiedenen Gerichten, die alle für sich als Hauptmahlzeit völlig ausgereicht hätten. Wir taten seinerzeit gut daran, nicht Silvester wegzufahren, denn bis dahin brauchten wir, um alles zu verzehren.
Während mit den Vorspeisen am Heiligen Abend nicht viel Arbeit war, da diese eigentlich nur noch auf den Teller gelegt werden mussten, ging es jetzt aber so richtig los.Dieses Gericht passt übrigens auch durchaus in den Herbst und ist eigentlich kein typisches Weihnachtsgericht. Auch wenn es tatsächlich schon 14 Jahre her ist, dass ich dieses Gericht für uns gekocht habe, ein Rezept gibt es immer noch. Hier steht es.
Für dieses Gericht braucht man kein Rezept. Die Medaillons werden mit einem Fleischband in der Mitte etwas geschnürt, damit sie nicht zusammenfallen. Mit etwas Thymian, Rosmarin und Knoblauch für einige Stunden in Olivenöl marinieren. Von beiden Seiten scharf anbraten (ca. 3 Minuten auf jeder Seite). Dann in den auf 140°C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen geben und dort noch etwa 20 Minuten weitergaren. Eine Scheibe Schinken und etwas Goudakäse oben drauf legen und noch einmal für 5 Minuten überbacken.
Dieses Gericht trifft man in Westfalen, im Rheinland, in Niedersachsen und natürlich auch in Schlesien. Es ist ein Kartoffelpüree mit Apfelmus, der meistens mit Zwiebeln, Speck und gebratener Blutwurst serviert wird. Kartoffeln wurden früher in vielen Regionen, wie übrigens auch heute noch, Erdäpfel genannt. So entstand der Begriff Erde für den die Kartoffeln stehen. Die Äpfel an den Bäumen wurden zum “Himmel” in diesem Gericht. Ein Rezept gibt es hier.
In Schlesien verstand man darunter einen geräucherten Schweinebauch, der mit Backobst, Zimt und Zitronenschale gekocht wird. Aus der Brühe wird eine Mehlschwitze hergestellt. Dazu servierte man in Schlesien gerne Knödel. Viel Spaß beim Nachkochen!
Das war dann noch die Krönung obendrauf. Die Maiskolben wurden zunächst 10 Minuten gekocht, dann gebraten. Danach mit Bacon umwickelt und noch einmal kurz in die Pfanne bis der Bacon kross gebraten war.
Das Tüpfelchen auf dem “i” fehlte einfach noch. Aus der Absicht, etwas Einfaches zu machen, wurde eine Mega-Vorstellung, die man ganz bestimmt nicht mit einem normalen Dessert beenden konnte. Ich erinnerte mich damals an ein sehr außergewöhnlich klingendes Rezept aus dem französischen Burgund. Man servierte dort Kirschtörtchen mit Kohl. Wie das geht? Hier ist das Rezept.
Im jetzt folgenden Jahr 2004 mussten wir viel daran arbeiten, die neue Versicherungsagentur aufzubauen. Schließlich begannen wir ja fast bei Null. 2003 waren wir im November 20 Jahre verheiratet. Die fällige Feier mit unseren Nachbarn verlegten wir auf den 3. Juli 2004. Da wir uns auch damals schon nicht auf den ostfriesischen Sommer verlassen konnten, liehen wir uns ein Zelt und mit Unterstützung unserer Familie gelang an einem regnerischen Tag dieses Fest. Mit netten Menschen, die einfach nur schlecht waren, hatten wir auch zu tun. Eine Nachbarin, die heute nicht mehr hier wohnt, rief extra gleich morgens gut gelaunt an, als es in Strömen regnete. Sie wollte uns nur sagen: “Jedem das, was ihm zusteht”. Wenn ´s nicht zum Weinen wäre, müsste man glatt drüber lachen. Einige Impressionen von unserer damaligen Feier möchte ich gerne in der folgenden Galerie zeigen. Da erkennt man sicher das ein oder andere bekannte Gesicht. Einfach auf das Bild klicken und schon kann man die Galerie durchblättern.
Das Jahr war insgesamt eher schwierig, jedoch stürzte ich mich weiter in ein Hobby – KOCHEN! So begannen wir, einmal im Jahr ein 5-Gänge-Menü für unsere Eltern – und natürlich unsere Oma zu kochen. Agnes war für die Deko zuständig, ich fürs Kochen. Also eigentlich genauso, wie wir es noch heute machen. Ich hatte ja viele Rezepte für dieses Kapitel versprochen. Daran möchte ich mich natürlich jetzt auch halten. Beginnen wir also mit unserem Weihnachtsmenü 2004. Ich hatte sogar ein Amuse Geule, also einen Gruß aus der Küche vorgesehen. Köche lassen manchmal scherzhaft los, dass ein Amuse Geule, also der Gruß aus der Küche auch mit “das, was weg muss” übersetzt werden kann. Nun, ich weiß, dass ich das nicht so gehalten habe. Leider habe ich nach 13 Jahren vergessen, was ich mit dem Amuse Geule “Altdeutscher Traum” auf den Tisch gebracht habe. Ist aber nicht so wild – hier kommen die anderen Gerichte.
Wie oft hatten wir schon vor, einmal ins Elsass zu fahren. Leider blieb es immer bei der Stipvisite. Einen längeren Aufenthalt, den wir geplant hatten, mussten wir leider wieder absagen. Erst Jahre später verbrachten wir einige schöne Tage im Elsass. Wir hatten außerdem das große Glück, in dem Hotel, das man auf dem Bild auf der rechten Seite des Kanals sieht, wohnen zu dürfen. Dass aber im Elsass gutes Essen gemacht wird, das wussten wir schon immer. Hier gibt es das Rezept zum Salat.
Ja, richtig gelesen. 1. Hauptgericht! Ich war vermessen genug, zwei Hauptgänge anzurichten. Wir hatten in Frankreich gelernt, dass man problemlos vier, fünf oder auch mehrere Gänge essen kann. Wichtig ist immer, die einzelnen Portionen nicht zu groß zum machen und auch langsam zu essen. Für dieses Gericht gibt es noch kein Rezept. Mein altes Rezept habe ich nicht mehr, also muss ich das wieder neu ausprobieren. Wenn ich es hin bekomme, so gibt es dieses Rezept pünktlich zu Weihnachten.
Nur unterbrochen von einem einfachen Orange-Campari-Sorbet als Geschmacksneutralisierer ging es dann gleich ans 2. Hauptgericht. Das Sorbet ist übrigens sehr einfach. Man mischt Orangensaft und Campari nach Geschmack, friert es in einem Behälter ein und zerkleinert es kurz vor dem Servieren.
Wir hielten uns an französische Vorbilder – viele verschiedene Gänge aber nie zu viel. So ging dann auch noch dieses 2. Hauptgericht. Hier ist das Rezept für die Gänsebrust. Den Rotkohlschaum findet man hier.
Wenn schon, denn schon. Das Dessert mit dem edlen Käse kombinieren, ist meines Erachtens eine geniale Idee. Ich darf das sagen, denn die Idee ist ja nicht von mir. Nach einem solchen Menü muss es aber auch ein edles Dessert geben. Champagner-Zabione klingt edel, ist edel – aber einfach zuzubereiten. Das Käse-Dessert mit dem Reblochon findet man hier.
Ja, die Rezeptflut geht noch weiter. Pfingsten 2005 gab es unser Spargelmenü für unsere Eltern und unsere Oma. Die muss wirklich immer extra erwähnt werden. Sie war die Einzige in diesem Kreis, die vorbehaltlos alles probierte. Und sie war auch die Einzige, die von diesen Herrschaften sagen durfte: “Ich mag keine Austern”. Sie hatte die nämlich bei uns probiert. Jetzt also das Spargelmenü mit den Rezepten (einfach anklicken):
Es gibt auch eine Fotostrecke von damals. Sie zeigt unsere Eltern und unsere Oma bei diesem ominösen Spargelmenü. Einfach das erste Bild anklicken und die Galerie geht auf.
Das war das 11. Kapitel unserer Story. Ich hoffe, ich konnte Anregungen zum Kochen geben. Eigentlich müsste für jeden etwas dabei gewesen sein. In vier Wochen folgt Teil 12. Wieder kann ich von Reisen und Essen berichten. Da das digitale Zeitalter so langsam bei uns eingekehrt war, sind Fotos und sonstige Aufzeichnungen natürlich besser erhalten. Gespannt sein kann man auf Rezepte – von einfach bis exotisch. Und wie immer – wem unsere kleine Story gefällt, der spendet in unsere Kaffeekasse – wir nehmen alles an von 1 Euro bis hin zu einer Million. Und keine Angst – wir versteuern alles ordnungsgemäß.
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – an den Ufern der Loire XI erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In Schlesien heißt es, wer das “Himmelreich” nicht kennt, hat umsonst gelebt. Gemeint ist diese einfache Gericht, das sich leicht nachkochen lässt – nur damit man nicht umsonst gelebt hat.
Der Beitrag Schlesisches Himmelreich erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Es gibt dieses Gericht in vielen Regionen. Bis heute gibt es auch Landstriche, in denen man die Kartoffeln Erdäpfel nennt. Daher symbolisieren sie in diesem Gericht die Erde, die an den Bäumen hängenden Äpfel hingegen symbolisieren den Himmel. Dieser Kartoffelstampf eignet sich auch als Beilage zu Blutwurst oder gebratener Leber.
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]]>Das Gericht passt eigentlich auf jeden festlichen Tisch zu fast jedem Anlass. Am besten aber passt es zum Herbst oder in die Weihnachtszeit.
Der Beitrag Entenbrust in Rotwein-Karamell-Sauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Aus dem französischen Burgund kommt dieses Rezept. Dort kennt man es neben den Kirschen auch mit Birnen. Dann gibt man natürlich einen Birnenbrand dazu und kein Kirschwasser. Was uns eher fremd vorkommt, ist es wert, einmal probiert zu werden.
Der Beitrag Kirschtörtchen in Kohlblättern erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wieder einmal Käse und Dessert vereint. Die Krönung ist die Champagner-Zabaione. Natürlich kann man auch trockenen Sekt nehmen – aber unter dem besten Anzug trägt man ja auch keine zerrissenen Socken.
Der Beitrag Lauwarmer Reblochon mit Fruchtsauce und Champagner-Zabaione erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Warum alles immer nur “klassisch” zubereiten – hier kommt Rotkohl in einer völlig anderen Variante.
Der Beitrag Rotkohlschaum mit Rotwein erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Das, was so vornehm und komplizert klingt, ist eigentlich sehr einfach. Jeder kann das nachmachen. Bei seinen Gästen kann man mit so einem Gericht nur punkten.
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]]>Ja, so kennt man die Elsässer. Immer etwas Deftiges zur Hand und kross gebratener Speck als Aromageber darf eigentlich nie fehlen.
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]]>Ist es nicht langweilig, sich Jahr für Jahr auf die Spargelzeit zu freuen und dann immer die gleichen Zusammenstellungen zu bekommen? Eine Hollandaise gehört vielleicht dazu, aber bevor man sich Fertigsachen antut, gibt es hier eine Rezept-Alternative.
Der Beitrag Estragon-Hollandaise erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Unsere Bayerische Creme, die ja nun einmal eine Vanillecreme bzw. -Mousse ist, eignet sich hervorragend für diese aufwendig erscheinende, jedoch eher einfach herzustellende Dessert.
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]]>Diese etwas asiatisch anmutende Spargelsuppe ist eine abwechslungsreiche Alternative zur herkömmlichen Spargelcreme-Suppe, die nun ja jeder kennt.
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]]>Spargel hat doch viel mehr zu bieten als immer nur Sauce Hollandaise und Buttersoße. Machen wir uns die Mühe – packen wir ´s an!
Der Beitrag Spargel-Carpaccio erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Immer dann, wenn ´s schnell gehen soll, braucht man eine einfache aber leckere Lösung. Das kann unsere Pasta-Sauce “Knovi-Dip” absolut bieten. Also unbedingt mal schnell ausprobieren.
Der Beitrag Pasta-Sauce “Knovi-Dip” erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wie schon öfter, so waren wir auch zum Jahreswechsel 2001/2002 in Paris. Für uns war das einfach auch ein bisschen Heimat geworden. Das lag natürlich auch daran, dass wir langsam die alten Pariser Viertel für uns entdeckten. Am 01. Januar 2002 ging ich dann morgens sehr früh zum Geldautomaten vor dem Hotel. Zum ersten Mal zog ich das neue Geld – Euro. Ab jetzt würden wir durch Europa tingeln können ohne an jeder Grenze anderes Geld zu benötigen. Unsere ersten Euros gaben wir dann sehr stilvoll im alten Pariser Edel-Café “Les Deux Magots” aus. Hier, wo alles, was Rang und Namen hatte, schon gesessen hatte, begüßten wir die neue Währung.
In diesem Jahr tourten wir natürlich wieder reichlich durch die Gegend. Es gab einen Wochenendausflug nach Amsterdam, wir fuhren mit Bekannten nach Belgien. In vier Tagen in Chatillon-sur-Loire, unserer Wahlheimat, sahen wir mehr als sonst im gesamten Sommerurlaub. Eine ebensolange Fahrt nach Belgien machte uns mit diversen Abteien bekannt. Am Ende des Jahres aber weilten wir wieder mit unserer kleinen Loulou in Paris. Hier entschlossen wir uns damals dazu, einmal in einem Restaurant mit Einheimischen zusammen zu feiern. Ein festliches Menü und viele nette Menschen machten das zu einem ganz besonderen Erlebnis. Für den Sommer hatten wir uns dann aber wieder Italien ausgesucht. Da wir aber auch endlich wieder nach Frankreich durften, entschlossen wir uns für eine herrliche Strecke. Wir fuhren zunächst nach Südfrankreich, besichtigten Abteien und genossen das wunderbare Essen in der Provence. Danach ging es dann weiter an die Côte d´Azur. Wir hatten uns für die Übernachtung dort ein Hotel der van-der-Valk-Gruppe ausgesucht. Das war für französische Verhältnisse zwar günstig und trotzdem komfortabel, jedoch waren wir hier inmitten holländischer Pauschaltouristen. Es war so manches Mal richtig problematisch, der Bedienung klar zu machen, dass wir gar kein niederländisch verstanden. Dazu kam, dass die angebotenen Speisen dann doch eher wenig an Frankreich erinnerten.
Mit diesem wunderbaren Blick von oben auf Monaco verabschiedeten wir uns aus Frankreich – und das bei strahlendem Sonnenschein, der uns nach Italien begleiten sollte. Fast drei Tage hatten wir Dauerregen in Südfrankreich – das geht gar nicht. Jetzt aber ging es in das Hotel Vanucci in der Nähe von Perrugia.
Wer aber glaubte, daß der Dauerregen und die holländischen Pauschaltouristen schon alle Katastrophen dieses Urlaubes waren, der irrte. Der sagenumwobene “Super-GAU” sollte an diesem Tag in Italien eintreten. – Gut das wir davon vorher noch nichts wussten!
Kurz vor der italienischen Grenze machten wir noch einmal Halt auf einem Parkplatz hoch über Monaco, wo wir das Mittelmeer in den schönsten Farben im Glanz der Sonne bewundern konnten. In Höhe von San Remo machten wir Rast und tranken den ersten italienischen Cappuccino auf der Terrasse eines Lokals, wobei wir fast in der Sonne schmolzen. Wir genossen das Wetter aber und fuhren gut gelaunt weiter.
Aber schon in Genua holten wir die von Frankreich abgezogene Gewitterfront ein. Es donnerte und regnete, was das Zeug hielt. In Höhe von Carrara jedoch zeigte sich dann wieder das schönste Sommerwetter und der blaue Himmel Italiens. Bei weit über 30°C durchquerten wir die Toscana. Wir waren schon in bester Urlaubsstimmung, als kurz hinter Florenz wieder ein Gewitter aufzog und es Bindfäden regnete. Irgendwann hatten wir dann Citta de la Pieve erreicht und – konnten das Hotel nicht finden. Nach langem Suchen schien dann aber alles gut zu werden. Was dann aber geschah, möchte ich Niemandem vorenthalten.
Bei der Buchung hätte mir auffallen müssen, daß der Preis zu gering für ein gutes Hotel war. Dennoch war ich über dieses angebliche Schnäppchen zunächst reichlich erfreut. Als wir nach fast einstündigem Suchen und völliger Verzweiflung mit Hilfe eines Tankwartes endlich das Hotel gefunden hatten, sah es tatsächlich von außen fast aus wie im Internet. Auch die Empfangshalle konnte sich sehen lassen. Eine Dame mittleren Alters empfing uns an der Rezeption. Dann aber der erste Schock: Auf die Frage, ob sie englisch spräche (schließlich war das im Internet angekündigt) kam die Antwort in gebrochenem, mit starkem italienischen Akzent gesprochenem Englisch: “Not very well!”. Wenn jemand gefragt würde, ob er deutsch spräche und er darauf antwortete: “Das ist alles!”, dann wäre das das Gleiche gewesen. Die Dame, die die Chefin zu sein schien, gab sich aber alle Mühe, half uns dann sogar, unser Gepäck auf das Zimmer zu bringen. Als wir dann zum ersten Mal einen Bereich des Hotels betraten, der nicht im Internet zu sehen war, nämlich den ersten Stock, fiel uns der Kinnladen bereits bis an den Anschlag herunter. Wir hätten dabei aber etwas Spielraum ür die weiteren Überraschungen lassen sollen. Die Dame führte uns bis in den dritten Stock und brachte uns dort in einen langen, schmucklosen, schlecht gelüftet riechenden Gang, wobei sie uns zwei Zimmer zeigte, von denen wir uns eines aussuchen durften. Spätestens jetzt mussten wir unseren erstaunten Mund schließen, da sonst wohl der Kieferknochen ausgehakt wäre. Ein absolut geschmackloses, mehr als einfach eingerichtetes Zimmer mit zwei freistehenden Betten, deren Matratzen völlig deformiert waren. Die Matratzen mussten wir später umdrehen, um nicht aus den übermäßig hohen Betten zu fallen. Über dem Fernseher stand ein alter völlig verstaubter Ventilator, dessen Inbetriebnahme mit einem Kurzschluß enden dürfte. Das Badezimmer war relativ groß, die Dusche mit einem Abfluß und einer Mulde im Fußboden, war mitten im Badezimmer untergebracht. Wenn man sich die Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts ( Fernseher, Dusche und Plastik-Ventilator) wegdachte, hatte man eine Vorstellung, wie das Zimmer Vincent van Goghs in der Irrenanstalt von St. Remy de Provence ausgesehen haben musste.
Das ist das nachgebildete van-Gogh-Zimmer in St. Remy
Umbrien war wirklich schön. Ruhig sollte es hier sein und vor Kultur nur so wimmeln. Aber es war hier auch eine erdbebengefährdete Gegend. Gerade einmal 5 Jahre war es her, dass hier ein verheerendes Erdbeben viele Kulturgüter zerstört hatte, die die Grundlage des Tourismus sind, der hier die Haupteinnahmequelle ist. Man hatte alles inm Akkordzeit wieder hergestellt. Und wir freuten uns natürlich auf Asissi, Perugia und all diese wunderbaren Städte.
Wir begannen damit, das Hotel schön zu reden. Wir hätten dazu ehrlicherweise aber eimerweise hochprozentigen Alkohol gebraucht. Nach einer kurzen Relax-Phase wollten wir dann ins Restaurant zum Essen gehen. Wie immer in Italien wollten wir Loulou auf dem Zimmer lassen. Loulou jedoch verkroch sich in eine Ecke und schaute mich mit großen Augen an, als ob sie mir sagen wollte: “Bitte lasst mich hier nicht alleine zurück! – Sonst bin ich tot, wenn ihr wiederkommt.” Also nahmen wir sie mit ins Restaurant, was auch erlaubt war und uns ein bisschen positiver stimmte. Dann erschien die Bedienung, vermutlich ein Azubi. Die junge Dame sprach fast so gut englisch wie ich chinesisch. Trotzdem gelang es uns, einen Grillteller und Pasta sowie eine große Karaffe Rotwein zu bestellen. Hätte ich gewusst, dass sie koreanischi spricht, wäre sicher alles einfacher gewesen. Sie hatte uns nicht darauf hingewiesen, dass wir uns auch am Antipasti-Buffet bedienen durften, so ließen wir es dann auch. Die Pasta war gut – aber Nudeln hätte ich auch kochen können. Der Wein erfüllte uns mit Schrecken: allerbilligster Lambrusco! Der Grillteller bestand aus einem verknorpelten Rippchen, einer aufgeplatzten Wurst und einem dicken Stück Speck. Wir versuchten uns nochmals einzureden, dass alles halb so schlimm sei und wir ja schließlich nur zum Schlafen im Hotel wären. Nach dem Essen wurde uns weder ein Dessert noch ein Kaffee angeboten. Also machten wir uns schnell aus dem Staub und spazierten in die Stadt, deren Größe etwa der Hälfte des Chikagoer Zentralfriedhofs entsprach, deren Atmosphäre allerdings als doppelt so tot zu beschreiben war. Den Schlußpunkt setzte Loulou mit einem großen Haufen mitten auf die Hauptstraße – aber keine Angst: wir waren hier ja alleine!
Aus dem geplanten, ersten Abend in Italien, der natürlich romantisch wie in Venedig werden sollte, wurde ein Abend mit einer Atmosphäre wie am Tag nach der Explosion des Klärwerks in Wanne-Eickel. Um wenigstens in Ruhe einschlafen zu können, redeten wir uns ein, das Essen wäre passabel gewesen. So kam es dann in meinem Notizbuch zum Eintrag “Essen o.k.”. Der Eintrag “3.-klassig” wäre 24 Stunden später wohl eher als “unterste Schublade” in das Notizbuch geraten.
Unter den Klängen viertklassiger – aber lauter – Discomusik, die immerhin live gespielt war und nebenan veranstaltet wurde, versuchten wir diese erste Nacht in Italien hinter uns zu bringen. – Und siehe da: schon gegen halb vier Uhr morgens verstummte die Musik und wir konnten noch einige Stunden schlafen, ohne aber vergessen zu dürfen, uns am Bett festzuhalten.
Als wir aufwachten, konnten wir es gar nicht glauben: Wir hatten nicht geträumt, wir waren immer noch im Hotel Vannucci. Der Blick aus dem Fenster bescherte mir eine schöne Aussicht auf die Hügel Umbriens im Regen. Positiv eingestimmt ging ich ins Badezimmer und duschte mich. Als ich hinter der Abtrennung hervor kam, traute ich meinen Augen nicht: das Badezimmer stand etwa 5 cm unter Wasser. Laut fluchend begann ich meine Morgengymnastik, die heute einmal das Aufwischen des Badezimmers beinhaltete. Natürlich war Agnes meine doch etwas ungewöhnliche Betätigung aufgefallen. Aber erst als sie ins Bad schaute, merkte sie, dass auch sie im Wasser stand. Dieses hatte sich nämlich längst einen Weg ins Schlafzimmer gebahnt.
Nachdem wir alles trockengelegt hatten, gingen wir zum Frühstück. Ein überaus angenehmer Frühstücksraum erwartete uns: dunkle Ecken, eine ohrenbetäubend lärmende Kaffeemaschine, eine schlampige ältere Dame, die wohl irgendwie zum Personalstab des Hotels gehörte, ein kaffeeschlürfender älterer Herr am Nachbartisch sowie auf einem Bistrotisch in der Mitte des Raumes etwas Marmelade und vier Scheiben Zwieback (vermutlich das Frühstücksbuffet). Als wir unseren Kaffee bestellt hatten, fragte man uns, ob wir womöglich auch noch Brot, Schinken und Käse haben wollten. Da wir das bejahten, brachte man uns einige Scheiben Käse und Kochschinken, Butter und reichlich vertrocknetes (reichlich im Sinne von extrem!) Tjabatta-Brot. Spätestens jetzt fiel in unseren Köpfen eine gleichlautende Entscheidung, wie wir später im Zimmer feststellten:
Unsere Entscheidung war also gefallen: Wir würden einen Urlaubstag opfern, um einen schönen Resturlaub zu haben. Wir nahmen uns vor, uns zunächst nach einem neuen Quartier umzuschauen, um dann in Citta de la Pieve unsere Sachen zu packen. Wir machten eine sehr schöne Rundtour. Nach Chianciano Terme, Chiusi, Montepulciano und dem Trasimenischen See kamen wir dann auf die Idee, nach Orvieto zu fahren, welches nur etwa 50 km entfernt direkt an der Autobahn nach Rom lag. Als wir in Orvieto abfuhren, fielen uns sofort drei Hotels ins Auge, die zwar eine gute Lage, aber sonst wohl nichts zu bieten hatten. Orvieto an sich schien aber ein guter Standort zu sein. Plötzlich fiel mir ein Hinweisschild zu einem Hotel mit 3 Sternen auf. Das Hotel “Oasi dei discepoli” warb um Gäste. Wir fuhren diesem Schild nach und erreichten einen Ortsteil von Orvieto mit Namen “Sferracavallo”. Dem Hinweisschild folgend standen wir plötzlich vor einem zerfallenen Gebäude, welches aber zu Glück nicht zum Hotel gehörte. Die piniengesäumte Auffahrt zum Hotel lag nur direkt daneben.
Es waren kaum Autos hier, trotzdem wagte ich, einzutreten. Es schien eine andere Welt zu sein. Polierter Marmor auf dem Fußboden, rote Ledersofas und -sessel und eine Buchenholz-Rezeption mit einer Hotelbar. Der Portier, der offenbar auch der Hoteldirektor war, konnte mir sofort ein Zimmer für sieben Tage zusagen. Ich nahm an und war dann auch noch sehr angenehm über den Preis überrascht. Wir konnten gar nicht glauben, das wir wirklich das Glück gehabt hatten. Jetzt aber hieß es: “Zurück ins Grauen!”. Kurz vor Citta de la Pieve machten wir einen kleinen Stop an einem Supermarkt und “feierten” unseren Erfolg auf dem Parkplatz, in dem wir auf dem Rasen an der Seite ein kleines Picknick machten. Danach verfinsterten sich unsere Mienen und wir teilten der Dame an der Rezeption des Hotels Vannucci mit: “Ritorno – Germania – subito!” Das war natürlich alles andere als Italienisch – aber immer noch um Längen besser als ihr eigenes Englisch. – Und verstanden hat sie es auch. Gleichwohl hatte sie einiges Mitleid mit uns und sagte uns, dass es kein Problem sei, dass wir schon jetzt wieder abreisten. In nur 15 Minuten hatten wir das gesamte Gepäck wieder verstaut, drei Stockwerke nach unten und noch einmal 15 Meter Treppe bis zum Parkplatz gebracht. Das war bei über 30°C und drückender Schwüle eine wohl nennenswerte Leistung. Bevor wir zahlten, wagte ich dann, den Plastikventilator zu betätigen und mich etwas abzukühlen. Die mit einem deutlich hörbaren “PFFFT” austretende Staubwolke klebte nun an meinem verschwitzten Gesicht und dem durchgeschwitzten T-Shirt. An der Rezeption teilte man uns mit, dass man, da es schon Nachmittag war, uns die nächste Nacht mitberechnen müsse. In Anbetracht der Tatsache, dass ich bereit gewesen wäre, 500 Euro zu zahlen, eine Lächerlichkeit. Also zahlten wir, man wünschte uns alles Gute und ab ging ´s nach Orvieto. Das Hotel Vannucci in Citta de la Pieve ist wohl in den folgenden Jahren in andere Hände geraten. Heute ist es ein 4-Sterne-Hotel mit offensichtlich hervorragender Küche. Die Bewertungen im Netz bestätigen das eigentlich. Hier ist der Internetauftritt des Hotels von heute.
Wir kamen in dem Hotel an, in dem wir unsere schönsten Urlaubstage verbringen sollten. Es sah hier nicht nur auf dem Flyer so aus. An der Rezeption begrüßte man uns überschwenglich und bot uns sogleich an, uns für den Abend einen Platz im Restaurant zur reservieren. Wir nahmen dankend an. Als wir gegen 20.00 Uhr hinunter gingen, warteten bereits der Restaurant-Chef und zwei Kellner auf uns. Sehr schnell wurde klar, dass wir an diesem Abend die einzigen Gäste sein würden. Wir ließen uns alles empfehlen und man verwöhnte uns mit einer riesigen Auswahl an Antipasti, Pasta mit Trüffel sowie Rinderfilet mit Trüffeln. Dazu gab es einen ausgezeichneten Rotwein. Ein Kaffee rundete den Abend ab. Nach dem Essen gingen wir noch einen Moment mit Loulou nach draußen und setzten uns auf die Bank der Terrasse, da wir glaubten, uns nicht auf die Stühle setzen zu düfen. Es tat sich ein herrlicher Blick auf das historische Orvieto auf dem Tuffsteinfelsen auf. In den nächsten Tagen sollten wir diesen Blick jeden Abend genießen können. Als wir etwas später in unser Zimmer gingen, um zu schlafen, konnten wir immer noch nicht glauben, wo wir hingeraten waren. Ein leiser Verdacht, an diesem Tag vielleicht tödlich verunglückt zu sein kam auf, jedoch hatten wir ja mit zu Hause telefoniert. Das Hotel musste also Wirklichkeit sein.
Beim Einschlafen hatten wir das grauenvolle Hotel Vannucci bereits verdaut und freuten uns auf einen schönen Aufenthalt in Orvieto und Umgebung.
Mit diesem Hotel in Orvieto passierte allerdings in den Folgejahren genau das Gegenteil vom Horrorhotel in Citta de la Pieve. Es kam herunter und ist laut Bewertungen heute ein renovierungsbedürftiges Haus. Wir selbst mussten das im Folgejahr schon erleben, als wir für nur 3 Tage dort übernachteten. Anderes Personal, schlechtes Essen aus der Mikrowelle und ein Frühstück, das mehr als zu wünschen übrig ließ. Es hat natürlich immer noch einen Internetauftritt. Hier findet man das Hotel so vor, wie wir es in diesem Jahr kennenlernten. Es war etwas Besonderes, hier zu sein. Auch wenn sich nur wenige Gäste hier einfanden, gehörten wir in dieser einen Woche hier einfach dazu. Der Restaurantleiter verliebte sich regelrecht in Loulou und ermahnte uns stets, etwas vom Essen übrig zu lassen, das er dann liebevoll für Loulou auf einem Teller anrichtete und ihr selbst auf der Terrasse servierte, während er für uns auf Kosten des Hauses jede Menge Grappa bereit hielt. Eine Serviette mit seiner Handschrift ist eine letzte Erinnerung:

Ach ja, von Orvieto aus fuhren wir in diesem Jahr noch nach Rom. Und später erlebten wir eine atemberaubende Stadt, die durch ein Erdbeeben von der Umgebung abgeschnitten war und jetzt über eine sehr hohe Füßgängerbrücke erreicht werden konnte. Nur wenig alte Leute lebten noch hier, jedoch diese hielten die Stadt für den Tourismus am Leben.
Civita di Bagnoregio im Latium. Wer mehr über diese beeindruckende Stadt wissen möchte, der kann einfach hier klicken.
Hoch über dem Lago di Bolsena, einem Vulkansee, genossen wir die Aussicht. Noch am gleichen Tag entdeckten wir an eben diesem See eine wunderbare ruhige Stelle zum Baden. Auch unsere kleine Loulou, die mittlerweile Herzprobleme hatte und jeden Tag Tabletten nehmen musste, verliebte sich in diesen See, in dem sie, wasserscheu wie sie sonst war, sogar sehr gerne badete.
Natürlich wurden wir in dieser Zeit sehr oft gefragt, warum wir so oft unterwegs waren. Man unterstellte uns sogar Reichtum. Nun, reich waren wir nie. Nur unser gemeinsames Hobby war das Reisen, so wie andere Pferde oder Motorräder unterhalten oder aber zur Jagd gehen. Und dabei kam es uns immer darauf an, ein Land nicht nur zu sehen, sondern es auch zu schmecken. Da waren wir natürlich in Italien absolut richtig. Mit all diesen Erfahrungen entstand dann Jahre später auch unser “Nudelsalat á la Gourmet Flamand“, ein Salat, wie man ihn auch in Italien machen würde.

Über meine Arbeit habe ich eigentlich bisher so gut wie gar nicht gesprochen und ich möchte das auch nicht vertiefen. Ich hatte mir einen ganz ordentlichen Kundenstamm aufgebaut und in diesen Jahren ging es uns auch nicht schlecht. Doch auch im Versicherungsgschäft gibt es einen Einbruch. So war mein Kundenbestand mittlerweile für mich alleine zu groß, um jemanden einzustellen jedoch zu klein. Früher halfen die Gesellschaften dann beim Übergang zu einem größeren Bestand, heute sagt man sich, wir müssen den bisherigen Mitarbeiter los werden, um dann die vorhandenen Kunden aufzuteilen, damit zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden können. Die sollten möglichst jung und dynamisch sein, damit auch sie eines Tages in meine damalige Situation kommen. Dann wird wieder geteilt – jetzt hat man ja vier Teile! So geht Betriebswirtschaft bei Versicherungsgesellschaften. Ich war jetzt einfach dran. Agnes half, wo sie konnte. Fünf Jahre lang fuhr sie – und natürlich auch unsere kleine Loulou – mit ins Büro nach Leer. Einer maroden Bude, die im Winter nicht warm zu bekommen war und im Sommer einige Kunden dazu brachte, uns vorzuwerfen, es wäre zu heiß und für Kunden so nicht zumutbar. Nun ja, diese Kunden hätten mal den ganzen Tag hier sitzen sollen. In meinem Kopf brodelte es, weil ich mit dem Gedanken spielte, aus diesem kläglichen Beruf heraus zu kommen. Leider viel mir nichts ein, was uns die gleiche Einnahme bringen könnte. So begann ich mehr und mehr mich manchmal auch noch spät Abends nach getaner Arbeit an den Herd zu stellen und zu kochen, um mich zu entspannen. Dabei entstanden dann natürlich auch Rezepte und irgendwann würde es dann soweit sein, dass das mein Beruf würde.
Kurz vor Weihnachten wussten wir noch nicht, dass wir ein bombastisches Menü am Silvesterabend in Paris bekommen würden. Also kreierte ich wie immer unser Weihnachstmenü. Leider existieren keine Bilder mehr davon, aber alle Rezepte sind noch da.
Ja, weihnachtlich muten diese Gerichte nicht unbedingt an. Das ist auch nicht wichtig, denn es kommt auf die festliche Atmosphäre an. So passen Vorgericht und Pasta sowie das Dessert absolut auch in den Sommer. Das Hauptgericht jedoch passt dann eher in den Herbst oder Winter.
Wenige Tage später fanden wir uns wieder in Paris ein. Wie ich schon erwähnte, hatten wir uns dieses Mal spontan entschlossen, in einem Lokal in der Nähe des Hotels zu feiern. Diese Feier war etwas absolut neues für uns – obwohl wir ja wussten, wie die Franzosen feiern konnten. Der Abend lief ohne eine besondere Ordnung ab. Jeder kam wann er wollte und aß wie er wollte. Das Menü war göttlich! Eine Kleiderordnung gab es hier schon gar nicht. Wer wollte kam im Smoking, wer sich eher in normalen Kleidern wohl fühlte kam so. Um 0.00 Uhr rief der Kellner lauthals das neue Jahr aus und jeder umarmte jeden. Man stieß mit dem an, was man gerade hatte – Kaffee oder auch Champagner. Viele waren noch gar nicht mit dem Essen fertig, doch tanzte man zuerst ins neue Jahr. Auch Loulou tanzte mit und die laute Musik schien sie nicht sonderlich zu quälen. Leider mussten wir die Feier früh verlassen, da wir am nächsten Tag früh fahren wollten. Auf unserem Weg zurück zum Hotel wünschte uns jeder, dem wir begegneten ein gutes neues Jahr. Und das Schönste: Es war nicht ein Böller zu hören. Natürlich waren wir müde und schliefen jetzt ins neue Jahr hinein. Die Menükarten konnten wir mitnehmen und haben sie damals eingescannt – leider noch nicht die beste Qualität, aber ich möchte sie hier doch zeigen.
Auf der 1. Seite begrüßt das italienische Restaurant seine Gäste zur Silvesterfeier. An diesem Abend ist man aber alles andere als italienisch – Silvesterabend in Paris geht nur auf die französiche Weise. Der Preis ohne die Getränke war damals pro Person 50,– Euro. Absolut angemessen und für Pariser Verhältnisse doch eher günstig.
Man konnte wählen zwischen drei Vorspeisen. 6 Austern von der Insel Noirmoutier. Diese liegt im Atlantik südlich von der Bretagne. Die Austern von hier gelten als besonders gut. Dann gab es noch die Möglichkeit, die obligatorische Gänseleber zu wählen, die mit einer Portweinsauce serviert wurde. Als dritte Möglichkeit gab es einen Grapefruit-Salat mit roten Crevetten und weiteren Meeresfrüchten angerichtet mit einer “göttlichen Sauce in der Farbe der Morgenröte” – so steht das da und so sah die Sauce auch aus.
Das Hauptgericht stand an, wieder 3 Gerichte zur Auswahl:
Zunächst gab es einen Teller mit Käse, dann wählte man zwischen zwei Desserts:
Und zum Abschluss der obligatorische Espresso. (Den bekommt man, wenn man in Frankreich Café bestellt)
Ein wieder einmal aufregendes Jahr lag hinter uns, aber natürlich auch vor uns. Beruflich war ich so unzufrieden wie noch nie zuvor und gesundheitlich ging es uns beiden, aber vor allen Dingen Agnes nicht so gut. Der dauernde Streß im Beruf hatte uns beide mürbe gemacht. Etwas Neues sollte bald beginnen. Das aber auch das nicht das Richtige war, würde sich erst nach 10 weiteren Jahren herausstellen.
Wie ich ja bereits angedeutet hatte, führte ich seit 1999 eine Art Reisetagebuch. Eines dieser jährlichen Bücher beendete ich mit einem Zitat, das noch heute für sich spricht, weil es unseren damaligen Gesundheitszustand doch so sehr widerspiegelte. Das Foto habe ich in der Nähe von Arles in Südfrankreich selbst aufgenommen und lediglich am PC verändert.
Das war das 10. Kapitel unser Lebensstory. Damit unsere Leser auch wissen, warum wir eine so lange Pause gemacht haben, hier noch einmal die Links zu unseren Events der letzten Wochen mit Bildern und Rezepten:
In zwei Wochen geht es weiter – mit gravierenden Änderungen in unserem Leben, mit einer weiteren Reise durch Italien und natürlich mit Rezepten.
Ach ja – und wer unsere kleine Geschichte mag, der darf uns natürlich gerne wieder eine Tasse Kaffe spenden. Einfach auf den Link drücken. Die Summe ist egal – wir nehmen 1 Euro genauso wie eine Million – und keine Angst, wir versteuern alles ordnungsgemäß.
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]]>Espresso als Dessert? Klar! Aber warum nicht mal in dieser Variante.
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]]>Wem das bekannt vorkommt, nun ja, es ist eine Variante der Carbonade Flamand, die allerdings etwas deftiger und ohne Süße wie beim Originall zubereitet wird.
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]]>Zu diesem “Mini-Rezept” gibt es nicht viel zu sagen, nur das: so einfach, so schnell, so lecker!
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]]>Eigentlich ist diese leckere Variante der Kartoffel als Beilage zu deftigen Gerichten gedacht. Aber warum nicht auch als Hauptgericht. Man sollte das einfach ausprobieren. Übrigens: man kann natürlich diese rein vegetarische Variation auch mit kross gebratenen Speckwürfeln im Teig verfeinern.
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]]>Um es gleich vorweg zu nehmen. Dieses Gericht zählt nicht zu den günstigsten, jedoch sollte man es sich einmal gönnen. Das, was Steinpilze können, können Champignons leider nicht. Und was die Trüffel angeht, dafür gibt es keine Alternative.
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]]>Warum nur immer mit Tomaten? Als leckere warme Vorspeise eignet sich der gute alte Mozzarella auch, aber unbedingt einen guten nehmen, denn er sollte schon Geschmack haben.
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]]>Das Wort Paella hat seinen Ursprung im lateinischen Wort “Patella”, was soviel wie Platte oder flache Schüssel aus Metall bedeutet. Die Valencianer, in deren Region diese Pfanne das Nationalgericht ist, adoptierten das Wort Paella sowohl für die Pfanne als auch für das Gericht. Diese Spezialität der spanischen Ostküste hat längst seinen Siegeszug durch das ganze Land und darüberhinaus angetreten. Nur immer noch macht man in der Region um Valencia die besten Paellas. Diesen Paellas ist unser Rezept nachempfunden, das am besten an lauen Sommerabenden draußen zubereitet und auch draußen serviert schmeckt. Dazu passt ein kühler Weißwein oder auch Rosé.
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]]>Dieses leichte Gericht passt wunderbar in den Sommer. Leider hat man in Deutschland noch nicht verstanden, dass die alte Regel “Kein Fisch in Monaten ohne “R” ” aus einer Zeit stammt, in der man keine Kühlungsmögichkeiten hatte. Schaut man heute in die Küchen, wird man zwangsläufig einem Kühlschrank begegnen. In anderen Ländern rund um uns herum, wusste man das schon und hinter der nur wenige Kilometer entfernten Grenze zu den Niederlanden kann man das ganze Jahr über hervorragende Miesmuscheln und natürlich auch andere Meeresfrüchte bekommen. Dann steht diesem Sommer-Highlight nichts mehr im Wege.
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]]>Oh, wie hatten wir uns auf unsere Reisen an Ostern und im Sommer nach Belgien und Frankreich gefreut. Dann aber brach die Maul- und Klauenseuche in Nordeuropa aus. Es gab strenge Beschränkungen bei Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln und natürlich auch bei der Mitnahme von Haustieren. So entschlossen wir uns, Ostern statt nach Belgien und Frankreich nach Schwerin zu fahren. So kam es dann auch, dass wir Ostern im Schnee verbrachten, während in der Normandie fast 20°C herrschten. Das taten wir natürlich gerne für unsere kleine Loulou, die bei uns sein sollte und wollte.
Obwohl seit der Wende schon mehr als 10 Jahre vergangen waren, war in Mecklenburg-Vorpommern doch noch immer so einiges anders. Leider hatte das auch zur Folge, dass es hier nicht unbedingt lukullische Höhepunkte zu vermelden gab. Wir fuhren eine Menge herum und besichtigten z. B. das Schliemann-Haus oder auch das Schloß in Ludwigslust. Das Kfz-Kennzeichen von Ludwigslust haben wir gut in Erinnerung behalten – LWL. Gerade hier waren ganz oft illegale Autorennen zu verzeichnen. In der Nacht zum Ostersonntag hatte man nicht nur eine ganze Reihe dieser Herrschaften dingfest gemacht, sondern die Herrschaften hatten auch so etliche Blechschäden verursacht. Das war dann wohl Ludwigs Lust auf ´s autofahren.
Nur wenige Monate später wollten wir dann aber doch nach Frankreich fahren, um dort im Sommer durch die Lande zu kreuzen. – Pustekuchen! Die Seuchenbestimmungen bestanden immer noch. Wir hätten Loulou zwar mit nach Frankreich nehmen können, jedoch bei Verlassen des Landes hätte sie vier Wochen Quarantäne vor sich gehabt. Da wären wir lieber zu Hause geblieben. Dann aber stellten wir fest, dass die Bestimmungen auf Grund der sommerlichen Temperaturen in Italien nicht so streng waren. Die Viren halten sich wohl bei höheren Temperaturen nicht. Ich machte mich sogleich ans Werk und suchte und buchte Hotels auf einer von uns festgelegten Route in Italien.
Als erste Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Venedig, genau genommen allerdings Mestre, denn Venedig war unbezahlbar, wählten wir Kochel am See aus. Fast 20 Jahre vorher hatten Agnes und ich hier unseren ersten längeren Urlaub gemacht. Damit wir am Abend dort noch etwas Zeit hatten, wollten wir gegen 4.00 Uhr morgens starten. Doch wir mussten uns viele Sorgen um unsere kleine Loulou machen. Ihr ging es nicht gut, sie musste sich ständig übergeben. Sie war die ganze Nacht unruhig. Erst viel später erfuhren wir, dass die Kleine einfach nur Reisefieber hatte, das verflog, wenn wir unterwegs waren. Tatsächlich besserte sich ihr Zustand auf der Fahrt nach Kochel. Da wir mitten in der Woche fuhren, war unterwegs nicht viel los. Wir ließen uns aber Zeit und kamen gegen Abend dort an. Kochel liegt in Oberbayern, nur etwa 60km hinter München auf gleicher Höhe mit Garmisch-Patenkirchen. Man war hier die Zeit stehen geblieben! Wir hatten trotzdem einen tollen Aufenthalt und aßen typisch bayerisch. Das Dessert aber war eher österreichisch angehaucht: Marillenknödel in Vanillesauce.
Der nächste Morgen weckte uns mit herrlichstem Wetter. Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf in das Abenteuer Italien. Unser Weg führte uns über die Brenner-Autobahn. Es gab damals noch Grenzkontrollen. Das letzte Jahr mit italienischer Lire war angebrochen. Diese Währung war echt gewöhnungsbedürftig. 10tausender-Scheine hatten wir sogar dabei. Und dann die Brenner-Autobahn. Was für eine gigantische Meisterleistung, diese Straße zu bauen.

Um die Mittagszeit passierten wir Bozen. Da alle Autobahnraststätten völlig überfüllt waren, fuhren wir in die Stadt hinein. Eine wirklich tolle Stadt, in der fast nur deutsch gesprochen wurde. Nun ja, für die Italiener im Süden ist das hier ja ohnehin nicht Italien. Wir aßen zum ersten Mal in Italien und zwar eine Bruschetta. Die konnten das wohl mit dem Essen. Als wir vierzehn Tage später wieder nach Hause fuhren war für uns auch klar, die Italiener hatten eigentlch das Essen erfunden.
Auch unsere kleine Loulou war jetzt sehr entspannt!
Die die italienische Hitze war natürlich auf der Fahrt nach Mestre deutlich zu spüren. Die Sonne schien vom azurblauen Himmel und nur ein Stau vor der Autobahnausfahrt in Mestre hielt uns auf. Dann waren wir schnell im Hotel. Direkt vor dem Hotel war eine Bushaltestelle, von wo aus der Bus nach Venedig abfuhr. Für relativ wenig Geld besorgten wir uns dann eine Tageskarte, die auch für die Linienboote in Venedig, die Vaporetti gültig waren. Nach einem wunderbaren ersten Abendessen in Italien, selbstverständlich mit Pasta, ging es am nächsten Morgen nach Venedig. Es war dann Zufall, dass wir das Vaporetto erwischten, das uns vom Meer her in Richtung San Marco fuhr, so, wie es im Reiseführer vorgeschlagen war. Das war schon ein Traum.
Venedig war natürlich ein Traum – auch für unsere kleine Loulou. War doch toll, auf dem Markusplatz Tauben zu jagen. Klar, dass wir genau hier auch einen 10-Mark-Capuccino tranken. Muss man erlebt haben. Aber man sollte sich immer auf die Seite setzen, wo die Bands nicht spielen. Für die zahlt man nämlich noch einmal extra. Weil alles so schön war, fuhren wir am Abend noch einmal zurück nach Venedig. Jetzt war es hier einfach ruhig. Die Tagestouristen waren nicht mehr da. Dann gab es auch noch Gewitter und wir konnten feststellen, dass Venedig bei jedem Wetter schön ist. Dann suchten wir ein Restaurant aus. Der Zufall wollte es, dass wir im ältesten Restaurant Venedigs landeten. Ein tolles Menü mit Sepia (Tintenfisch) machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.Ein einfaches Rezept für Tintenfische gibt es hier. Ja, es gibt andere Möglichkeiten als das Frittieren.
Ach ja, dann war da noch der Tipp mit dem Gondel fahren. Die Gondel gehört natürlich zu Venedig und mein Lieblingsmotiv sind und bleiben die Gondeln vor dem Markusplatz.

Natürlich sieht das noch besser aus, wenn die so schön vor sich hin schaukeln. Eine Gondelfahrt aber war und ist nie etwas für unsere Gehaltsklasse gewesen. Trotzdem, nachdem wir all diese Klischees von Venedig schon so wunderbar erlebt hatten, sollte der Höhepunkt natürlich eine abendliche Gondelfahrt sein. An der Rialto-Brücke suchten wir uns eine Gondel aus. Der Gondoliere bat aus höflich ins Boot. ABER HALT! In letzter Sekund fiel mir ein, was ich schon so oft gehört und gelesen hatte. Erst nach dem Preis fragen. Stolz teilte er mir in fließendem Englisch mit: 300.000,– Lire . Uns entglitten die Gesichtszüge. Umgerechnet waren das damals etwa 300,– DM. Dann erkärte er uns, dass das die große Tour von ca. 50 Minuten wäre. Man würde durch die kleinen Kanäle fahren (was natürlich ausgesprochen interessant gewesen wäre – aus dem stinkenden Wasser heraus hohe Hauswände zu betrachten) und man würde Geburts-, Sterbe- und Aufenthaltshäuser berühmter Personen sehen. (Auch das dürfte von außen unheimlich interessant sein). Als ich ihm bedeutete, dass das zu teuer war, bot er uns eine kleinere Tour von 20 Minuten für 150.000 Lire an. Das befanden wir auch noch zu teuer. Als wir dann weggehen wollten, hielt uns sein Kollege auf, der uns noch einmal alles genau erklärte und uns dann eine noch kleinere Tour für 120.00 Lire anbot. Wir waren vollständig begeistert und lehnten auch jetzt dankend ab. Auf die Frage, ob dann 10 Minuten gefahren würden, lachte er nur un versprach auch 20 Minuten. Was also sollte wohl der Unterschied sein? Wir haben und wir werden es nie erfahren, da wir es vorzogen, ein weiteres Mal mit einem der Vaporetti durch den Canale Grande zum Busbahnhof zu fahren. Wohlwissend, eine Dummheit gelassen zu haben, indem wir auf die Gondelfahrt verzichteten, genossen wir die Rückfahrt und nahmen in der untergehenden Sonne auf dem Canale Grande Abschied von dieser einmaligen, wunderschönen Stadt, die jetzt keinen weißen Fleck mehr auf unserer Reiselandkarte darstellte und die wir sicher einmal wieder besuchen würden. Der Verzicht auf die Gondelfahrt hatte uns dazu gebracht, nicht enttäuscht wegzufahren und die Stadt in wunderbarer Erinnerung zu behalten.

Wir waren in diesem Urlaub so lange unterwegs wie seit 1985 nicht mehr und genossen Italien in vollen Zügen. Jeden Tag Sonnenschein, Hitze und Leckereien, die wir noch nicht kannten. Eine davon war Porchetta. In Italien hat die eine enorme Größe, ist schon fast ein ganzes gefülltes Schwein. Aber es gibt auch eine Mini-Version für zuhause. Das Foto mit Agnes und Loulou entstand übrigens am südlichen Gardasee. Das war unsere letzte Station im nördlichen Italien. Dann ging es nach Maranello, der Ferrari-Stadt und in die Toskana.
Auf dem Weg in die Toskana darf man als Ferrari-Fan natürlich nicht an Maranello vorbeifahren. Wir besichtigten die Galleria Ferrari, das Ferrari-Museum. Dort war auch das Formel-1-Auto zu besichtigen, mit dem im Jahr zuvor Michael Schumacher Weltmeister geworden war. Es gab sogar einen Fan, der mit zwei Krücken in das Museum humpelte, diese Krücken vor dem Auto fallen ließ und vor ihm in die Knie ging. Die Faszination Ferrari war hier allgegenwärtig. Mit viel Glück konnten wir dann noch auf der Teststrecke Rubens Barrichello mit einem damals noch sehr lauten F1-Wagen trainieren sehen.
Das war einfach unser Urlaub – Sonne, Wärme, leckeres Essen, guter Wein und “Kultur bis zum Anschlag”. Wir waren Loulou unendlich dankbar dafür, dass sie letztlich dafür gesorgt hatte, dass wir hierher kamen. Wir sahen die Arena von Verona, den Balkon von Romeo und Julia, deren Denkmal sogar offiziell unsittlich berührt werden durfte, wir sahen Städte wie Lucca mit dem Pinocchio-Park, Pisa, Siena, Florenz, aber auch Naturschönheiten und ein Schwert, das irgendwann einmal jemand in einen Felsen gehauen hatte. Eine besondere Leckerei aus dieser Zeit nahmen wir mit nach Hause, nämlich die Spargel-Tarte, die wir auch schon unseren Gästen auf einem Event servieren durften. Mit unsagbar vielen Eindrücken fuhren wir 16 Tage nach unserer Ankunft zurück nach Deutschland. Wir gönnten uns eine Zwischenübernachtung in einem einst sehr bekannten Hotel im Schwarzwald, dem Forellenhof aus der Fernsehserie der 1960er Jahre. Hier schien auch die Zeit stehen geblieben zu sein, dennoch war es ein besonderes Erlebnis, in diesem angestaubt wirkenden Ambiente und dem Charme der 1960er, dieser Zeit in der das Reisen von den Deutschen entdeckt wurde, ein wenig Zeit zu verbringen. Zur Erinnerung an die Serie: Hier klicken
In Memoriam Roger Humphrey. In diesem ersten Jahr im neuen Jahrtausend fuhren wir dann im Herbst noch einmal nach London. Dieses Mal wollten wir unbedingt einmal unsere englischen Freunde in Northampton besuchen. Das ließ sich dann auch leicht organisieren. Mit dem Zug fuhren wir dorthin. Sie erwarteten uns am Bahnhof und wir verbrachten einen wirklich schönen Tag in der Umgebung von Northampton. Wer die Fernsehserie “Der Doktor und das liebe Vieh” schon einmal gesehen hat, dem sei gesagt, genauso sieht das hier aus. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Nach einem wunderbaren Tag mit unseren englischen Freunden fuhren wir zurück nach London, wo wir natürlich noch ein gigantisches Besichtigungsprogramm absolvieren wollten. Vom Charles-Dickens-House bis Nottinghill war alles dabei. Leider haben wir bis heute unsere Freunde nicht mehr persönlich gesehen. Wir schreiben uns zu Weihnachten, das hat für die Engländer eine große Tradition. Roger haben wir damals aber tatsächlich zum letzten Mal gesehen. Er starb 2011 nach einer schweren Krankheit. Danke Roger für die tolle Zeit, die wir miteinander erleben durften, für den Spaß und Deine immerwährende gute Laune!
Unser Freund Roger Humphrey 1947-2011
Das Jahr neigte sich langsam dem Ende zu. Wie schon gesagt, Silvester würden wir in Paris sein. Aber unser Italien-Urlaub wirkte natürlich nachhaltig in Bezug auf unser Weihnachtsmenü. Und das sah in diesem Jahr so aus:
Alle Rezepte finden sich mit einem Klick auf das jeweilige Gericht. Da es sich nicht um typische Weihnachtsgerichte handelt, lassen sie sich auch durchaus jetzt schon mal nachkochen. Einige der Zutaten gibt ´s auch bei Gourmet Flamand.
Das war das 9. Kapitel unser Lebensstory. Jetzt gehen wir in die Sommerpause – nicht um Urlaub zu machen – nein, jetzt stehen 4 große Events bei Gourmet Flamand an:
Ende August geht es dann weiter – mit mehr Rezepten und Bildern von uns und unseren Freunden. Vielen werden wir in den nächsten Wochen bei unseren Veranstaltungen wieder einmal persönlich begegnen. Wir freuen uns drauf.
Ach ja – und wer unsere kleine Geschichte mag, der darf uns natürlich gerne wieder eine Tasse Kaffe spenden. Einfach auf den Link drücken. Die Summe ist egal – wir nehmen 1 Euro genauso wie eine Million – und keine Angst, wir versteuern alles ordnungsgemäß.
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – An den Ufern der Loire IX erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Dieses mediterrane Gericht kommt ursprünglich aus Spanien. Es lässt sich schnell herstellen und ist zusammen mit geröstetem Knoblauchbrot immer wieder ein Hingucker.
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]]>Warum denn nicht einmal Spaghetti für ein Dessert “missbrauchen”. Das Ergebnis wird Sie überraschen.
Der Beitrag Süße Spaghetti mit marinierten Erdbeeren und Zabaione erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Achtung! Das ist ein Gericht, das viel Mut erfordert. Eine Polenta brennt leicht an, daher muss man ständig rühren, was eine Mordsarbeit ist. Und Steinpilze? – Die sind natürlich auch nicht billig und fordern einen daher auf, sie mit viel Liebe zuzubereiten und mit Hingabe zu genießen.
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]]>Was so exotisch klingt, ist ein rustikales italienisches Nudelgericht, das Ravioli ähnelt und etwas Arbeit macht, jedoch ein absoluter Genuss ist. Also keine Angst – einfach ausprobieren.
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]]>Eigentlich ist das hier ein sehr einfaches Rezept und auch noch ein sehr leckerer Nachtisch. Leider sind Marillenknödel bei uns wenig bekannt, weil sie eben “Österreicher” sind. Außerdem klingen “Marillen” irgendwie exotisch. Was sich hinter diesem Geheimnis verbirgt, lüftet unser Rezept.
Der Beitrag Marillenknödel erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Tintenfisch ist bei uns meist nur in Ringen mit viel Bierteig frittiert bekannt. Das ist sehr schade, denn er kann auch in anderer Form zubereitet sehr lecker sein. Hier gibt es eine einfache, aber schmackhafte Variante zum Ausprobieren. Dazu passt eine Mayonnaise mit dem Gourmet Flamand Knovi-Dip
Der Beitrag Tintenfisch mit Knoblauch erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Klar, dass diese Spezialität aus Italien stammt. Grünen Spargel bekommt man in Italien das ganze Jahr über. Mittlerweile auch bei uns. Auch wenn das nicht “regional” ist, man sollte beim Kauf solcher Produkte auch einmal daran denken, dass die Produzenten anderer Länder schließlich auch aus Deutschland, dem Exportweltmeister, exportierte Ware kaufen. Es darf nicht sein, dass wir unsere Autos in Neuseeland vekaufen sollen, aber Kiwis von dort lassen wir liegen, weil sie nicht regional sind. Also ruhig einmal die Grüne Spargeltarte im Sommer oder im Herbst ausprobieren.
Der Beitrag Grüne Spargeltarte erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In Italien arbeitet man bei der Porchetta mit sehr großen Mengen. Eigentlich füllt man ein ganzes Schwein. Eine Miniversion macht diese leckere Spezialität auch für die normale Küche tauglich. Ein wenig Arbeit ist sie, aber es lohnt sich!
Der Beitrag Porchetta erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Der 1. Mai fiel im Jahr 2000 auf einen Montag. Grund genug für uns, unser Ritual wieder zu vollziehen, Freitagsnachmittag von unserem Leeraner Büro aus zu einem Kurztripp zu starten. Während wir bei uns noch relativ schönes Wetter hatten, wurde das mit zunehmender Entfernung schlechter. Wir hatten uns ein Hotel in der Nähe von Antwerpen gebucht. Nach wenigen Stunden Fahrt kamen wir da an. Die Freude auf einen gemütlichen Feierabend-Drink in der Hotelbar war groß, jedoch hatte das Hotel keine Bar. Daher genossen wir an diesem Abend das Essen im Restaurant etwas länger. Wir probierten zum ersten Mal ein Straußensteak. Leider hatten die das hier nicht so gut drauf. Das Steak war relativ zäh. Als wir aus dem Restaurant kamen, das in einem separaten Gebäude untergebracht war, mussten wir durch strömenden Regen über den Platz laufen und befürchteten für die nächsten Tage das Schlimmste wegen des Wetters.
Wie könnte es auch anders sein. Nach einem ausgiebigen Frühstück in aller Frühe, fuhren wir los, um Belgien zu erkunden. Belgien kannten wir bisher nur von der nachts durchgehend beleuchteten Autobahn, wenn wir nach Frankreich fuhren. Hier war Belgien alles andere als schön. Plötzlich entdeckten wir das schöne Belgien. Belgien hatte alles zu bieten – Strand, Berge, Abteien, Schlösser – und natürlich Bier. Für den Abend deckten wir uns mit Bier und Wein ein, denn wir hatten ja keine Hotelbar. Ein paar kleine “Schweinereien” holten wir uns natürlich dazu. Hier nennt man das “Bittergarnitur”. Eigentlich waren das die Bitterballen, kleine, frittierte Fleischbällchen, die zum Bier gereicht werden. Man dehnte das im Laufe der Zeit aus, indem auch kleine Häppchen mit Käse und Wurst sowie eine kleine Frühlingsrolle dazu gereicht wurden. Das “Bitter” im Namen kommt zustande, da ursprünglich diese Ballen, also Bällchen, zum Magenbitter (flämisch: bittertje) gereicht wurden. Ein Rezept gibt es hier natürlich auch.
In diesen wenigen Tagen in Belgien lernten wir Land, Leute, Bier und Spezialitäten kennen. Es gefiel uns dort. Eine Geschichte, die schon viele unserer Kunden bei Verkostungsabenden gehört haben, war der Moment, in dem Agnes das Bier schätzen lernte. Wein war und ist in Belgien sehr teuer. Das liegt hauptsächlich an der hohen Besteuerung. Bei Bier ist das alles viel moderater. So kamen wir eines Tages in die Abtei von Maredsous im westlichen Belgien. Eine Abtei, die wir zunächst nur besichtigen wollten. Dann stellte sich aber heraus, dass die Abtei entgegen denen, die wir bis jetzt gesehen hatten, sehr dunkel war und man nur die Kirche besichtigen konnte. Aber – einen Biergarten hatten die! Also holten wir uns das dunkle Bier in Steinkrügen gezapft und dazu Käsewürfel mit Selleriesalz. Im Garten genossen wir das Bier. Dazu dippte man die Käsewürfel kurz in das Selleriesalz – ein Genuss, den wir bis heute schätzen. Für Agnes war das auch ein Aha-Erlebnis, da sie seither Bier trinkt, natürlich das belgische. Da für uns in Deutschland, speziell in Norddeutschland, Bier nur als Pils (und hier meist nur die “Industriebiere”, die alle gleich schmecken) bekannt zu sein scheint, sagen viele von vorneherein – nein, ich trinke kein Bier. Gemeint ist aber Pils. Die tolle Vielfalt der belgischen Biere führt dann aber meistens dazu, dass man das erkennt und plötzlich doch Bier mag.
Im Juli zog es uns dann wieder nach Frankreich, genau genommen nach Chatillon. Da wir aber unseren Wohnwagen verkauft hatten, entschieden wir uns für ein kleines Hotel in traumhafter Lage. Es war das Hotel direkt neben einem sogenannten Aquädukt, der Kanalbrücke über die Loire in Briare. Niemand geringeres als Gustave Eiffel hatte diese Brücke gebaut. Es ist der Canal Lateral, der durch das Tal der Loire führt, weil die Loire schon lange nicht mehr schiffbar ist. Dieser Kanal läuft nicht nur über diese Brücke, sondern wird auch mit vielen Schleusen über Berge geleitet. An einer Stelle in der Nähe klettert der Kanal mit nicht weniger als sieben Schleusen hintereinander über einen Berg.
Wir besuchten natürlich Jean und Bernadette auf dem Campingplatz und liefen dort auch noch einmal an der Loire entlang. Viele glückliche Stunden hatten wir hier verbracht. Aber wie heißt es so schön: alles hat seine Zeit. Wir dürfen dabei natürlich auch nicht vergessen, dass wir zwischenzeitlich auch einmal ziemlich genervt waren von Günter oder auch den Gruppen, die gerade im CVJM-Camp ihr Unwesen trieben. Da gab es dann auch schon mal mitten in der Nacht einen “Regentanz” um unseren Wohnwagen. Das waren eben weniger schöne Zeiten. Mit Jean und Bernadette jedoch verband uns immer noch eine Art Freundschaft. Wann immer wir hier waren, kamen wir vorbei und Jean rief sofort: “Bonjour! Petite trink?” Klar, ein kleiner Drink, wenn auch alkoholfrei, bei dem wir uns in Halb-und-Halb-Sprache über alte Zeiten unterhielten. Während der Zeit in Briare merkten wir, dass wir immer noch viele weiße Flecken auf der Landkarte hatten, teilweise sogar in direkter Umgebung. Also gab es immer wieder viel zu sehen. Gerne kauften wir uns ein paar nette Leckereien, mit denen wir uns tagsüber selbst versorgten. Am Abend aber wurde im Hotel mit Blick auf die romantische Kanalbrücke aus einer längst vergangenen Zeit gegessen. Schließlich hatten wir Halbpension gebucht. Und beim Essen hielten wir es stets mit unserer Abenteuerlust. Immerhin wussten wir, dass die Franzosen das auch alles essen und nicht daran gestorben sind. Am ersten Abend jedoch gab es etwas, das wir auf der Karte als Kalbskopfsülze identifizierten. War auch wohl so. Tatsächlich schienen die einen Kalbskopf einfach scheibchenweise zerschnitten und mit Sülze gefüllt zu haben. Das war das Schlimmste, was wir je in Frankreich gegessen hatten. Um es vorsichtig zu formulieren, ich musste einmal mit aller Gewalt gegen den Willen meines Magens schlucken, um zu verhindern, dass der das herauswirft, was ich vorher hineingeworfen hatte. Die weiteren Gerichte waren dann wieder normal. Am nächsten Abend entschieden wir uns dann für Schnecken. Nun ja, sicher nicht das Lieblingsgericht der Deutschen. Wir waren hier aber direkt an der Grenze zu Burgund – und die können das. Während wir Deutsche die Schnecken nur im Gehäuse mit viel Kräuterbutter essen und dabei eigentlich nur die Kräuterbutter schmecken, kennen die Franzosen natürlich auch andere Zubereitungsweisen. Wichtig ist, dass man weiß, dass Weinbergschnecken aus einem festen Fleisch, einer Art Muskelfleisch bestehen und nicht weich und glibberig sind. Was man daraus machen kann, zeigt auch mein Rezept dazu.
Eine gigantische Besichtigung war dann auch in diesem Kurzurlaub angesagt. Wir besichtigten die Abtei Fontenay in Burgund, eine der ältesten und besterhaltendsten Abteien der Zisterzienser überhaupt. Die vollständig erhaltene Schmiede aus dem 12. Jahrhundert war quasi die erste industrielle Fertigungsstätte. Mit dieser Besichtigung hatte man in uns die Leidenschaft für Abteien geweckt.

Diese Frankreichfahrt endete damit, dass wir auf der Rücktour noch einmal nach Paris fuhren, um dort unser Hotel, das wir für Silvester gebucht hatten, anzuschauen. Was wir nicht wussten, war, dass an eben diesem Tag die Tour de France ihre letzte Etappe fuhr, die in Paris endete. Vieles war abgesperrt und auf der Champs Èliysée hatten wir eine Weile die Gelegenheit, die Fahrer aus etwa 2 Meter Entfernung vorbeifahren zu sehen. Insgesamt hatten wir ein tolles Jahr. Wir erlebten Belgien und natürlich auch wieder Frankreich. Und genau genommen endete das 20. Jahrhundert ja auch erst am 31.12.2000. Und diesen Tag verbrachten wir in Paris.
Bevor wir aber nach Paris fuhren, eskalierte meine Liebe zum Kochen. In unserem Weihnachtsmenü – übrigens wirklich nur für uns Zwei gekocht, verarbeitete ich bekannte Gerichte, die wir schon auf unseren Reisen kennengelernt hatten und auch neue Gerichte, die wir erst viel später auf unseren Reisen kennenlernen würden. Und das war das Menü im Einzelnen (für ´s Rezept einach drauf klicken):
Das Jahr 2000 beendeten wir dann nur wenige Tage später in unserer Traumstadt Paris.Mit unserer kleinen Loulou erlebten wir diese Stadt in der wunderbaren Jahresendstimmung, die wir so liebten. Überall künstliche Eisflächen, die größte vor dem Pariser Rathaus, die spektakulärste im 5. oder 6. Stock auf dem bekannten Kaufhaus Printemps.Für diese Welt war es das wohl letzte unbekümmerte Silvesterfest. Wir verbrachten es auf dem Champs du Mars vor dem Eiffelturm, der kurz vor 0.00 Uhr, dem Ende des 20. Jahrhunderts komplett verdunkelt wurde und dann die ganze Nacht hindurch mit vielen flackernden Lichter erstrahlte. Loulou verbrachte den Abend alleine im Hotelzimmer – mit einer kleinen Schlaftablette. Wir planten schon für das nächste Jahr. Wir wollten wieder nach Frankreich fahren und endlich wieder zwei Wochen im Sommer durch unser Lieblingsland fahren. Doch dann begann etwas, was wir eigentlich zuerst nicht richtig wahr nahmen. In ganz Europa brach die Maul- und Klauenseuche aus. Sehr lange durften wir mit Loulou nicht nach Holland, Belgien oder Frankreich. Bei der Einreise nach Frankreich hätte es zwar kein Problem gegeben, aber bei der Ausreise hätte sie für 4 Wochen in Quarantäne müssen. So ein Schwachsinn! Statt der geplanten Frankreichfahrt zu Ostern fuhren wir nach Schwerin und statt der geplanten Frankreichfahrt im Sommer entschieden wir uns dann für Italien, auch noch ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Dort wurde die Quarantäneregelung als erstes aufgehoben. Das hatte mit den hohen Temperaturen zu tun, bei der die Maul- und Klauenseuche sich nicht mehr ausbreiten konnte. So also verdankten wir Loulou, für die wir natürlich alles taten, eine Tour, die wir nie wieder vergessen würden, auch weil wir das Glück hatten, eine perfekte Route und die dazugehörigen Hotels ausgesucht zu haben. Die Rezepte, die ich inspiriert vom italienischen Essen zu sammeln begann, funktionieren bis heute. Einige davon haben unsere Gäste auch schon auf den Events probiert. Und einige davon gibt es im nächsten Kapitel.
Im nächsten Kapitel gibt es viel aus Italien, natürlich Rezepte und auch wieder die Rezepte meines kompletten Weihnachtsmenüs. Das 9. Kapitel ist einem Freund aus England gewidmet, der leider nicht mehr unter uns weilt. Nach diesem 9. Kapitel geht unsere Geschichte in eine kleine Sommerpause und erscheint erst wieder Anfang September. Bis dahin beschäftigt uns nämlich der Mega-Sommer bei Gourmet Flamand mit vier großen Events.
Und wie immer: Diese Story ist natürlich kostenlos, wie all die Rezepte, die sie hervor bringt und noch bringen wird. Wem es gefällt, der denkt vielleicht einmal mit einer kleinen Spende in unsere Kaffeekasse an uns. Einfach auf den Button drücken – und keine Angst, wir versteuern das ordnungsgemäß.
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]]>Das zunächst aufwendig erscheinende Rezept erweist sich dann als die perfekte Lösung, den Käsegang und das Dessert zu vereinen.
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]]>Ein Dessert zum Verlieben, wenn man es nicht selbst herstellen müsste. Aber nur Mut! Es erfordert zwar etwas Geschick, die Schwäne herzustellen, doch der Anblick des Desserts und die bewundernden Augen der Gäste entschädigen einen für die Mühe.
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]]>Dieses Gericht eignet sich wirklich zu einem besonderen Anlass. Es besteht aus hochwertigen Zutaten und man sollte sich daher nicht auf Billig-Produkte oder schlechte Alternativen einlassen. Die Schwierigkeit bei diesem Gericht besteht darin, beim Überbacken im Ofen das Schweinefilet rosa zu halten und die Pumpernickel-Masse nicht zu hart werden zu lassen.
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]]>Wie könnte es auch anders sein. Dieses Gericht haben wir aus Belgien mitgebracht. Dort kennt man dieses Gericht vor allen Dingen als Kaninchen auf flämische Art. Aber Hähnchenbrustfilet ersetzt das Kaninchen sehr gut.
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]]>Na klar, ist ´ne Menge Arbeit, aber alles lässt sich gut vorbereiten und das Staunen der Gäste belohnt einen. Vier Länder auf einen Teller bringen, ist schon nicht einfach – aber alle Speisen lassen sich ja auch einzeln präsentieren. Das Foto dieses Rezepts ist aus dem Jahr 2000. Anrichten war damals noch nicht so meine Stärke, Food-Fotos auch nicht, geschmeckt hat es aber trotzdem.
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]]>Leider kennt man hierzulande Weinbergschnecken meist nur in Kräuterbutter ertränkt. Außerdem geht man oft davon aus, dass es sich hier um ekelhafte, glitschige Tiere handelt. Dass alles ander ist und sein kann, das möchte dieses Rezept zeigen.
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]]>Wie oft haben wir alle eigentlich von diesem sagenumwobenen Jahr 2000 geredet. Je weiter es weg war, umso futuristischer hat man es ausgemalt. Es würde nur noch Autos geben, die fliegen, wir Menschen selbst brauchen gar nicht mehr zu arbeiten, Roboter erledigen das für uns. Auf bloßen Zuruf reagieren Computer – kannten wir ja schon vom Raumschiff Enterprise. Und Essen? Nur noch Pillen, warum sich mit mehr aufhalten. Als wir das Jahr 1999 schrieben, wurden diese Mutmaßungen deutlich weniger, denn da wusste man, dass diese radikalen Veränderungen nicht über Nacht kommen konnten. Und was unsere Ernährung angeht, so ist gerade in den Folgejahren eine neue Esskultur entstanden, die sich stets weiterentwickelt.
Unsere letzte Reise in den 90ern führte uns nach London. Für uns bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wir waren eine Woche vor Weihnachten dort und erlebten eine ganz besondere Zeit. Also – London, wir kommen!
Wie ich ja schon geschrieben hatte, nutzten wir zum ersten Mal das Internet, um eine Reise komplett zu buchen und zu planen. Die Reise nach London war außerdem verhältnismäßig teuer, denn London galt schon damals als teuerste europäische Metropole. Daher wollten wir jede Minute dort optimal nutzen. Wir buchten den Flug über die britische Fluggesellschaft British Midland, mit der wir am 16. Dezember 1999 von Amsterdam nach London flogen. Vom riesigen Flughafen Heathrow aus hatten wir dann nach der Landung noch etwa 1½ Stunden Fahrt mit der U-Bahn bis zur Euston-Station, einem Bahnhof, der sich direkt neben dem Hotel Ibis befand, welches wir für den Aufenthalt wegen der guten Ausgangslage und eines einigermaßen erträglichen Preises gebucht hatten.
Kurz bevor es dunkel wurde, mussten wir noch einige Warteschleifen über London fliegen. Da sahen wir bereits alle Sehenswürdigkeiten, die man so kannte von oben. Zunächst fuhren wir durch die Außenbezirke langsam mit der U-Bahn in die Innenstadt. Dabei fuhren wir auch sehr viel überirdisch. Alte Bahnhöfe, alte Häuser, alles wie bei Edgar Wallace und Miss Marple. Als wir dann in der Innenstadt umsteigen mussten, erwischte uns die Rush-Hour. Tausende leifen durch die unterirdischen U-Bahn-Gänge, aber immer mit äußerster Disziplin. Wir musste uns noch daran gewöhnen, dass man hier nicht rechts sondern links läuft. Etwa zwei Stunden nach unserer Landung kamen wir dann im Hotel an und richteten uns dort ein. Danach ging es sofort los in die Stadt. Wir liefen einfach los und sahen an diesem Abend erst den Big Ben, dann den Picadilly-Circus und landeten schließlich in einem Steakhouse, wo man eigentlich ganz gut essen konnte. Die Britten haben es nun einmal nicht so mit der Essenszubereitung. Es gibt durchaus tolle Spezialitäten, jedoch die durchschnittliche Küche ist für unseren Gaumen doch sehr gewöhnungsbedürftig.
Fish and Chips, das wohl bekannteste Gericht aus England. Es gibt es fast in jeder Kneipe und nicht immer sieht das so gut aus, wie oben auf dem Bild. Überhaupt, vieles ist dort anders. Die Kneipen, also die Pubs, sind Freitags nach Dienstschluss gerammelt voll, dafür am Samstag eher leer. Man braucht nicht auf die Bedienung warten, die kommt nicht. Man geht an die Theke, bestellt, bezahlt und bekommt Getränk und Essen. Aber egal, ob voll besetzt oder leer, um 23.00 Uhr läutet der Wirt die Glocke und ruft: “Last order, please!”. Dann kann man noch einmal bestellen und noch einmal in Ruhe austrinken.
Wir waren damals kurz vor Weihnachten in London und überall war es so kitschig, dass es schon wieder schön war. Wir wussten damals noch nicht, dass wir ein letztes Mal eine entspannte Atmosphäre in einer solchen Großstadt erleben würden. Denn damals war der 11. September noch nicht denkbar. Menschen freuten sich auf Weihnachten. Besonders schön waren der Covent Garden und natürlich Harrods.
Die ehemaligen Markthallen von Covent Garden bieten ein wunderbares Ambiente
Alleine bei Harrods, dem Kaufhaus, das alles hat – vom Bleistift bis zum Sarg – hätten wir uns einen ganzen Tag aufhalten können. In jedem Schaufenster waren Märchen dekoriert, alles wunderbar beleuchtet. Und alles sah aus, als ob Mr. Bean gleich um die Ecke kommen würde. Natürlich kauften wir eine Kleinigkeit und waren stolz auf unsere Harrods-Tasche. So besichtigten wir London von morgens bis spät abends und am Ende stand dann am Sonntag, unserem letzten Tag Madame Tussaud auf dem Programm. Glücklicherweise hatten wir über Internet gebucht und konnten an der Schlange vorbei laufen, was einige nicht verstanden. Der Gang durch die Ausstellung war atemberaubend, wenn auch nicht so schön, wie in der Zweigstelle in Amsterdam. Doch dieses Museum war schließlich der Ursprung. Gegen Abend fuhren wir dann zum Flughafen und mussten dort wegen einer ziemlichen Verspätung lange ausharren. Erst gegen 0.30 Uhr waren wir zurück in Amsterdam. Jetzt mussten wir noch wegen des Eisregens über aalglatte Autobahnen nach Hause fahren, wo uns um 4.30 Uhr unsere kleine Loulou fröhlich begrüßte.
Na ja – was haben wir nun in Punkto Essen von den Engländern gelernt? Eigentlich nichts. Denn wenn man mit einem “normalen Geldbeutel” nach London fährt, wird man hochwertige Speisen nicht bekommen. Eines war ganz sicher super, auch wenn ich Ostfriese bin. Der englische Frühstückstee, ein Genuss den ganzen Tag lang. Und da war ja auch noch das English Breakfast. So wie auf dem Bild sah ein Angebot auf dem Flughafen aus, das man den ganzen Tag bekommen konnte. Ich verkniff mir das, denn ich wusste ja schon, wie z. B. die Baked Beans schmecken, nämlich nach Nichts. Daher hier ein Rezept für Baked Beans, das ich mir für Gourmet Flamand ausgedacht habe.
Noch 11 Tage bis Silvester. Horrorgeschichten häuften sich. Vom Computervirus, der sofort beim Einschalten am 1. Januar 2000 alles zunichte machen würde, bis hin zum Weltuntergang. Und wir? Vor zwei Jahren hatten wir in einem gut gelegenen Hotel in Paris für eben dieses besondere Silvesterfest nicht weniger als 10 Doppelzimmer gebucht. Wir hätten damit sicher Geld machen können, wenn wir die weiter gegeben hätten. Doch was machen wir? Wir ziehen es vor, diese Zimmer zu stornieren (das Hotel hat sich bestimmt gefreut, denn für die Zimmer bekamen sie sicher viel mehr Geld) und buchen ein Zimmer in einem großen Hotel in Akerslot bei Amsterdam. Essen konnte man gar nicht in dem Hotel an diesem Abend, geboten wurde auch nichts. Also saßen wir zu Viert vor dem Fernseher, aßen von einem selbstaufgestellten Buffet mit lauter holländischen Fertigsachen. Dazu gab ´s Dosenbier und um 0.00 Uhr natürlich Sekt. So unspektakulär hätten wir uns das nun nicht vorgestellt, denn überall auf der Welt wurde ohne Ende gefeiert – natürlich auch in Paris. Dort hatten wir die Silvesterfeier des Jahrtausends verpasst, genauso, wie seinerzeit das 100jährige Jubiläum des Eifelturms. Unsere Strandspaziergänge am nächsten Tag entschädigten uns natürlich etwas, doch eigentlich haben wir diesen Abend aus unserem Gedächtnis gestrichen.
Ein neues Jahr, ein neues Jahrzehnt, ein neues Jahrhundert, ein neues Jahrtausend! Man muss sich das vorstellen. Nur wenige Menschen haben das Glück so etwas zu erleben. Aber in diesem Moment sieht man das gar nicht so. Das neue Jahrhundert würde viele Veränderungen bringen, leider auch schon sehr bald einen Anschlag auf das World Trade Center in New York, nach dem die Welt nie wieder so sein würde wie sie war. Eigentlich hatten wir Menschen doch in all den Ausblicken auf das noch so ferne Jahr 2000 darauf gehofft, keine Kriege mehr zu führen und in einer Welt zu leben. Trotzdem plagen uns weiterhin Kriege, Armut, Hungersnöte, oft nur durch die Uneinsichtigkeit wirrer Ideologen – und das in Ost und West (obwohl es das doch nicht mehr geben dürfte). Das Elend vergangener Kriege, Krisen und Probleme vergisst man offenbar sehr schnell. Als 1989 die Berliner Mauer fiel, die zusammen mit der verminten Grenze so unsagbar viel Leid gebracht hatte, als die Stasi, die so vielen Menschen Not, Elend und Tot gebracht hatte endlich aufhörte zu existieren, da lagen wir uns alle vor Freude weinend in den Armen. Im Jahr 2000 hatten wir die für unmöglich gehaltene Deutsche Einheit schon 10 Jahre, mittlerweile haben wir das 25jährige Jubiläum gefeiert und trotzdem schimpfen wir heute fast nur noch aufeinander. Schuld haben auch hier ganz oft die ewig Gestrigen. Positiv denken ist nicht die Stärke von uns Deutschen. Leider ist das immer mehr eskaliert, weil für uns Deutsche nur noch eine schlechte Nachricht eine gute Nachricht ist und es uns wichtig ist nur noch nach den Fehlern der Anderen zu suchen. Nicht nur so leben ganze Heere von Anwälten und Firmen von den Fehlern, die man nun mal macht, durch Abmahnungen. Können die eigentlich noch in den Spiegel schauen? Ich glaube nicht. Da würde denen ja schlecht werden. Also, was nun ist in der neuen Welt anders? Technik und Fortschritt. Beide positiv genutzt geben Sie uns eine neue Lebensqualität – nur auf eines müssen wir achten: das alles und die Wirrköpfe dürfen uns nicht aus dem Ruder laufen! Unsere Welt ist nämlich wirklich schön. Wir nehmen es nur nicht immer war. Im Jahr 2000 war für mich, der die Mauer und die Grenze seit er Denken kann mit allen ihren schrecklichen Seiten gesehen hatte, er erhebenste Moment, als ich mit unserem Auto durch das Brandenburger Tor fahren durfte. Das geht heute nicht mehr – aber ich freue mich, dass ich das erleben durfte.
Wir bleiben jetzt noch mal kurz beim Stichwort Berlin. Diese wunderbare alte Stadt. Wer hat noch nie Liza Minelli gehört, wenn sie “Welcom to the cabaret” sang, dieses Musical, das so einmalig diese Stadt im Wandel der Zeiten beschreibt. Diese Stadt, die so tolerant und weltoffen war und heute wieder ist, wie kaum eine andere Stadt auf der Welt. Sie hat uns auch die Gemütlichkeit ins Leben zurück gebracht. Feine, kleine Kneipen und Restaurants, einmalige Ideen rund um ´s Essen und Trinken. Natürlich hat mich das auch zu einem Gourmet Flamand-Gericht hinreißen lassen. Angelehnt an ein altes Berliner Rezept entstand die Alt-Berliner Wirtshauspfanne.
Und dann hatten wir noch eine unsinnige Idee, die nur auf einem falschen Pflichtbewusstsein basierte. Wir glaubten, wir würden Kunden verprellen, wenn die uns nicht immer erreichen könnten. Also entschlossen wir uns, in diesem Jahr 2000 dazu, nicht in Urlaub zu fahren, sondern nur Wochenendfahrten zu machen. Wir hatten unser Büro in Leer Freitags bis 16.00 Uhr geöffnet. Wir wissen heute, dass das Unsinn war, denn ich verkaufte ja Versicherungen und nicht lebenswichtige Medikamente. Je nachdem, ob wir ein längeres Wochenende, wie z. B. Pfingsten oder aber ein normales Wochenende vor uns hatten, planten wir die Reise. Sie begann am Freitagnachmittag und endete am Sonntagabend oder eben am Montagabend. So lief das dann ab: Zunächst fuhr Agnes nach Hause und packte die Reisetasche, stellte alles bereit. Dann fuhr ich so gegen 15.00 Uhr nach Hause, während Agnes wieder im Büro Dienst machte. Ich packte noch notwendige Sachen zusammen und lud alles ins Auto, fuhr nach Leer zurück und gegen 16.00 Uhr gab es dann ein alkoholfreies Bier im Büro als Einstimmung für das Wochenende. Dann ging es los und ehe wir uns versahen, war das Wochenende vorbei. Am Ende haben unsere Wochenendfahrten mehr Geld gekostet, als ein 14tägiger Urlaub. Nur eines lernten wir damals kennen: Belgien und Nordfrankreich. Diese Landstriche sollten unser Leben später noch einmal völlig verändern.
In der nächsten Woche geht es weiter mit belgischen Eigenarten, Bier – und warum man in Belgien besser Bier als Wein trinkt. Natürlich gibt es auch typische Rezepte. Ebenso gibt es unser erstes Aufeinandertreffen mit Italien und die Geschichte, warum wir es der kleinen Hundedame Loulou zu verdanken haben, wunderbare Zeiten in Italien verbringen zu dürfen.
Und wem unsere kleine Geschichte gefällt, der kann ja mal darüber nachdenken, ob er uns nicht eine kleine Spende in die Kaffeekasse wirft. Einfach unten auf den Button unten drücken und per Paypal zahlen. Keine Sorge, wir versteuern das ordnungsgemäß.
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – An den Ufern der Loire VII erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Viele von uns haben diese kleine Leckerei schon bei unseren Nachbarn, den Holländern gegessen. Das Bitter im Namen haben die Bällchen davon, dass sie früher zum Magenbitter (flämisch: bittertje) gereicht wurden. Mit isst sie mit Senf z. B. zum Bier. Macht man aus den Bitterballen eine Bittergarnitur, dann liegen neben den Ballen noch eine Frühlingsrolle, einige Stückchen Goudakäse und eventuell etwas Fleischwurst.
Der Beitrag Flämische Bitterballen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Ja natürlich gab es auch bei uns die “wilden Jahre”. Das waren für uns die 1990er Jahre. Wir waren jung und wollten die Welt bewegen. Aus diesem Grund war dann ja auch 1986 die Jugend-Showgruppe “Die Lollipops” entstanden. Wir gehörten in diesem Jahrzehnt zu den Stammgästen auf Vereinsfesten im ganzen Umkreis. Für einen 20minütigen Auftritt gab es dann zwischen 100 und 200 D-Mark. Der Aufwand war natürlich zu hoch dafür, aber wir hatten unseren Spaß. Geprägt wurden unsere 90er aber durch ein kleines Wesen, das uns viel, viel Freude bereitete und einfach so bei uns lebte. Unsere kleine Loulou, die bei uns ihr ganzes Leben verbrachte.
Es war eine schöne Zeit. Das ist jedenfalls das, was bei uns Menschen hängen bleibt. Die Zeit war nicht besser, nein, wir speichern nur die schönen Erlebnisse wirklich länger. Natürlich waren wir auch unbeschwerter als heute. Legendär wurden natürlich auch unsere Schlemmer-Einladungen. Damals zeichnete sich eigentlich schon unsere Leidenschaft für ´s Kochen ab. Für eine Geburtstagsfeier standen wir schon mal zwei Tage in der Küche und bereiteten ein Buffet vor. Auf unserem Küchentisch stand dann meistens ein Drittel des Buffets, der Rest verteilte sich auf eine Anrichte und sonstige Abstellmöglichkeiten in der Küche.

Da mein Geburtstag am 18. April ist und manchmal schon in die Nähe des Osterfestes fällt, gab es unsere Buffets dann auch schon mal an so tollen Tagen wie dem Gründonnerstag. Die Gerichte, die für so ein Buffet auf der Liste standen, zeugten dann auch schon von viel Arbeit und Vorbereitung:
Bifteki – Souflaki – Nudelsalat – Kräuter-Soleier – Tee-Eier – Lachsforelle – Frischkäsetörtchen – Griechischer Bauernsalat
Natürlich gab es dazu auch andere Dinge, wie Brötchen, Brote, Baguette, Käse, Wurst, etc.. Und wenn dann damals mal einer losließ, “Mensch, macht das doch beruflich” – dann habe ich nur gelacht und geglaubt, mit Versicherungen mehr Geld verdienen zu können. Das wiederum stimmte zwar, aber glücklich konnte man damit nicht werden. Zwei der Gerichte, die ich hier genannt hatte, möchte ich auch als Rezept weitergeben.
1993 bereits verwirktlichten wir zum letzten Mal im Rathaussaal in Filsum eine Show mit unseren Lollipops. Es sollte die professionellste werden, die wir je gemacht hatten. Wir liehen uns Bühneneffekte, Beleuchtungen und hochwertige Mikrophon- und Musikanlagen. Sketche wurden geschrieben, ja sogar ein kleines Heimatstück. Wir nannten es “Auf dem Lande”. Es sollte eine Persiflage auf die Bühnenstücke der zahlreichen Theatergruppen um uns herum werden. Doch am Ende deckten wir ungewollt das Prinzip solcher Stücke auf. Wir hatten ja gar keine Ahnung vom Stückeschreiben. Also besorgten wir uns Bücher mit plattdeutschen Witzen und Geschichten. Dann hatten wir die Idee, zunächst eine schallende Pointe zu finden. Diese würde am Schluss des Stückes kommen. Dabei handelte es sich um einen Witz, den wir mit dem ersten Akt begannen und dann Stück für Stück durch das Gesamte Theaterstück verteilten. Dazwischen brachten wir immer wieder kleine, gespielte Witze aus unseren plattdeutschen Büchern. Am Ende hatten tatsächlich Zuschauer eine Handlung in unserem Werk entdeckt – super! Das war jetzt ein bisschen wie bei Harpe Kerkeling mit seinem “Hurz”. Aber diese Sache brachte uns dann darauf, das sehr viele dieser volkstümlichen Stücke auf genau diese Weise entstanden waren. Und so sah es am Anfang des Mini-Dreiakters aus:

Wir legten uns schwer ins Zeug und sparten nicht an außergewöhnlichen Showeinlagen. Hier nur einige wenige:
Das war der teuerste Sketch, den wir jemals aufgeführt hatten. Ivan Rebroff singt Kalinka. Die beiden Damen, die dazu im russischen Stil tanzen sollten benötigten natürlich gefederte Melkschemel. Gar nicht so einfach zu bekommen. Wir zahlten damals bei der Genossenschaft etwa 90 D-Mark für die beiden Hocker. Bärte und Schminke erhöhten den Betrag auf 100 D-Mark für gerade mal 2 Minuten Auftritt.
Modern Talking – die Legende der 80er – durfte nicht fehlen. Unsere Nebelmaschine war an diesem Punkt noch harmlos. Später sah man die Zwei fast nicht mehr. So vernebelte damals das ZDF auch jegliche Auftritte – war wohl so in Mode.
Diese besondere Begegnung haben wir mit Aufwand geplant. Zunächst drehten wir auf dem Geländer der Deutschen Post in Leer einen Film (natürlich mit Genehmigung). Helmut Kohl fuhr von dort mit seinem Trabbi (das war übrigens meiner, er war lila gespritzt) nach Filsum. Vorher wog er sich noch an einer Parkuhr und wunderte sich, schon wieder zugenommen zu haben. Unter Begleitung unseres damaligen örtlichen Polizisten wurder er in Filsum mit Blaulicht zum Rathaus gefahren – und natürlich vor dem Rathaus durchsucht. Man weiß ja nie – und wir waren damals schon auf Sicherheit bedacht. Bis dahin lief der Film im Saal, dann war er persönich im Rathaus. Und als er am Ende mit Agnes zum Hildegard Kneefs “Für mich sollt ´s rote Rosen regnen” und “Eins und eins, das macht zwei” den Walzer tanzte, blieb kein Auge trocken – manchmal auch vor Rührung. Wer den Kohl gespielt hat? Na wer wohl?
Nach zwei Abenden vor ausverkauftem Haus mit standing ovations ging es uns dann wie den Beatles – wir haben nie Schluss gemacht oder uns getrennt, aber wir wussten, es war vorbei! Zwar traten wir immer wieder hier und da auf, feierten 1996 sogar noch mit vielen Einlagen und einer 4-Mann-Band unser 10jähriges Jubiläum im Rathaussaal, jedoch verließen die Lollipops an diesem zweiten Abend der großen Lollipop-Show für immer ihre heimatliche Bühne im Rathaussaal in Filsum.
Wir denken natürlich gerne an die 1990er Jahr zurück. Damals machte mir mein Versicherungsberuf noch Spaß und wir konnten uns einige Urlaube erlauben. Natürlich fuhren jedes Jahr mindestens zweimal nach Chatillon-sur-Loire zu unserem Wohnwagen. Wir erlebten die Bretagne mit Ihren wunderbaren Leckereien. Von Austern bis Eintopf war alles dabei. Nie durften die wunderbaren Galettes fehlen, die in allen Variationen gemacht werden (…das sind Crêps bzw. Pfannkuchen). Eine einfach zuzubereitende Leckerei ist der Far Breton. Eine Art Pflaumenkuchen. Und hier ist das Rezept.
1993 begann die Zeit, in der wir merkten, dass unser Wohnwagen in Chatillon zwar eine tolle Anlaufstelle war, es uns jedoch – immer in Begleitung unserer kleinen Loulou – durch die wunderbaren Landstriche Frankreichs zog. So brachen wir dann also 1996 zu einer Megatour in die Pyrenäen auf. Eine Woche durchkreuzten wir dieses Dach Europas und sahen Landschaften, erlebten die originalen Höhlenmalereien, um dann schließlich durch das Langeoudoc in die Provence zu fahren, unserer großen Liebe. Wir badeten im Mittelmeer, flanierten an der Promenade des Anglais in Nizza und erlebten Cannes sowie Monaco. In Monaco aber geschah etwas, das wir natürlich auf einem Video dokumentiert haben – jedenfalls teilweise. Wir wollten uns den täglichen Wachwechsel vor dem Palast anschauen. Mit uns wollten das so etwa 2.000 Menschen. Alles wartete still und andächtig, bis unsere kleine Loulou von einem lauten Befehlt eines Soldaten genervt war und zu bellen und knurren begann. 2.000 Menschen lachten über sie. Nur ein Wachmann nicht. Wir versuchten alles, um sie zu beruhigen – keine Chance! Da kam der Wachmann und machte uns klar, der Hund hätte jetzt still zu sein, sonst müssten wir hier weg. Ja toll – da stehen wir hier seit einer halben Stunde, um einen guten Platz zu haben, dann sowas. Weitere Versuche Loulou zu beruhigen scheiterten – da setzte die Kapelle ein. Davor hatte Loulou Angst und war ruhig – Schwein gehabt!

Die Jahre gingen dahin und so machten wir ein letztes Mal Urlaub in unserem Wohnwagen. Bekannte von uns wollten direkt im Anschluss an uns dort eine Woche Urlaub machen. In dieser einen Woche, es war 1996, besuchten wir auf der Route Jacques Cœr nicht weniger als 10 Schlösser, durch die wir zum Teil ganz alleine geführt wurden. Ein wunderbares Gefühl bei bestem Loiret-Wetter. Nur ein Problem wurde immer heftiger. Es hieß Günter Bierstädt. Klar, er war ein netter aber bedauernswerter Mensch. Nur in diesem Urlaub ließ er uns auch keine 5 Minuten alleine, wenn wir in Chatillon waren. So fiel dann der Entschluss, den Wohnwagen zu verkaufen. Unsere Bekannten würden das sicher gerne wollen. Als sie in Chatillon ankamen, waren wir noch da und hatten zusammen mit Loulou unsere letzte Nacht in unserem Wohnwagen im geliebten Chatillon verbracht, ohne, dass wir es jemandem gesagt hatten. Wir ließen sie dort mit Günter alleine und als sie wieder zu Hause waren, besuchten wir sie noch am gleichen Tag und verkauften Ihnen den Wagen für 250 D-Mark nebst Zelt und Gasflaschen. Nur zwei Jahre später verkauften sie ihn an den neuen Betreiber des Jugendcamps auf dem Platz, der ihnen 500,– D-Mark dafür gab.
Unser Wohnwagen nach unserer letzten Nacht dort. – Unglaublich, hier hatten wir uns einmal sehr wohgefühlt.
Die alte Freibeuterstadt Saint Malo war Ostern 1996 unser Ziel. Eine Begebenheit darf hier nicht fehlen. Das Hotel befand sich direkt vor dem Strand. Vorgelagert ist eine kleine Insel, auf dem sich das Grab des bretonischen Heimatdichters Chateau Briand befindet. Bei Ebbe konnte man über einen schmalen Gang herüberlaufen, sonst war ein Boot angesagt. Wie immer ging ich mit Loulou morgens Gassi. Es war unser Abreisetag. Es war zwar auflaufendes Wasser, jeoch war der Gang noch frei. Also wollte ich Loulou dort rüber gehen. Da sie nicht wollte, bückte ich mich und nahm sie auf den Arm. Als ich mich dann umdrehte, traute ich meinen Augen nicht. Der kleine Weg hinüber war bereits überspült. Nun ja, das Wasser läuft hier mit 30km/h auf. Unsere kleine Loulou hatte mich vor einer großen Dummheit bewahrt.
Es gab natürlich auch noch eine andere Geschichte, nämlich eine vom Essen. Wir hatten ein Hotel innerhalb der Festung. Dort war es nicht leicht ein Zimmer zu bekommen und es war im Allgemeinen üblich, wenigstens Halbpension zu buchen. Am ersten Abend kamen wir gegen 19.30 Uhr ins Restaurant und waren die ersten. Neben dem Besteck lagen Haken und Ösen, die einem Zahnarztbesteck gleich kamen, Wir hatten das schon mal bei jemandem gesehen, der einen Hummer aß. Doch wir bekamen ein Tier aufgetischt, das zwar auch nach dem Kochen rot wie ein Hummer war, jedoch war es eine Seespinne. Keine Ahnung wie, man soetwas essen muss. Wir versuchten uns mit dem ein oder anderem Werkzeug, um schließlich die Beine wie beim Hummer aufzubrechen und das weiße Muskelfleisch herauszuziehen. Als dann weitere Gäste kamen, beobachteten wir, dass die das auch so machten. Heute wissen wir, die wussten es auch nicht und haben es uns nachgemacht. Als es am letzten Abend Austern gab, die auf Seetang lagen (wird als Polsterung und Deko gemacht), aß nebenan ein junger Mann auch wohl zum ersten Mal soetwas. Nach den wunderbaren Austern knabberte er nämlich einfach den weniger angenehmen Seetang weg. Ja – so kann das gehn, wenn man es mit Halbpension versucht.
1997 zog es uns dann erstmalig für zwei Wochen in die Normandie und die Bretagne. Wir hatten fast nur bestes Wetter und genossen die herrliche Gegend. Zunächst war selbstverständlich wieder der D-Day angesagt. Dieses Mal eroberten wir die Landungsküste und schauten uns alles an, war wir noch nicht gesehen hatten. Wir vergaßen dabei nicht, auch die wunderbaren Spezialitäten zu kosten. Auch eine Calvados-Brennerei besichtigten wir. Und – wir aßen im Gasthaus, dem Lokal, das wir schon öfter im Fernsehen gesehen hatten. Johannes Börner war der Gastwirt. Er hatte nach dem Krieg hier geheiratet und war hier geblieben. Er stammte aus Sachsen, das war nicht zu überhören. Wir sprachen ihn an und fortan erzählte er uns während unseres gesamten Aufenthalts in dem Restaurant vom D-Day. Es war beeindruckend das alles von einem Zeitzeugen zu hören. Ich traute mich hier übrigens das erste Mal an Austern heran und war begeistert. Agnes zögerte noch etwas aber schon beim nächsten Essen war sie auch Fan dieser Muschel.
Danach gingen wir wieder an den Strand. Loulou liebte das. Jetzt, wo sie älter geworden war, konnte sie natürlich auch ohne Leine laufen. Ihr gefiel das und sie relaxte gerne dort.

Als wir die Normandie verließen und in die Bretagne aufbrachen, hatten wir schon eine Woche nur die tollsten Fischspezialitäten gegessen. In der Bretagne erwartete uns nun eine andere Welt. Schon die Namen der Dörfer und Städte ließen vermuten, dass Asterix gleich um die Ecke kommen würde. Die Landschaft, Küste und Geschichte war einfach nur beeindruckend.
Es führte kein Weg am westlichsten Punkt des europäischen Festlandes vorbei. Loulou nutzte die Gelegenheit dort natürlich, um noch einen schönen Haufen zu legen. Dann gab es natürlich auf fast jedem Kilometer diese uralten Kalvarien. Das sind steinerne Geschichten. Man hat den Menschen, die ja meist des Lesens nicht mächtig waren, damit Geschichten erzählt. Ebenso findet man immer wieder kleine und große Bäckereien, die die bretonischen Spezialitäten backen. Allem voran der bretonische Keks mit viel Butter. Sobald man aus den Ortschaften und Städten herausfährt, wird man zwangsläufig den Megalithen begegnen, die überall verstreut sind. Nicht zuletzt will man natürlich den sagenumwobenen Zauberer Merlin für sich behalten. Im Mirrroire des Fees, einem kleinen Bergsee, soll sein Grab sein. Sobald man den steilen Hang heruntergestiegen ist, bemerkt man den Zauber in dieser unwirklichen Welt. Langsam steigen kleine Blasen aus dem See. Das sollen in Wirklichkeit nur kleine Schlammkügelchen sein, die durch die Erschütterung im Moorgebiet ein weinig aufgewirbelt werden, wodurch diese Bläschen entstehen.
Nach wunderbaren 14 Tagen in dieser Gegend, in der wir es so geschätzt hatten, die frischen Meeresfrüchte zu essen, fuhren wir zurück. Wir wollten durch das Loiretal nach Chatillon fahren, denn dort wollten wir noch unsere Bekannten in unserem alten Wohnwagen besuchen. Dafür hatten wir aber noch eine Zwischenübernachtung in der Nähe von Angers eingeplant. In einem ehemaligen Schloss, also eigentlich in der Orangerie, hatten wir ein Zimmer gebucht. Als wir das Anwesen fanden, fuhren wir minutenlang durch einen Schlosspark, vorbei an einer verwunschenen Schlossruine, die in den 1930er Jahren abgebrannt war und so belassen wurde, bis wir endlich an der Orangerie ankamen. Der Schlossherr, ein gebürtiger Luxemburger, der gut deutsch sprach, begrüßte uns zusammen mit seiner Frau. Für Loulou galt ab sofort nicht mehr der Leinenzwang, sondern ein Leinenverbot. Schnell hatte sie das verstanden und war der Boss, denn die beiden heimischen Hund hatten nun nichts mehr zu sagen. Der Schlossherr bergrüßte uns auch mit einer negativ klingenden Botschaft, denn man hatte das von uns gebuchte Zimmer vermietet. Dafür wolle man uns aber in der Suite einquartieren, was wir ohne Zögern annahmen.
Essen konnten wir im Schloss nicht und nachdem wir Mittags bereits in Angers in einem amerikanischen Restaurant Burger gegessen hatten, wollten wir gar nicht viel essen. Also fuhren wir los und fanden ein unscheinbares Restaurant direkt an der Nationalstrasse. Alles war sehr alt und einfach, aber man gab sich alle Mühe und war sehr nett zu uns. Eigentlich war das Essen super, doch leider hatten wir uns Nierenragout bestellt. Loulou wunderte sich zunächst, dass wir Ihr Futter bekamen, freute sich dann aber umso mehr über die ihr zugeteilten Happen. Nun ja – lange Rede, kurzer Sinn. Nach zwei Wochen Fisch waren ein Burger am Mittag und Nieren am Abend zuviel. Agnes Magen schaffte das so nicht und sie hatte auch am nächsten Tag noch ausreichend Zeit für unser Himmelbett. Die enorme Ruhe im Schlosspark, die schon fast unheimlich erschien, hatte aber heilende Wirkung.
Am Abend des zweiten Tages verkniffen wir es uns, essen zu gehen. Wir holten uns ein paar Leckereien aus der Stadt und genossen diese bei einem Fläschchen Rotwein in unserer Suite. In der Dämmerung trat ich noch eimal heraus auf den Balkon, genoss die Ruhe und den Ausblick auf den Schlossgarten mit seinen Pfauen. Es hatte auch alles etwas Unheimliches. Weil das hier erinnerte doch an den einen oder anderen Gruselfilm oder auch an Edgar Wallace. Es wäre dann für mich nicht mehr so überraschend gewesen, wenn jetzt gerade der Gärtner mit einer Leiche in der Schubkarre vorbei gelaufen wäre. Am nächsten Morgen genossen wir im großen Saal der Orangerie in wirklich historischem Ambiente noch einmal das Frühstück, das der Schlossherr selbst servierte. Dann verabschiedeten wir uns von hier. Zwar meinten wir damals, das wir wiederkämen, doch soetwas sollte man sich nicht damit kaputt machen, dass man es zu wiederholen versucht.
Wir fuhren jetzt auf Chatillon zu. Ich hatte ausgerechnet (ja! wirklich ich hatte es ausgerechnet, denn ein Navi gab ´s noch nicht in unserem Auto), dass wir so gegen 14.00 Uhr auf dem Campingplatz in Chatillon sein würden. Wir waren mit unseren Bekannten, aber auch mit Jean und Bernadette verabredet. Als wir dort ankam empfing man uns wie immer mit offenen Armen. Unser ehemaliger Wohnwagen stand direkt vorne an der Schleuse. Im Wohnwagen sah es aus wie unter dem Sofa. Man hatte sich behelfen müssen, denn das Zelt hatte dem Gewittersturm, der vor ein paar Tagen hier durchzog, nicht standgehalten. Wir hingegen merkten dadurch, dass wir in einer neuen Zeit des Urlaubmachens angekommen waren. Wir hatten zwei Wochen in Hotels gewohnt, mussten nie abwaschen und hatten witziger Weise sogar weniger Geld benötigt, als für einen Campingurlaub. Also schlossen wir bei einem kleinen Drink – oder wie Jean in seiner Halb+Halb-Sprache sagen würde mit einem “petit trink” – mit der Camping-Ära ab. Danach fuhren wir ein kleines Stückchen weiter heimwärts, nämlich bis ins 60km entfernte Montargis, wo wir die letzte Nacht in einem Etappenhotel verbrachten.
Wir schrieben den 31.08.1997. Ein wunderbarer Urlaub lag hinter uns. Früh morgens weckten uns die Sonnenstrahlen, die sich schnell wieder zu einer ziemlichen Hitze entwickelten. Ich stand auf, machte mich im Bad fertig, um dann den morgendlichen Gang mit Loulou zu machen. Als ich wiederkam, stand Agnes bereits unter der Dusche. Im Fernseher lief CNN mit “Breaking News”. Zunächst nahm ich das gar nicht richtig war, bis ich unten im Laufband sah, dass Diana in Paris einen Unfall hatte und offensichtlich Ihren schweren Verletzungen erlegen war. WOMM! Das war nur etwa 100km von hier entfernt. Wir wollten an diesem Tag noch nach Paris, da wir in wenigen Wochen mit meinen Eltern dort hin fahren würden. Nur mal auf dem Weg nach Hause das Hotel ansehen und dann noch das Stade de France anschauen, das im kommenden Jahr das Hauptstadion für die WM in Frankreich sein sollte. Zunächst wollten wir uns die Unfallstelle nicht ansehen, rangen uns dann aber doch durch. Am Eingang des Tunnels war der erste Einschlag des Autos zu sehen, ein schwarzer Streifen – alles gerade Strecke. So konnten wir und ein eigenes Bild machen. Da war nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Aber das alles sollte ja nicht ans Tageslicht kommen und wird es auch wohl nie.
Als wir an diesem Tag dort waren, lagen vereinzelt ein paar Blumen da, der Unfall war ja gerade einmal zwölf Stunden her. Wenige Leute fanden den Weg hierher, aber ganz Paris wimmelte von Fernseh-Übertragungswagen aus der ganzen Welt. Als wir drei Wochen später wieder mit meinen Eltern hier waren, war alles eine große Gedenkstätte und der Ort gehörte zu jeder Rundfahrt. Während wir im Café gegenüber saßen, kam ein Taxi herangerauscht, zwei Japanerinnen stiegen aus, legten rote Rosen nieder und fotografierten sich gegenseitig lächelnd vor der Unfallstelle. Und weg waren sie wieder. Na ja – wer ´s mag.
Im Jahr 1999 hatte unsere kleine Loulou einen Bandscheibenvorfall. Das arme kleine Ding musste wirklich Schmerzen aushalten, jedoch konnte man ihr helfen. Den ganzen Sommer durch waren wir zweimal die Woche mit ihr beim Tierarzt. Ihr Bandscheibenvorfall wurde mit Akupunktur geheilt. Danach war sie wieder ganz die Alte.
Dann hielt auch das Internet bei uns Einzug. Gleichzeitig begann ein Boom beim Fliegen. Die Preise wurden erschwinglicher und wir buchten erstmalig einen Flug über das Internet. Wir wollten mit British Midland von Amsterdam nach London fliegen. Durch Vergleiche im Internet fanden wir heraus, dass das die billigste Möglichkeit war. Man muss sich das vorstellen: damals bekam man nach Eingang der Zahlung die Flugtickets noch per Post zugeschickt. Heute checkt man sogar online ein und braucht nur noch sein Smartphone. Das Internet lässt sich wirklich positiv nutzen. Das stellten wir schon bei dieser Reise fest.
Diese Reise fand zwei Wochen vor Weihnachten statt. Also hatten wir bei unseren Besichtigungen unbedingt das Tageslicht zu berücksichtigen. Also planten und buchten wir Besichtigungen akribisch, um möglichst viel zu sehen. Das gelang auch hervorragend. Jedoch, wie sollte wir das alles in unserem Gehirn abspeichern, was wir dort gesehen hatten. Dafür kam mir die Idee, von jedem Jahr ein Tagebuch über unsere Reisen und besonderen Ereignisse zu führen. Nicht alles existiert davon noch digital, aber ausgedruckt reißt es uns so manches Mal dazu hin, den Ordner aus dem Regal zu holen und noch einmal zu erleben, was wir damals erlebt haben.
Was wir so in London erlebten und wie wir das Ende des Jahrhunderts in einem Hotelzimmer in Holland erlebten, davon erzähle ich in der nächsten Woche.
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]]>Dieser bretonische Pflaumenkuchen ist eigentlich ein sehr einfaches Rezept. Es gibt jede Menge Rezepte und jeder hat das eigentliche echte für sich entdeckt. Versuchen Sie dieses Rezept – es ist auch ein Original.
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]]>Wer hat so eine Forelle nicht schon einmal auf einem großen Buffet bewundert. Nachmachen trauen sich aber die Wenigsten. Dabei ist die Zubereitung denkbar einfach. Wichtig ist es, die Forelle später richtig anzurichten, was aber auch kein Problem ist. Eines sollte man aber vermeiden – fertige Fischgewürze. Ich finde, Fisch muss auch nach Fisch schmecken und nicht nach Brathering aus der Dose.
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]]>Ostfriesentee für ein chinesisches Gericht. Tee-Eier haben in China Tradition. Sie werden dort vornehmlich zum Frühstück serviert. Auch wir Deutschen sind ja Fans von Frühstückseiern – also warum nicht einmal eine andere Variante probieren!
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]]>Bereits im Herbst 1989 erwarben wir unser Haus im Rathausring. Bevor die aktuellen Mieter allerdings auszogen, verging noch etwas mehr als ein Jahr. Das hieß für uns, noch weiterhin in unserer Oberwohnung ausharren, bevor wir dann im Februar 1991 endlich von unseren neuen Nachbarn mit einem Willkommensbogen begrüßt wurden.
Dennoch ließen wir uns natürlich auch weiterhin nicht unsere Vorliebe für Frankreich nehmen. Wir planten eine neue Jugendfreizeit. Dazu fuhren wir dann im Sommer 1990 mit zwei Freunden dort hin, um noch einmal alles auszuloten. Natürlich war Günter Bierstädt wieder vor Ort. Er hatte alles im Griff. Als wir dann so zusammen saßen, erzählte er uns von tollen Wohnwagen, die hier auf dem Platz sehr günstig ihren Besitzer wechselten. Spontan bat ich ihn, danach Ausschau zu halten und uns bei einer guten Gelegenheit Bescheid zu geben. Zwei Tage später waren wir wieder zu Hause, wohlwissend, dass wir in diesem Jahr wegen des Hauskaufes keinen Urlaub machen würden. Da klingelt das Telefon – Anruf aus Frankreich! Natürlich hatte Günter schon einen Wohnwagen gefunden und wir sollten gleich am kommenden Wochenende wieder nach Chatillon kommen,um ihn anzuschauen und zu kaufen. Der Wohnwagen war Baujahr 1961, also ein Jahr älter als wir! Umgerechnet 700 DM sollte er kosten. Das passte natürlich nicht. Aber irgendwie bekamen wir das dann doch hin. Nur Agnes konnte an diesem Wochenende nicht mit mir dorthin fahren, es ließ sich keine Möglichkeit finden, dass sie Urlaub bekam. Damit wäre dann auch der Wohnwagen hinfällig gewesen. Ein Arbeitskollege bot sich mir an, mitzufahren. Auch für uns war das nicht einfach, mal ebenso im personell schwach besetzten Betrieb beide am Freitagmittag zu gehen.
Als wir um Mitternacht auf dem Platz ankamen, hatte Günter natürlich ein Zelt für uns vorbereitet, so wie wir das besprochen hatten. Glücklicherweise sah man in der Dunkelheit nicht, wie es um uns herum aussah. Als wir das am nächsten Morgen sahen, war uns klar, dass wir hier nicht noch eine Nacht bleiben könnten. Wollten wir auch nicht. Kurz verhandelten wir dann mit der bisherigen Besitzerin, die diesen Wohnwagen offensichtlich schon die letzten 20 Jahre dort stehen hatte. Das ist möglich, denn er taucht auf alten Bildern vom Campingplatz immer wieder auf. Auch wir hatten ihn schon gesehen, wussten aber ja nicht, dass er einmal uns gehören würde. Wir wurden uns schnell einig mit der Eigentümerin, da wir gar nicht handelten. Das wäre auch sicher nicht möglich gewesen. Trotz des Alters war der Wagen, dessen Inneneinrichtung aus Echtholz bestand, sehr gut in Schuss. 700 DM bezahlten wir umgerechnet für ihn. Für uns in diesem Jahr zwar eine enorme Summe, jedoch sollte die sich ausszahlen. Außerdem konnten wir ja etwas Geld “freischaufeln”, da wir mittlerweile die geplante Sommerfreizeit aus verschiedenen, hauptsächlich organisatorischen Gründen abgesagt hatten. Es war uns auch klar geworden, dass es nicht besonders erholsam war, seinen Sommerurlaub einer solch harten Arbeit wie einer Jugendfreizeit zu opfern. Es hat eben alles seine Zeit.
Natürlich hatten Agnes und ich nur “mit der Brechstange” die Möglichkeit, für ein Wochenende hierher zu fahren, um den Wohnwagen gemeinsam für uns bewohnbar zu machen. Günter hatte ihn neben seinen Wohnwagen ziehen lassen, was sicher nicht der beste Standort war. Doch bevor wir dorthin fahren konnten, fragten schon die ersten Bekannten nach der Übernachtungsmöglichkeit, die wir ihnen natürlich nicht verwehrten. Somit waren wir nicht einmal die ersten, die nach dem Kauf dort drin schliefen. In den zwei Tagen, an denen wir dann gemeinsam vor Ort waren, beschlossen wir, Pfingsten wieder hinzufahren, um den Wagen einzurichten. Bis dahin sollte sich aber noch einiges in unserem Leben ändern.
Bevor wir aber 1991 in Urlaub fuhren und sich unser Campingplatz so zeigte, wie auf dem Bild oben, trat unsere kleine Loulou in unser Leben. Eine Mischlingshündin (Zwergpudel und Pekinese sollte es sein). Loulou war noch ein Welpe, gerade einmal 8 Wochen alt, als sie zu uns stieß. Sie war zunächst ganz schwarz. Ihr schlimmstes Problem war das Autofahren. Sie musste sich dann sofort übergeben. Das genau war auch unser Problem im ersten Wohnwagenurlaub. Wir glaubten, wir könnten sie nicht mitnehmen, daher wollten meine Schwiegereltern solange bei uns wohnen, bis wir wieder da sind. Je dichter der Termin jedoch kam, umso mehr scheuten sie sich davor und wir entschlossen uns, Loulou entsprechend impfen zu lassen. Dann durfte sie mit. Nur noch das Problem mit der Reisekrankheit musste gelöst werden. Dafür bekam sie von unser Tierärztin eine Tablette. Die ganze Nacht schlief sie dann im Auto, um ab dem nächsten Morgen eine begeisterte Autofahrerin ohne Probleme zu sein.
Das Bild, das unseren Wohnwagen noch gelb zeigt, war in diesem wunderbaren ersten Urlaub dort schnell Geschichte, denn Jean lästerte so lange herum, bis ich einen Tag opferte und ihn weiß anstrich. Danach erstrahlte er in ganz neuem Glanz.
Und als wir uns so richtig eingerichtet hatten, wollten wir in die Normandie fahren, dorthin, wo wir drei Jahre zuvor kehrt gemacht hatten, weil das Wetter schlechter wurde. Dieses Mal wollten wir trotzdem weiter und bereuten es nicht. Wir übernachteten in einem Etappenhotel in Cherbourg und besichtigten am nächsten Tag die Landungsküste. Dort konnten wir an der beeindruckenden Steilküste den Pont du Hoch besichtigen. Damals durfte man die alten Bunker noch betreten. So kamen wir in den Genuss, auch durch diesen, aus dem Film “Der längste Tag” bekannten Sehschlitz zu schauen, von wo aus man damals am Horizont die gewaltige Armada der Allierten herankommen sah. Klar, dass wir auch den künstlichen Hafen von Aromanche anschauten. Die damals hier gefluteten Pontons verschändeln bis heute die Küste. Man hat sie als Mahnmal hier einfach liegen lassen. Überall begegnet man hier dem “D-Day”, dem 6. Juni 1944. Sogar in Saint-Mere-Eglise erlebt man eine weltbekannte Szene live. Am Kirchturm hat man eine Puppe mit einem Falschschirm angebracht. Diese Szene wurde damals nicht nur im Film gezeigt, sondern sie basiert auf einer wahren Geschichte. In der Nacht vor der Invasion wurde eine Gruppe Falschschirmjäger vom Wind abgetrieben und landete mitten auf dem Marktplatz von Saint-Mere-Eglise. Dort brannte in dieser Nacht ein Haus und alle einschließlich der deutschen Besatzer waren dort. Es wurde ein einziges Gemetzel. Diejenigen, die nicht in das brennende Haus fielen und qualvoll zu Tode kamen, wurde teilweise noch in der Luft erschossen. Der Springer, der am Kirchturm hängen blieb, überlebte als einer der wenigen. Er hing dort unbemerkt bis zum nächsten Tag, als er dann befreit wurde. In einem kleinen Ort fanden wir dann noch ein interessantes kleines Hotel mit Namen “Gasthaus”. Natürlich wussten wir aus vielen Dokumentationen, was sich dahinter verbarg. Ein ehemaliger deutscher Soldat, der nach dem Krieg hier geblieben war. Leider war das Restaurant geschlossen und es sollte noch einige Jahre dauern, bis wir wieder dahin zurück kamen und ihn persönlich kennenlernten.
Ein gruseliger Anblick – aus dieser Perspektive sahen die deutschen Besatzer die Armada der Alliierten ankommen
Symbolisch als Mahnmal für das Gemetzel auf dem Marktplatz von Saint-Mere-Eglise
Natürlich widmeten wir uns auch den wunderbaren Leckereien, die man in diesem von der Landwirtschaft und Fischerei geprägten Gegend ausreichend antrifft. Eine enorm wichtige Rolle spielen dabei Milch- und Sahneprodukte, Äpfel, aber vor allem Käse. Weltbekannt ist der Camembert. Der Original-Camembert kommt aus eben diesem kleinen Dorf namens Camembert.

Der Legende nach entstand dieser Käse durch ein Rezept der Bäuerin Marie Fontaine Harel. Sie beherbergte während der französischen Revolution den Abbé Charles-Jean Bonvoust, einen Priester aus Brie, einem Ort in der Nähe von Paris. Hierher stammt der gleichnamige Käse. Er soll sie in die Geheimnisse der Käseherstellung eingeweiht haben. Es wurde aber wohl schon länger in dieser Gegend ein entsprechender Käse hergestellt. Der französiche Kaiser Napoleon III. verhalf dem Käse zum großen Durchbruch, als er ihn auf die Hoftafel setzen ließ.
Vom normannischen Durchzug hatte ich ja bereits berichtet – das war das Stückchen Würfelzucker, das man in den Mund nahm, um es dann mit einem Calvados “wegzuspülen”. Das macht tatsächlich Platz im Magen für den nächsten Gang. Mit diesem Calvados, also eigentlich einem “Apfel-Cognac” gibt es natürlich viele schöne Gerichte, ob als Hautgericht oder als Dessert. Ein Dessert, aber auch ein willkommenes Zwischengericht ist der “Trou Normand”, das “normannische Loch”. Hierfür wird eine Kugel Apfelsorbet einfach mit etwas Calvados übergossen – himmlisch! Die Wirkung ist übrigens die gleiche wie beim normannischen Durchzug. Ein wunderbares Hauptgericht sind Calvados-Rouladen.
Das Jahr 1991 war für uns geprägt von ganz neuen Erfahrungen. Unser Haus, unser Wohnwagen und natürlich ein Haustier, das einfach so bei uns wohnte und langsam aber sicher das Kommando übernahm. Ganz nebenbei wurde ich 1. Vorsitzender von Blau-Weiß Filsum. Es machte viel Arbeit aber auch viel Spaß. Aus beruflichen Gründen musste ich das Amt aber leider nach zwei Jahren wieder aufgeben. 1992 waren wir dann so oft in Frankreich, dass wir uns zu Hause gar nicht mehr richtig zurecht finden konnten. Pfingsten, dann der Auftritt mit den Lollipops zum 50. Geburtstag von Günter Bierstädt, nur eine Woche später dann unser Urlaub, später noch einmal mit meinen Schwiegereltern und zuletzt mit Bekannten, denen wir es zu verdanken hatten, dass Günter dann nur 3 Tage zu Agnes Geburtstag blieb. Ein Jahr später machte ich mich selbstständig. Es begann zunächst eine aufregende, neue Zeit, richtig zufrieden machte sie uns jedoch nicht.
Wir schrieben das Jahr 1994, als wir von Chatillon aus das erste Mal eine Tour in den Süden Frankreichs machten. Selbstverständlich war das mit großen Problemen vorab verbunden. In unserem Wohnwagen in Frankreich warteten an diesem Samstag mein Bruder und seine Frau auf uns, um uns zusammen mit Günter mit einem französischen Grillen zu empfangen. Wir freuten uns drauf. Damals fuhren wir einen Ford Sierra Kombi in rot. Eigentlich war das so etwas wie ein Traumauto gewesen. Bis zu diesem Tag. Sehr früh morgens fuhren wir los, um schon nachmittags in Chatillon anzukommen. Irgendwo hinter Groningen auf der Autobahn ging etwas kaputt und wir konnten nicht weiter. Später stellte sich heraus, dass der Zahnriemen gerissen war. Der holländische Automobilclub, der kam, nachdem wir an der Notrufsäule versichert hatten, Mitglied zu werden, schleppte uns bis zur nächsten Abfahrt und stellte uns auf dem Parkplatz eine großen Hotels in Haren/NL ab. Von dort versuchten wir jemanden zuhause zu erreichen. Eine Katastrophe! Keiner hatte Zeit, keiner konnte uns holen. Ich hatte den Eindruck, da waren jede Menge Ausreden dabei. Einer, den ich dann zuletzt erreichte, war jemand, der bis heute ein Freund geblieben ist, ohne dass wir das eigentlich gemerkt hatten. Er konnte um 14.00 Uhr da sein, nahm den Weg nach Groningen auf sich und packte uns auf den Trailer. Wir holten unseren geliebten alten Escort ab, den wir ja immer noch als Zweitwagen hatten. Leider, das wussten wir, war der Auspuff kaputt. Reiner, der Retter in der Not aber schweißte ihn so gut es ging zusammen. Das hielt zwar nicht den ganzen Urlaub, doch flickte ich ihn immer und immer wieder mit GumGum und solchen Sachen. Zuletzt schiente ich den letzten Teil sogar mit einem Zeltnagel.
Nachdem das Auto fahrbereit war und wir alles umgeladen hatten, ging es wieder los. Morgens um 5.00 Uhr kamen wir dann mit 12 Stunden Verspätung in Chatillon an. Alle, die uns kannten waren auf und begrüßten uns erleichtert. Im Wohnwagen gegenüber stand ein alter Mann auf und warf sich schützend auf die Wäsche auf der Leine. Vermutlich hat der auch gedacht, wir wären ein wenig “Dummfidelbumm”. Zwei Tage später standen wir morgens um 5.00 Uhr auf, um nach Südfrankreich zu fahren, dort, wo wir auch Hotels gebucht hatten. Der arme alte Mann wachte wieder auf und wirkte wieder etwas verstört. Nachmittags kamen wir dann in der Hitze der Provence in der Nähe von Arles an.
Dieser wunderbare Duft! Überall duftete es nach Lavendel, die Grillen zirpten in einer Lautstärke, die fast ohrenbetäubend war – und der Himmel – dieses Blau, diese Helligkeit. Hier war es so schön, das man verrückt werden konnte. Kein Wunder, dass Vincent van Gogh hier durchgedreht war. Man kann die Eindrücke, die auf uns hernieder prasselten nur mit einem Zitat des berühmtesten provenzalischen Schriftstellers, Marcel Pagnol (er entdeckte den Schauspieler Fernandel, bekannt aus Don Camillo und Peppone) in Worte fassen:
Wir haben in diesen drei Tagen dort so wahnsinnig viel gesehen, dass man das gar nicht alles beschreiben kann. Eines jedoch ist sicher, die mediterrane Küche würde ab sofort in unser Leben einziehen und es nicht wieder verlassen.
Noch einmal wollten wir uns eine Fahrt mit unseren “Lollipops” nach Frankreich antun. Im Jahr des 10jährigen Bestehens der Gruppe, 1996, machten wir uns für eine Woche auf den Weg nach Chatillon-sur-Loire. Mitlerweile gab es eine Erweiterung des Campingplatzes, allerdings ohne Strom und Wasseranschluss. Genau dort brachten wir unsere Leute unter. Von unserem Wohnwagen aus konnten wir alles gut beobachten, jedoch kam die Lautstärke nicht so rüber. Es war eine schöne Zeit, bis die Lollipops die scharfe Bratwurst mit marokkanischem Hintergrund ausmachten – Merguez war das Zauberwort und es gab sie jetzt jeden Tag. Alle waren mittlerweile alt genug geworden und tranken auch entsprechend. Auf der Tour nach Chatillon hatten wir nicht weniger als 20kg Eiswürfel an Bord eines jeden Autos. Als zwei der Jungs an einer Tankstelle in Belgien mit brennender Zigarette aus dem noch rollenden Bulli heraus sprangen und zwei Polizisten sie dabei fast ertappt hätten, sagte ich natürlich meine Meinung. Die Antwort: “Du Spaßbremse!” Also tauschten sie mit zwei anderen und fuhren im rollenden Disco-Bulli mit. Nach einer Nacht mit viel schwarzem Kaffee kamen wir am Vormittag in Chatillon an und bauten die Zelte auf. In der vorletzten Nacht feierten unsere Leute eine rauschende Fete mit lauter Musik an den Ufern der Loire – wir hingegen saßen noch einmal unbekümmert unter dem einmaligen Sternenhimmel von Chatillon vor unserem Wohnwagen und relaxten! Wir merkten dabei, dass die Zeit hier im Wohnwagen auf dem Campingplatz bald vorbei sein und wieder einmal eine neue Zeit für uns beginnen würde. Eines aber würde sich nicht mehr ändern können, das, was in all den Jahren unser Leben so geprägt hatte – die Ufer der Loire!
In der kommenden Woche fällt unsere kleine Geschichte aus, da unsere ganze Aufmerksamkeit unserer Hausmesse in Nortmoor gehört. Danach geht es weiter durch den Rest der 1990er in der Bretagne, im Tal der Loire und zuletzt in London. Natürlich gibt es wieder neue Rezepte. Außerdem berichten wir vom Tag als Lady Di in Paris verunglückte. Wir waren nur wenige Stunden nach dem Unfall dort.
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – An den Ufern der Loire V erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>In der Normandie spielen Calvados, Sahne und natürlich Äpfel immer eine große Rolle. Alles miteinander vereint macht dieses Rezept zu einem normannischen Leckerbissen, der auch dem deutschen Gaumen mundet.
Der Beitrag Calvados-Rouladen erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Es muss nicht immer aufwendig und kompliziert sein, auch einfach zuzubereitende Gerichte können sehr edel sein, auch wenn man dazu ein Gewürz “missbrauchen” muss. Übrigens, dieses Rezept lässt sich natürlich auch mit Geflügelfleisch, Nackensteaks oder auch vegetarischen Leckereien verwirklichen.
Der Beitrag Grill-Medaillons erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Dieses schnelle Gericht konnten einige unserer Kunden bereits bei einer Verkostung probieren. Wieder einmal zeigt sich, dass unser Gyros-Gewürz nicht nur für Gyros taugt!
Der Beitrag Adonis-Pfanne erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Immer wieder fällt in den zurückliegenden Kapiteln der Name Günter Bierstädt. Heute möchte ich daher etwas näher auf diesen “Paradiesvogel” eingehen. Günter wurde tatsächlich so etwas wie ein Freund in der kurzen Zeit, in der wir uns kannten. Ein Mensch mit Ecken und Kanten, aber wer hat die nicht? Günter wurde 1942 irgendwo im Ruhrgebiet geboren. Wo genau, das weiß ich nicht. Nach seinen eigenen Erzählungen war er mit einem florierenden Schrotthandel pleite gegangen und schließlich auf der Straße gelandet. Von seiner Familie lebte nur noch seine Schwester, mit der er aber wohl keinen Kontakt mehr hatte. Irgendwann hatte dann der CVJM Oberhausen ein Projekt, bei dem Obdachlosen eine Aufgabe und auch eine kleine Wohnung gegeben wurde. Für Günter, der zu dieser Zeit völlig auf sich alleine gestellt war, begann ein neues Leben. Ein Leben, mit dem er letztlich aber dann doch nicht mehr zurecht kam. Er leitete Jugendgruppen im CVJM-Haus, was aber wohl nicht so klappte und fand schließlich seine Erfüllung als Verantwortlicher für das CVJM-Zeltcamp in Chatillon-sur-Loire, wo er während der Saison von Mai bis Anfang September in seinem Wohnwagen an der Loire “residierte”.
Auf dem Bild oben sehen wir Günter, fertig für den Umzug anlässlich des Nationalfeiertages der Franzosen in Chatillon am 14. Juli 1987. Tagelang hatten wir Servietten zu Blumen gefaltet und einen Umzugswagen, mit dem wir teilnehmen durften, zurecht gemacht. Für Günter war es die Krönung seiner Zeit in Chatillon. Nur alle sieben Jahre fand der Umzug hier statt. Jahre lang hatte er sich darauf gefreut. Hier war er angesehen. Der Bürgermeister kam schon mal zu ihm und zu besten Zeiten hatte Günter sogar den Schlüssel für das Rathaus, den der Bürgermeister bei ihm abholte. Im Mai begann die Zeit des CVJM-Camps in Chatillon mit einem Aufbau-Camp. Freiwillige bauten die stabilen Zelte und Hütten auf. Günter war dabei und war für die Küche verantwortlich – ob die anderen das wollten oder nicht.
Während des Aufbaus benutzte Günter natürlich die große Küche im Gruppenzelt. Nun muss man wissen, dass Günter nicht so richtig lesen und schreiben konnte. Das wirkte sich dann auch auf die Verpflegung der Montagegruppe aus. Die irrsinnigste Geschmacksverwirrung war dann wohl eine Verwechslung gerade wegen der Leseschwäche. Günter machte seine legendären Bratkartoffeln, die nach seiner Ansicht, um zu schmecken, so richtig anbrennen mussten. Zuletzt dann gut pfeffern. Damit das aber so richtig pfeffert – Cayenne-Pfeffer!
Günter sparte bei den Bratkartoffeln natürlich nicht mit Speck und sonstigem Fett – das war nämlich sein Geschmacks-Geheimnis. Jetzt fehlte nur noch die Schärfe. Natürlich hatte man die Verpflegung in Frankreich gekauft und auf den Gewürzdosen standen die französischen Namen. Günter sah das “C” für Chili, erwischte aber “Canelle”, das ist das französische Wort für Zimt. Über Jahre haben die damaligen Teilnehmer von den Zimt-Bratkartoffeln gesprochen und sich geschüttelt.
Günter war es, der uns 1990 den Kontakt vermittelte, der uns einen alten Wohnwagen einbrachte, den wir dann etwa 8 Jahre dort stehen hatten. Aber dazu später mehr.
Am 18. Juli 1992 wurde Günter 50 Jahre alt. Gleichzeitig feierte das CVJM-Camp in Chatillon sein 10jähriges Jubiläum. Mit unserer Jugendgruppe “Die Lollipops” machten wir und daher auf den Weg nach Chatillon, um mitzufeiern und natürlich auch um dort Günter zu Ehren aufzutreten. Es wurde ein bewegender Abend, Günter war schon schwer gezeichnet von all seinen Krankheiten. Er hatte im Jahr zuvor durch eine Verletzung im Rachen, die vermutlich ein Knochen verursacht hatte, mehr als ein halbes Jahr im künstlichen Koma gelegen. CVJM-Verantwortliche und der Bürgermeister von Chatillon waren da und sprachen. Der Campingplatz war wegen Günter mehr als voll. Ich glaube, das war für ihn einer der schönsten Tage in seinem Leben. Als dann die Gruppe forderte “Günter un chanson!”, sang Günter sehr bewegend ein Lied vor allen Gästen.
Und es kam der Tag, da wir Günter so richtig kennenlernten. Wir schreiben den 14. September 1992. Es ist Agnes 30. Geburtstag. Ein Taxi fährt vor – Günter steht unangemeldet mit einer Reisetasche vor der Tür. Erst Schock, dann Freude – dann drei lange Tage. Wir hatten ja ein Gästezimmer, in das wir ihn erst einmal einquartieren konnten. Glücklicherweise hatten wir uns damals vorgenommen, mit Bekannten zusammen am 18. September nach Chatillon zu fahren. Da er nicht sagte, wie lange er bleiben würde, wusste er und wussten wir zugleich, dass er nach drei Tagen wieder abreiste. Nach etlichen Tassen Kaffee und dreimal soviel Zigaretten saß er dann am Abend zwischen den anderen Gästen und plauderte galant mit jedem, der sich ihm zuwandte. Für ihn war das offenbar gleichbedeutend damit, dass er jetzt nicht nur dazu gehörte, sondern auch das Kommando übernehmen konnte. Tat er dann auch. In den nächsten drei Tagen kochte er! Niemand glaubte uns, dass wir keine Chance dagegen hatten. Er trank bis zu 30 Tassen schwarzen Kaffee am Tag und rauchte bis zu 80 Zigaretten. Alles bei uns in der Wohnung, wo wir doch gar nicht mehr rauchten.
Von seinem ersten Kochauftritt bei uns weiß ich nicht mehr so viel. Nur, dass wir Abends einen Freund zu Besuch hatten, dem er seine berühmten Bratkartoffeln vorsetzte. Im großen Entenbräter, der an diesem Abend übrigens das letzte Mal benutzt werden konnte, wurde Speck ausgelassen, Butter dazu getan und die Kartoffeln kamen natürlich auch lange genug dazu. Er würzte reichlich und als sich dann endlich am Boden des Topfes eine schwarze, nicht mehr zu entfernende Kruste gebildet hatte, stellte er fest, dass die Bratkartoffeln zu scharf waren. Also gab er reichlich Erdbeermarmelade dazu, was auch half. Natürlich hatten die Kartoffeln einen guten Geschmack, man durfte aber nicht wissen, wie sie gemacht worden waren.
Als wir Günter zwei Tage später nach Leer zum Bahnhof brachten, begannen wir, das Haus zu “entgüntern”. Es musste Tag und Nach gelüftet werden. Sein Zimmer war regelrecht zu desinfizieren. Aber immerhin konnten wir jetzt ohne die Angst ins Bett gehen, er würde mit einer Zigarette im Bett einschlafen. Ein letzter Versuch, den Entenbräter zu retten scheiterte. Den Elektroherd mussten wir grundreinigen, einige eingebrannten Fettspritzer ließen sich nicht mehr entfernen. Kurze Zeit später mussten wir eine Platte austauschen lassen. Jetzt ging es für einige Tage mit Bekannten nach Chatillon. Ausspannen und sich langsam wieder an normales Essen zu gewöhnen. Ja – wir hatten im eigenen Haus kapituliert. Aber es konnte noch schlimmer kommen. Das mussten wir zwei Jahre später erleben – da stand Günter nämlich wieder vor der Tür! Unangemeldet – versteht sich!
Das Lachen würde uns schon noch vergehen. 1994 war Günter tatsächlich noch einmal nach Filsum gereist. Wieder zum Geburtstag von Agnes. Ihm war ja schon alles vertraut und somit war er gleich der Boss. Wir wagten nicht einmal zu fragen, wie lang er bleiben würde. Das tat dann eine Bekannte von uns in einem “Small-Talk”. Seine Antwort kurz und bündig: “EINE WOCHE!”
Das durfte nicht sein. Kurzfristig hatten wir die Lollipops, die ihn ja kannten, zusammengetrommelt und es sollte einen Abend mit Günter geben. Günter aber kaufte ein (natürlich auf unsere Kosten), besuchte Bekannte (natürlich mit uns als Chauffeur) und er kochte. Zu Beginn – ich werde das Gesicht der Dame in der Fleischabteilung nie vergessen – kaufte er etwa 3kg fetten Speck.
Nachdem er dann etwa 5kg Kartoffeln zum Reibekuchen gemacht hatte und damit unseren Ofen zu Höchstleistungen anspornte, verdarb er meiner Schwiegermutter den Appetit durch die liebenswerte Bemerkung: “Also das Kartoffeln reiben hat seinen Vorteil. Dabei werden die Fingernägel sauber. – Natürlich auch kürzer!” Super! Eigentlich mochte jetzt keiner mehr etwas essen.
Dann stand das Essen mit den Lollipops an. Wo sollten wir denn nun 30 Leute unterbringen? Bekamen wir hin! Wir hatten diverse Kilos an Fleisch in Form von Braten vom Schwein und vom Rind in unserem Gefrierschrank. Das waren Vorräte, die wir angelegt hatten. Günter brauchte sie alle. Ich glaube, er hat nicht weniger als 15kg Fleisch verarbeitet. Alles in viel Fett gebraten, dann mit viel Speck (so etwa 3kg) und Zwiebeln geschmort, natürlich auch stark gewürzt. Geschmack war dran – aber eben durch sein Geheimrezept: FETT! Zum Fleisch gab es einen Kartoffelsalat. Wie? Mit viel fetter Mayonnaise, natürlich verfeinert mit Sonnenblumenöl. Am Ende konnten wir feststellen, dass uns dieses Essen mit den Lollipops eine solche Summe gekostet hatte, dass wir dafür genauso gut auch in ein Restaurant hätten gehen können. Einige der Lollipop-Mitglieder fanden das Essen sogar toll. Trotzdem fiel uns auf, dass immer mehr nachgelegt wurde. Unser Nachfrage ergab, dass man den Braten heimlich draußen entsorgte, was natürlich auch für den Kartoffelsalat galt. Überlebt hätte nämlich diese Fressorgie sonst niemand. Wir machten weiterhin gute Miene zum bösen Spiel und als die Gruppe dann nach Hause ging, nahm eine der jungen Damen auch noch etwas von Günters schmackhaftem Kartoffelsalat mit – wir hatten den nicht einmal angerührt. Einige Tage später berichtete eben diese junge Dame uns, dass ihre Großmutter beim Versuch, den Kartoffelsalat zu essen, der zu einem großen Teil aus ganzen Kartoffeln bestand, fast erstickt wäre. Na Mahlzeit!
Als Günter uns nach einer Woche wieder verließ, stand unser Entschluss fest, uns einen neuen Elektroherd zuzulegen. Überall, wo Günter in diesen Tagen war, hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Meine gastfreundliche Großmutter besuchte er an einem Vormittag. Diese hatte den meisten Stress mit der Zubereitung von Kaffee. Davon brauchte Günter an diesem Vormittag immerhin fast zwei Liter. Über seinen Zigarettenkonsum will ich mich besser nicht auslassen. Einmal noch besuchten wir ihn in seiner kleinen Wohnung beim CVJM Oberhausen. Er hatte sich alle Mühe gegeben, doch seine Fressorgien waren auch bei diesem Tagesbesuch fast nicht zum Aushalten. Drei Brötchen für jeden mit viel Aufschnitt, Mittags eine mehr als fette Ente. Irgendwie überlebten wir den Tag. In den Folgejahren kamen wir immer wieder nach Chatillon zu unserem Wohnwagen zurück, um dort Urlaub zu machen. Günter wurde zeitweise wirklich lästig, da er uns keinen Freiraum mehr ließ und ständig bei uns war. In diesen Jahren verfiel er aber auch leider seiner alten Sucht, dem Alkohol wieder. Eine Entziehungskur hatte auch zunächst Erfolg. Doch seine Eskapaden hatten natürlich auch schwere Auswirkungen auf seine Gesundheit. Als wir ihm 1997 zum letzten Mal persönlich gegenübertraten, war er schwer gezeichnet. Es war bereits September und er war immer noch auf dem CVJM-Platz, auf dem aber sonst schon seit Wochen niemand mehr war. Er ernährte sich fast nur noch von Milch. Lieber CVJM Oberhausen – bei all der guten Arbeit, die ihr geleistet habt, hier habt ihr einen dicken Fehler gemacht. Günter war darauf angewiesen, dass man ihn abholte. Er wartete sehr lange, verfiel auch wohl wieder dem Alkohol. Als sie ihn endlich abholten, hat er nur noch die Augen zugemacht und sich gewünscht, nie wieder hierher zurück zu müssen. Das hat er uns bei seinem letzten Telefonat mit uns erzählt.
Am 18. Juli 1998 telefonierten wir mit ihm, um ihm zum 56. Geburtstag zu gratulieren. Er war in diesem Jahr zu krank, um noch einmal nach Chatillon zu fahren. Nachdem wir aufgelegt hatten, wussten wir, dass wir schnell noch einmal nach Oberhausen fahren mussten, denn er hatte wohl nicht mehr lange. Nur wenige Tage später fand man Günter tot in seiner Wohnung. Er hatte Lungenkrebs im Endstadium und war qualvoll daran gestorben. Bei seiner Beerdigung in Oberhausen waren viele der alten Weggenossen dabei. Bei strahlendem Sonnenschein, diesem Wetter, für das er Chatillon so liebte, wurde er in der Nähe des Ruhr-Ufers begraben. Bei allen Eigenarten, die seinen Charakter prägten, war er guter Mensch, der immer an das Wohl der Anderen dachte, auch wenn er das manchmal maßlos übertrieb. Und dafür vermissen wir Dich, Günter!
In der letzten Folge unserer Reihe hatten wir angekündigt, heute noch von “selbstkochendem Fleisch” und einem Profikoch, der wahre Wunder vollbrachte, zu berichten. Nun ja, das wollen wir auch nicht auslassen. Ausgerechnet 1989, dem Jahr in dem der Eiffelturm seinen 100. Geburtstag feierte, waren wir nicht in Frankreich, sondern in Jugoslawien. Im Kosovo brodelte es damals schon, was uns aber nicht davon abhielt, als Mitarbeiter bei einer Jugendfreizeit in Kroatien auf der Insel Pag dabei zu sein. Jugoslawien, zu dieser Jahreszeit “sonnensicher”, so unser Freizeitleiter, war neu in unserem Programm. 24 Stunden Busfahrt standen uns bevor – unglaublich. Das Unternehmen, das für den Veranstalter fuhr, hielt junge Leute wohl für Vieh, das in ähnlich komfortablen Transportern kutschiert wurde. Als wir völlig entnervt endlich auf der Fähre standen und die Sonne Jugoslawiens uns auf den Kopf schien, sehnten wir die Ankunft herbei. Ein relativ großes Haus mit vielen Zimmern, das von den Eigentümern im Sommer frei geräumt wurde, währen sie in “Behausungen” lebten. Wieder gab es ein Problem mit dem Koch. Wir hatten einen Hilfskoch, der Hauptkoch, ein Profi aber kam erst zwei Tage später nach.
Die Versorgungssituation in Jugoslawien war damals katastrophal. Das Geld unterlag einer immensen Inflation. Ein Lebensmittelgeschäft am Ort hatte nur ein bis zweimal in der Woche geöffnet. Wir waren 52 hungrige Mäuler. Für heute Abend aber reichte es ja. Trotzdem konnten wir kaum schlafen. Alle Nase lang brach irgendjemand mit dem Bett zusammen, was zur Folge hatte, dass mein Bruder, der als Mitarbeiter dabei war, stundenlang mit dem Werkzeugkasten durch das Haus lief, um zu reparieren. Wir hatten die Freizeit schlecht geplant und vieles, was für uns selbstverständlich war, gab es hier nicht und machte uns permanent einen Strich durch die Rechnung.
Das folgende Bild zeigt die Bucht mit dem Haus, in dem wir es zwei Wochen aushalten mussten.
Wie auch schon in Chatillon vor zwei Jahren, so könnte man auch hier ein ganzes Buch schreiben. Doch Jugoslawien hatte trotz aller lustigen Geschichten nie diese Wirkung auf uns ausgeübt, wie Frankreich. Als unser Koch nach zwei Tagen ankam, muss er gedacht haben, er landet im Tollhaus. Rund um uns herum feierten die anderen Gruppen ihre Feten an einem wunderbaren, sommerlichen Abend. Bei uns war fast niemand mehr nüchtern und so richtig etwas zu beißen gab ´s auch nicht. Am nächsten Tag sollte es aber etwas zur Entspannung nach einem harten Arbeitstag geben. Ich schaffte es, für den nächsten Abend bei unserer Vermieterin 2 Flaschen mit je 2 Litern Weißwein zu kaufen. Darauf freuten wir uns den ganzen Tag. Nach unserer Besprechung am späten Abend mussten wir zunächst eine etwas naive, sehr junge Mitarbeiterin davon abhalten, den Notarzt zu rufen, da aus der benachbarten Ferienwohnung Geräusche herausdrangen, die daraus schließen ließen, dass dort jemand vor Schmerzen schrie, nur dass diese Geräusche eben rythmisch kamen. Dann endlich gab es den Wein – JA SUPER!! Ich Blödmann hatte mir vier Liter Olivenöl andrehen lassen! Also keinen Alkohol – war auch wohl besser!
Aber die Absurditäten hielten an. Natürlich mussten wir das Haus selbst sauber halten. Dazu gehörten auch die sanitären Anlagen. Agnes und ich hatten unser Zimmer direkt neben einem Badezimmer. Nach zwei bis drei Tagen schlug dann Montezumas Rache zu. Selbst wenn wir einen enormen Vorrat an Kohletabletten dabei hatten, war nicht zu verhindern, dass die Toilette in dieser Nacht unter “Dauerbeschuss” war. Und wenn Montezuma mal Pause machte, musste die Toilette natürlich auch noch für diejenigen herhalten, die des Abends statt Olivenöl richtigen Alkohol getrunken hatten und deren Bett derartig rotierte, dass ihnen schlecht geworden war. Am nächsten Morgen war ein junger Mann – übrigens heute ein sehr guter Gastronom – mit dem Putzen der sanitären Anlagen dran. Mit Unschuldsaugen bat er Agnes, ihm ruhig zu sagen, wenn er etwas falsch machen würde. Bevor sie darauf antworten konnte, ergriff er die Toilettenbürste und scheuerte damit das Waschbecken aus. Von diesem Tag an zogen Agnes und ich es vor, die Außendusche zu benutzen, auch wenn man dort schon mal ein leichtes Stromkribbeln verspürte – darüber haben wir nicht mehr nachgedacht! Der Klobürsten-Reiniger hatte wenige Tage später noch einen Traum, aus dem er mit Geschrei erwachte. Als ich in das Zimmer eilte, schaute er mich wieder mit seinen Unschuldsaugen an und machte mir eine Liebeserklärung. Das war mir auch noch nicht passiert. Ihm aber wohl auch nicht. Vermutlich war das gar kein Traum, sondern die Jungs haben kräftig einen drauf gemacht und er war eben der beste Schauspieler, um Ärger mit mir oder den anderen Mitarbeitern zu verhindern. Ich verhielt mich jedoch sehr vorsichtig, da er auf mich den Eindruck eines Schlafwandlers machte und war froh, dass er schnell wieder im Bett lag.
Das nächste Bild zeigt unsere Terrasse am Abend. Leider trügt der Schein. Wir hatten natürlich überhaupt nicht bedacht, dass wir sehr weit östlich waren und am Abend relativ früh die Dunkelheit einfiel. Lampen hatten wir nicht. Die Helligkeit auf dem Bild macht nur der Blitz. Der Rest wurde von Kerzen erledigt. Unser Programm machte das natürlich zunichte, da wir abends eben draußen nichts mehr sehen konnten und es drinnen zu klein war.
In den nächsten Tagen stellte sich heraus, dass es auch im sonnensicheren Jugoslawien jeden zweiten Tag Sturm, Wind und Regen geben kann. Dazwischen genossen wir die Sonnenstunden. Ebenso stellte es sich heraus, dass der vom Veranstalter angebotene Dienst, zum Einkaufen in die Stadt zu fahren, nicht funktionierte. Aber unser Koch hatte ein Auto. Also nichts wie zum Schlachter – muss schlimm gewesen sein, denn Agnes brauchte schon gleich danach einen Manhattan-Cocktail – vor 11.00 Uhr! Unser Koch hingegen schnitt das gekaufte Fleisch zu einem Gulasch und kochte es wunderbar. Am Abend sollte es Gulasch geben. Wir freuten uns. Dann die Ernüchterung. Der Koch kam leichenblass eine halbe Stunde vor dem Essen mit den Worten an: “Ich wollte das Fleisch aufwärmen, aber es kochte schon von alleine. Ich glaube, wenn wir das essen, verrecken wir alle!” Aber was sollte es dann geben? Er schaffte es, weil er ein Profi war! Mit den Resten aus der Küche bekamen wir ein tolles Abendessen und wer es nicht wusste, der vermisste das Gulasch auch nicht.
Ich möchte auch nicht nur schlecht über diese Fahrt reden. Es gab (Fußmarsch 20 Minuten entfernt) eine kleine Bucht mit glasklarem Wasser und einem schönen Sandstrand. Hierher verschlug es uns an einem der schönen Sonnentage. Ich schlief sofort ein. Meine “Schlaflautstärke” hatte laut den anderen mehr als 80 Dezibel betragen und ließ niemanden sonst schlafen. Sind die aber auch alle empfindlich! Also nahm ich Schwimmflossen, Taucherbrille und Schnorchel und schaute mir die wunderbare Unterwasserwelt an. Ich war so vertieft und begeistert, dass ich erst nach etwa 2 km, die ich heraus geschwommen war, bemerkte, dass es Zeit wurde umzukehren.
Nach zwei Wochen war dann Jugoslawien beendet. Wir waren froh, endlich nach Hause zu kommen und nahmen sogar einen Busfahrer in Kauf, der sich mehr als fahrlässig verhielt. Kurz nachdem wir wieder zu Hause waren, begann der Bürgerkrieg sich in Jugoslawien auszubreiten – wir alle wissen heute, was das hieß. Wir sind nie wieder in Jugoslawien gewesen. Vielleicht können wir das irgendwann einmal nachholen. Von unserer Fahrt nach Frankreich sprechen wir bis heute, Jugoslawien ist schon fast in Vergessenheit geraten. Wir planten natürlich schon auf der Rückfahrt unseren nächsten Frankreich-Tripp.
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]]>Als wir wieder zu Hause ankamen, mussten wir uns umgewöhnen. Das lockere Leben vom Loire-Ufer hatte ein Ende und schnell mussten wir wieder unserer täglichen Arbeit nachgehen. Der leckere Landwein aus Frankreich wollte uns allerdings nicht aus dem Kopf. Wir riefen auf dem Campingplatz an und schafften es, Monsieur Günter ans Telefon zu bekommen. Wir bestellten mal eben zwei 12er Kisten vom Landwein, den die Nachfolgegruppe, die auch aus Rhauderfehn kam, mitbringen sollte. Die Überraschung kam prompt nach zwei Wochen. Der Wein schmeckte hier gar nicht so gut, wie in Frankreich. Es war aber kein anderer Wein, es fehlte nur die Atmosphäre. Das war unsere erste Lehrstunde im Geniessen! Das Ambiente, die Atmosphäre beeinflusst die Stimmung, also auch den Geschmack.
Eine besondere Atmosphäre hatten wir ja auch in Paris erlebt. Gerne erinnerten wir uns an jenen Morgen zurück, an dem wir in Chatillon in den Bus stiegen und mit der Gruppe nach Paris fuhren. PARIS! Was hatten wir schon alles von dieser Stadt gehört. Wer hatte denn den Eiffelturm noch nicht irgendwann einmal im Fernsehen gesehen. Und dann endlich standen wir mit dem Buss direkt darunter und wir konnten einen ganzen Tag lang Paris erkunden! Bei wunderbarstem Sommerwetter begrüßte uns die Stadt der Liebe, die wir zu einer Zeit sahen, als sie noch völlig anders war als heute – eben das wunderbare alte Paris.

Unter diesem Jahrtausend-Monument mussten sich nun alle entscheiden, wie man diesen Tag in Paris nutzen wollte. Wir waren eine kleine Gruppe, nur sechs Leute, die bereit waren, Paris zu erkunden.
Wir nutzten nur sehr selten die Metro, diese einzige U-Bahn der Welt, die auf Gummireifen fuhr. (Jedenfalls hat man uns das so gesagt) Meistens waren wir zu Fuß unterwegs. Wenn ich heute darüber nachdenke, was wir alles gesehen haben, dann wundert es mich immer noch, dass wir wieder zurück gefunden haben. Wir waren auf dem Eiffelturm, auf der Champs Elysée, wir sahen die Mona Lisa und – und – und. Dann kam es natürlich, wie es kommen musste. Wir waren durstig – fanden ein tolles Straßencafé mit Original Pariser Preisen. Aber wir sagten uns zur Beruhigung, dass dieses Lokal mit diesem Preis klar kommen würde, denn ansonsten würden wir sicher mehr bezahlen müssen. Die Sonne knallte erbarmungslos auf die heiße Stadt und verbrannte uns gleich mit. Wir hatten noch etwa 20 Minuten bis zur Abfahrt des Busses und der stand ja am Eiffelturm, welchen wir in Sichtweite hatten. Wir liefen erst einmal gemütlich los, um dann festzustellen, dass es knapp wurde. Wir waren fast eine halbe Stunde zu spät am Bus – aber man hatte, auch wenn der Busfahrer nervös wurde, auf uns gewartet. Zumindest war damit sicher gestellt, dass wir wieder den Feierabendverkehr auf dem Pariser Ring erlebten. Vor unserer Odysée durch Paris machte der Kellner noch ein Erinnerungsfoto von unserer “Stress-Besichtigungs-Gruppe”.
Das Jahr ging ins Land und kein Tag, an dem wir nicht von Chatillon gesprochen hätten. Mittlerweile hatten wir in Filsum die Lollipops, eine Jugendgruppe, gegründet, die Comedy machte, als es so etwas noch gar nicht in der Form gab. In diesem Zusammenhang spielten wir zwei dann auch in Zusammenarbeit mit Greta Schoon, der leider inzwischen verstorbenen ostfriesischen Schriftstellerin, das Silvester-Kult-Stück Dinner for one auf plattdeutsch. Das Essen spielte natürlich neben den Getränken eine wesentliche Rolle. So gab es Hönersoap, Puffert met beeren, aber auch den “blanken Jan Blixen”, weil der Posaunenchor gerade mal den Aufgesetzten komplett weggetrunken hatte. Ende des Jahres hatten wir uns entschlossen, mit dem Zelt nach Chatillon zu fahren, um dort zwei Wochen Urlaub zu machen. Dann sollte Essen und Genuss eine ganz große Rolle spielen. Im Mai ein Anruf bei Günter in Chatillon und der Wunschplatz war reserviert. Das war übrigens ein Traumplatz, den wir nie wieder haben würden. Nach einer langen Nachtfahrt richteten wir uns dann im Juli 1988 unseren Platz ein.
Schon damals stand für uns fest, dass wir ein Land nicht nur sehen, sondern auch schmecken wollten. Wir hatten die Rechnung allerdings ohne meine Mutter gemacht. Sie meinte es zwar gut, jedoch bombardierte sie uns mit Unmengen an Konserven, die uns in den vierzehn Tagen fern ab der Heimat in der Wildnis am Leben halten sollten. Auf dem Campingplatz in Chatillon war allerdings auch ein kleine Gruppe junger Leute aus Oberhausen – natürlich Vokuhila-Frisur und Manta. Eine der jungen Frauen war eine begnadete Köchin und musste das auch allen zeigen. Es wurde bei Günter gekocht – in Wirklichkeit nutzte man nur seine Gutmütigkeit aus. Denn er kaufte immer kräftig Lebensmittel ein. Am ersten Abend waren wir eingeladen und nahmen die Einladung dankend an. Ich weiß nicht mehr, was es dort gab, es war aber eine deftige Hausmannskost, die wohl in den ostfriesischen Winter, aber nicht in den französischen Sommer passte. Höflich verabschiedeten wir uns in unser Zelt, in dem ein ganzes Bataillon von Dosen verstaut war. Wir waren so müde, dass wir von nächtlichen Gewittersturm nichts mit bekamen. Danach haben wir in diesem Urlaub keine Wolken mehr gesehen.
Die Kathedrale von Orleans war unser erstes Ziel in diesem Urlaub. Beeindruckend! Wir sahen an diesem ersten Tag wirklich eine ganze Menge und immer wieder stießen wir auf die Leckereien der Franzosen. Am Abend wollten wir natürlich vor unserem Zelt zum ersten Mal den Grill anwerfen. Es sollte Koteletts mit Kräutern der Provence geben. Das kannten wir ja schon von der Jugendfreizeit her. Gegen 19.30 Uhr fuhren wir auf den Campingplatz. Vorsichtig ging es über die staubigen Wege, um niemanden zu verärgern. Wir mussten den gesamten Platz einschließlich des weiter hinten liegenden CVJM-Camps durchqueren. An Günters Wohnwagen stoppten wir kurz für ein “Hallo” – da gab ´s die Anmache von der Köchin: “Jetzt wird ´s aber Zeit, das Essen ist schon fertig! Und außerdem: das ist doch kein Urlaub, was ihr da macht!” So sind sie – die Ruhr-Yankees. Bevor ich etwas sagen konnte, warf Günter sich ins Gespräch und bemerkte, das im Urlaub jeder das macht, was ihm Spaß macht! Dem war nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass sie uns nicht mehr zum Essen einplanen sollte, denn unser Urlaub besteht aus Ruhe, Zweisamkeit, vielen Konserven und dem Grill, den wir gleich anzünden werden.
So erlebten wir viele schöne Tage an einem wunderbaren Ort, ungestört, wenn wir wollten. Natürlich hatten wir Paris eingeplant. Dazu wollten wir morgens sehr früh los und dann in Paris frühstücken. Wir hatten uns natürlich einen Weg auf der Karte angeschaut, denn ein Navi gab es damals natürlich noch nicht in unserem Auto. Wir waren auch fast am Ziel, einem Parkhaus, fuhren jedoch an der Einfahrt vorbei. Ich stoppte ab, um zu schauen, wie ich fahren musste. Aber hinter uns drängelte ein Franzose herum. Also fuhr ich etwas zur Seite. Der Franzose stoppte neben uns, kurbelte das Fenster herunter und sprach uns in fast akzentfreiem Deutsch an: “Guten Morgen! Sie haben sich verfahren? Wo möchten Sie hin? Kann ich helfen?” Wumms! Das gibt ´s doch nicht. In einer solchen Stadt? Ich schilderte ihm unser Problem und er zeigte mir einen unkomplizierten Weg zurück zum Parkhaus. Diese herzliche Begrüßung hatte uns Paris für alle Zeiten in unser Herz gebrannt. In der Nähe der alten Markthallen nahmen wir dann ein typisches französisches Frühstück ein – mit Croissant und Kaffee aus Pappbechern. Die teuren Restaurants konnten wir uns leider nicht leisten. Ein kleiner gewiefter Spatz leistete uns dabei Gesellschaft.
Nach einem irrsinnig anstrengenden Tag in Paris – wir hatten die halbe Stadt besichtigt – wollten wir uns unbedingt ein Abendessen in Paris gönnen. Da wir noch etwa 2 Stunden zurück fahren mussten, begannen wir für Pariser Verhältnisse sehr früh mit dem Abendessen. Wir saßen bei hochsommerlichen Temperaturen schattig im Außenbereich eines Restaurants. Unsere mangelnden Sprachkenntnisse bescherten uns ein eigenartiges Menü. Es begann mit einem Salade Nicoise, also einer wirklich tollen Vorspeise, dazu ein Glas leckeren Rotwein.
Das Hauptgericht hätte in dieser Jahreszeit eigentlich nicht auf die Abendkarte gehört. Choucroute! Ja wussten wir denn was das war? Es war eine elsässische Spezialität – Schlachtplatte mit Sauerkraut. Viel später stimmten wir in unserem eigenen Rezept “Choucroute á la Gourmet Flamand” dieses Gericht auf den deutschen Gaumen ab.
Im weiteren Verlauf unseres Urlaubes hatten wir vor, für zwei Tage in die Normandie zu fahren. Das genau taten wir auch, hatten jedoch völlig die Entfernung unterschätzt. Wir wollten im Auto übernachten, auch das dürfte kein Problem sein. Das erste Problem hatten wir jedoch damit, dass plötzlich an der Grenze zur Normandie das Wetter deutlich schlechter wurde. Das wollten wir nicht mitmachen. Also besichichtigten wir kurz den Mont-Saint-Michel, dieses gigantische Kloster und drehten wieder um. Wir waren eben noch nicht soweit, hier die Schönheiten und Besonderheiten der Normandie anzuschauen, auch wenn das Wetter vielleicht nicht so gut ist. Eine kulinarische Spezialität dieser Gegend ist übrigens das Salzwiesenlamm. Der der salzige Altlantik hinterlässt hier Spuren und die Flut dringt weit ins Land hinein ein. Das Wasser läuft hier mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h auf. Der Tidenhub beträgt hier satte 12m. Wenn man da an der falschen Stelle steht, hat man keine Chance. Mir sollte Jahre später durch die weise Vorraussicht unseres kleinen Hundes dieses Schicksal erspart bleiben. Nun aber zurück zum Salzwiesenlamm. Es ernährt sich von den salzhaltigen Wiesen vor dem Mont St. Michel und wird dabei “vorgesalzen” – daher auch pré salé. Die Restaurants in der Gegend haben alle ihr eigenes Rezept. Manch ein Schlachter lebt ausschließlich davon.

Wir fanden zurück ins Tal der Loire in ein kleines Örtchen namens Vitré mit einem wunderbaren Restaurant. Und was haben wir dort wohl gegessen? Natürlich – das französische Nationalgericht Steak mit Pommes! Eines sollte man bei der Bestellung allerdings wissen. Auf keinen Fall Medium bestellen, wenn man ein Steak auch Medium haben möchte. Dann eben durchgebraten bestellen. Ich habe die Befürchtung, dass bei der Steakbestellung “englisch” ein Kellner mit dem Rind ankommt und man darf sich ein Stück heraus schneiden.

Aber Spaß beiseite – wir hatten einen schönen Abend und fanden auch einen Parkplatz, auf dem wir im Auto schlafen konnten. Dort war sogar eine Toilette. In der Nacht war viel los. Heute lässt man so etwas auch besser. Am nächsten Morgen machten wir uns auf einem Feldweg mit stillem Wasser aus der Flasche etwas frisch und fuhren nach Angers. Dort fanden wir mitten in der Stadt eine gigantische Markthalle mit all den Leckereien, die Frankreich zu bieten hatte.

Es wurde Zeit nach Chatillon zurückzufahren. War richtig schön, als wir dort ankamen. Ach übrigens – unsere Konservendosen stapelten sich immer noch im Zelt. In den nächsten Tagen sahen wir unheimlich viel von der Gegend und erholten uns prächtig, auch wenn man sich das in Oberhausen nicht hätte vorstellen können. Zu den Highlights gehörten unsere Picknicks in den Weinbergen eines der edelsten Weinanbaugebiete Burgunds, nämlich Sancerre. Dieser Wein ist etwas Wunderbares! Den Weißen bekommt man problemlos in Deutschland, den Roten hingegen nur vor Ort oder auf Bestellung bei Gourmet Flamand!
Ein herausragendes Ereignis des Urlaubes war sicher der Besuch des Son et Lumieres Festivals im 30km entfernten St. Fargeau. Viele Licht- und Musikeffekte und 600 Akteure mit Hunden, Pferden und Fahrzeugen bescherten uns einen unvergesslichen Abend.

Einer der letzten Tage dieses Urlaubes war der 18. Juli 1988. Günter, der Platzwart vom CVJM, wurde 46. Wir erlebten zum ersten Mal eine Feier in Frankreich, bei der viele unterschiedliche Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten zusammen saßen und bei Baguette, Wurst, Käse und Wein einen tollen, hochsommerlichen Abend miteinander verbrachten. Auch diese Art zu feiern, war bei uns in Vergessenheit geraten. Hier standen nicht aufwendige Speisen, sondern ein geselliges Zusammensein im Vordergrund. Das aber, was da auf dem Tisch stand war keine Billigware, sondern hochwertige Lebensmittel – denn das schätzt man hier ganz besonders.
Jeder Urlaub geht einmal zuende. So war das jetzt hier auch. Wir hatten zwei volle Wochen hochsommerliches Wetter hinter uns, hatten viel von dem Land geschmeckt, viel gelernt und dabei den schönsten aller Plätze auf diesem einmaligen Campingplatz direkt an der Loire gehabt. Die Dosen? Ach ja, die haben wir nicht wieder mitgenommen. Günter hat sie dankend angenommen.
Ja, es war schön, dass wir neben den deutschen Campingplatzbesuchern auch viele Franzosen, allen voran Jean und Bernadette, kennengelert haben. Jean Ramond war in Chatillon so etwas wie ein Mädchen für alles. Er war bei der Stadt angestellt, arbeitete sehr intensiv bei der freiwilligen Feuerwehr mit und – war in der Saison zusammen mit seiner Frau Bernadette für den Campingplatz verantwortlich. Bernadette arbeitete als Kindergärtnerin im städtischen Kindergarten. Da die Doppelbelastung Kindergarten und Campingplatz im Sommer zu viel war, sorgte unser lieber Günter Bierstädt mit seinem Einfluss beim Bürgermeister dafür, dass sie für diese Zeit von der Arbeit im Kindergarten freigestellt wurde. Viele Jahre bis zu Ihrer Pensionierung im Jahr 2008 besuchten wir sie regelmäßig in ihrer Dienstwohnung,dem alten Schleusenwärterhaus direkt am Campingplatz. Sie kauften sich ein Haus in der Nähe, aber eben mitten in der Stadt. Alles für sie wie geschaffen. Jean machte natürlich alles selbst. Damit hat er sich und Bernadette allerdings einen kleinen Traum erfüllt. Leider haben wir uns in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren. Wir hoffen nur, dass die Zwei noch viele angenehme Jahre gemeinsam in ihrem Traumhaus erleben dürfen. Links neben diesem Absatz sehen wir Jean auf einem Foto aus 2007 zusammen mit Agnes. Unten links sieht man den Bernadettes Garten neben dem alten Schleusenwärterhaus, rechts die Vorderansicht des Hauses. Heute gibt es den Garten nicht mehr. Im Haus und im Garten gibt es heute ein Café, der Campingplatz selbst bleibt eher leer, weil hier wohl die guten Seelen fehlen.
Noch im gleichen Jahr wollten wir wir noch einmal nach Rüdesheim am Rhein reisen. Eine Woche im Herbst dort genießen, wie wir es schon einmal getan hatten. Damals hatten wir Kontakt zu einer Gruppe Engländer bekommen, mit denen wir uns, weil sie gleichzeitig dort sein würden, verabredeten. Wir hatten bis dahin nur ganz altmodisch per Brief miteinander Kontakt gehalten. Natürlich freuten wir uns darauf, sie alle im “International” in der Drosselgasse wiederzutreffen. Doch das Lokal war an diesem besagten Abend wegen einer geschlossenen Gesellschaft für uns nicht zugänglich, bis wir schon vorne am Fenster die lustigen Engländer sahen. Man muss wissen, dass in England um 23.00 Uhr Sperrstunde ist und man bis dahin alles getrunken haben muss, was man möchte. Da unsere englischen Freunde das noch so gewohnt waren, hatten sie schon eine entsprechende Stimmung als wir uns sahen. Hier die Bilder dazu – natürlich kommentarlos.
Ja also, ganz ehrlich – das Essen kam in diesen Tagen doch etwas zu kurz. Wie schon Jahre zuvor wohnten wir mitten in Rüdesheim in der Pension Nägler, bei denen wir ein tolles Frühstück bekamen, uns dann aber den ganzen Tag über alleine ernähren mussten. Das gelang auch ganz gut. Vom Schnitzel, über Kaffee und Kuchen bis hin zum Eis war alles dabei. Haupternährung jedoch war Bier und Wein. Nach drei anstrengenden, aber sehr schönen Abenden mit den Engländern hieß es Abschied nehmen. Sehr herzlich trennten sich unsere Wege im nächtlichen Rüdesheim. Ganz oft, viel in den Briefen und dann bei unserem letzten persönlichen Treffen der Satz: We often remember those wonderful days of Rudesheim! – Wir denken oft an jene wunderbaren Tage von Rüdesheim!
Nächste Woche folgt Teil 4! Dann beschäftigen wir uns unter anderem mit einem, der glaubte, die alteuropäische Küche kochen zu könnnen – sein Geschmacksgeheimnis hat er uns verraten und wir plaudern das nächste Woche hier aus. Sein Kartoffelsalt mit ganzen Kartoffeln brachte einer älteren Dame fast den Erstickungstod ein. Und dann geht es noch um “selbstkochendes Fleisch” und einem Profi-Koch, der wahre Wunder vollbrachte.
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]]>Ein gewichtsmäßig leichtes, kalorienmäßig jedoch eher schweres Gericht, hatte sich 1985 auf unseren Speiseplan geschlichen. Wir hatten damals, als wir in Salzburg waren, das Glück, auf eine ehrliche Kellnerin zu stoßen, die uns anriet, nur eine Portion zu bestellen. Das Gericht bietet sich zum Ausprobieren an – ist gar nicht so schwer!
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]]>Das war kaum zu glauben, als wir diese Variante zum ersten Mal in Brüssel sahen. Dennoch ist es zu einem unserer Lieblingsgerichten geworden. Einfach lecker und leicht – am schönsten im Sommer unter freiem Himmel. Auch wenn man im Sommer in Deutschland im allgemeinen keine Miesmuscheln bekommt, ein kurzer Trip über die Grenze zu unseren Nachbarn in Benelux oder Frankreich hilft da weiter.
Der Beitrag Moules-Frites – Muscheln mit Pommes erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Unser Autor Henry Brewmaster hat dieses Rezept von seiner Ur-Großmutter, die die heute so übliche Version der Königsberger Klopse mit Anchovis und Kapern einfach in den Wind schlägt. Viel Spaß beim Nachkochen!
Der Beitrag Henry Brewmasters Königsberger Klopse erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Stets sind wir auf der Suche nach neuen Spargel-Ideen. Dieses Mal mussten wir gar nichts Neues erfinden, denn wir haben aus unserer eigenen Rezepttruhe ein schönes Spargel-Rezept ausgegraben. Diese Tellersülze war 2005 Bestandteil eines fünfgängigen Spargelmenüs, das wir für unsere Familie zubereiteten.
Der Beitrag Tellersülze von zweierlei Spargel erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Wie entsteht so etwas? Ganz einfach. Man überlegt sich, was man denn nun zu essen macht. Dabei fallen einem tausend Sachen ein und man schaut, was noch im Haus ist. Kohlrabi war noch da, zwar in der Tiefkühltruhe, doch das ist kein Qualitätsverlust. Was passt dazu? Schnell mal einkaufen gehn und siehe da – die Bayerische Frikadelle mit Dill-Rahm-Kohlrabi ist geboren!
Der Beitrag Bayerische Frikadelle mit Dill-Rahm-Kohlrabi erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Ja – da hat man den Gedanken, für seine eigenen Gäste einmal ganz privat ein deftiges Rezept zu entwickeln, da kommt da so ein liebenswerter Food-Blogger zur Gästerunde dazu und bringt einen in Zugzwang, schnell mal ein Rezept zu veröffentlichen. Marcus, wir machen das natürlich gerne und freuen uns, dass es Dir und den anderen geschmeckt hat. Ursprünglich war diese Pfanne als Resteverwertung im alten Berlin üblich. Man tat noch ein geschlagenes Ei hinein und hatte so etwas wie ein Bauernfrühstück. Wir sind aber der Meinung, dass man hier auch ganz einfach auf das Ei verzichten kann und haben unser eigenes Rezept ausgetüfftelt. Und von Resteverwertung haben wir auch Abstand genommen. Wem die ganze Zubereitung nämlich zuviel Arbeit ist, der macht einfach nur den Braten, dem unser Campagnarde eine angenehm rustikale Note verleiht. “Det jute alte Berlin eben!” Und hier findet man Marcus´Bericht dazu
Der Beitrag Alt-Berliner Wirtshauspfanne mit Biersauce erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Kapitel 2 – Nach der Hochzeit: Kochpannen und Reiseplanungen
Es war schon etwas Besonderes, endlich zusammen zu wohnen. Unsere erste gemeinsame Wohnung hatte gerade einmal 49m² und einen kleinen Balkon. Hier entdeckten wir, dass in uns eine gewisse Leidenschaft für ´s Essen brodelte. Das erste gemeinsame Weihnachten sollte außergewöhnlich werden! – Wurde es auch. Agnes arbeitete damals im Lebensmittelgeschäft meiner Eltern. So war klar, dass ich den Kochpart für den Heiligen Abend übernehme. Doch wir hatten die Rechnung ohne eine für einen unmöglichen Zeitpunkt angesetzte Nachbarschaftsfeier gemacht. In unmittelbarer Nachbarschaft galt es einen Ehrenbogen zum Einzug aufzuhängen. In dieser Nachbarschaft war das gleichbedeutend mit dem Verzehr einer Unmenge an Bier und Kruiden. Kam man gar nicht drum herum. Mein Menü für den nächsten Tag stand natürlich. Ich habe tatsächlich vergessen, was es als Vor- und Nachspeise gab. Das Hauptgericht habe ich allerdings nie vergessen: Gans mit Pfirsichen, tatsächlich eine Gänsebrust. Jetzt aber bei der Reihenfolge bleiben. Ich wollte an diesem Abend einige Vorbereitungen machen, fielen aber aus – Besäufnis mit den Nachbarn war angesagt. Unglücklicherweise gerieten einige der Anwesenden noch in einen Streit, so dass über die gesamte Straße verteilt Diskussionsgruppen standen – was für ein toller 23. Dezember – und wir waren gerade einmal einen Monat hier.

Nun aber zum Heiligen Abend 1983. Vorschriftsmäßig bereitete ich die Entenbrust genau nach dem Rezept vor. (Würde mir heute nicht mehr passieren) Da ich damals glaubte, dieses kleine Brüstchen bräuchte sehr lange, kam es noch in den Ofen, bevor ich Agnes so gegen 7.00 Uhr zur Arbeit brachte – es wurde sozusagen eine Schlafanzug-Entenbrust. Jetzt hatte ich erst einmal Ruhe. Das Teil war im Bräter im Ofen – was sollte passieren? Ich ging duschen. Doch als ich gerade einmal Unterhose und Socken an hatte, kam ich auf die glorreiche Idee, das im Ofen vor sich her brutzelnde Entenbrüstchen zu wenden -was für ein Quatsch! Auf dem Rost wollte ich den Bräter heraus balancieren und auf den Ofen stellen. Leider war der Bräter unten leicht rund, rutschte weg und viel auf die Ofenklappe. Natürlich nicht mit dem Boden nach unten. Jede Menge Fett verteilte sich im heißen Ofen, in der Klappe und auf dem Fußboden. Es dauerte fast zwei Stunden, bis das Schlimmste beseitigt war. Wie durch ein Wunder hatte ich nicht einen Spritzer Fett abbekommen. Diese Entenbrust ging bei uns als “Flugente” in die Geschichte ein. Wir haben sie auch gegessen. Vom abendlichen Tisch gibt es sogar noch ein Foto:

Jedoch war Weihnachten damals sehr hektisch für uns. Bei aller Romantik, die wir uns so vorstellten, wurde schnell gegessen, schnell die Bescherung gemacht und dann ganz schnell noch ein Besuch bei Eltern und Schwiegereltern – so hatte Weihnachten nach unserer Hochzeit eine völlig neue Qualität bekommen, nämlich die Forderung unserer Körper nach viel Schlaf!

Natürlich hatten unsere Eltern Angst, dass wir verhungern würden. So bekamen wir dann Königsberger Klopse zum Aufwärmen. Das war für uns auch ja kein Problem. Wir hatten ganz neue Fissler-Töpfe und die brennen ja nicht an. Also nutzten wir den frühen Freitagabend dafür, die Klopse mit ihrer Mehl-Sahne-Sauce in einem unserer neuen Töpfe auf den Ofen zu setzen, während wir uns im damaligen Vorabendprogramm in aller Ruhe Dick und Doof anschauten. Langsam machte sich dann irgendwann ein etwas verbrannter Geruch bemerkbar. Na ja – man kann ja mal nachschauen. Jetzt bot sich ein Bild des Grauens: Natürlich war die Soße angebrannt, eine etwa 1cm dicke Schicht war unten im Topf festgebrannt – doch viel schlimmer noch, dunkle Rauchschwaden zogen durch die Küche und es stank hier bestialisch. Sofort rissen wir das Fenster auf und begannen mit den Reinigungsarbeiten. Wir konnten alles beseitigen, der Geruch hielt sich jedoch noch sehr lange. Und der Fissler-Topf? Den habe ich mit aller Gewalt sauber geschrubbt. Die Sache mit dem “nicht-anbrennen” funktionierte also nicht – das war klassisches Learning by doing! Den Topf jedoch haben wir danach tatsächlich noch über 30 Jahre benutzen können.

1984 wagten wir uns erstmalig “so richtig” ins Ausland. Brüssel war angesagt. Dazu mussten wir durch ganz Holland und dann eben durch Belgien fahren. Hier entstand eine Beziehung fürs Leben. Wir hatten das Glück, direkt neben der Börse ein Hotel zu finden und waren damit nur wenige Meter vom Grand Place und seinen Nebenstrassen entfernt. Wir gaben natürlich sehr viel Geld für ´s Essen aus, denn die “Fressmeile” war beeindruckend – ganze Straßenzüge waren ein einziges Restaurant.

Wir lernten ganz neue Dinge kennen. Normal waren dabei für uns die belgischen Waffeln, gebacken aus einem Hefeteig.

Dann aber sahen wir etwas, was wir (noch) nicht verstehen konnten: Moule avec Frites. Haben wir das richtig gelesen? Muscheln mit Pommes? Ja! Wir trauten uns nicht, es zu bestellen. Wie toll das war, würden wir erst viele Jahre später entdecken! Ein Rezept gibt es natürlich auch davon.

Für uns Deutsche ist es immer noch ungewohnt, mitten im Sommer Muscheln zu essen, gehören die doch zu den Fischsorten, die man in den Monaten ohne “R” nicht isst. Ein ziemlicher Unsinn, der einfach nur aus der Zeit stammt, als es noch keine Kühlungen gab. Heute gibt es das Problem so nicht mehr und man kann gerade im Sommer diese leichte Küche mit den Meeresfrüchten wunderbar vertragen. Wir haben sie zu allen Zeiten überall in den Ländern Europas gegessen, in denen wir auch mitten im Sommer waren. Leider führt dieser deutsche Irrglaube immer noch dazu, dass man Miesmuscheln in den besagten Monaten nicht bekommt. Glücklicherweise ist Holland nicht weit und direkt hinter der Grenze bekommt man ganzjährig die besten Muscheln, die man sich vorstellen kann. Natürlich gibt es auch noch Bilder von damals:
Wir wollten gerne viel von der Welt sehen. Beruflich hatten wir uns zwar orientiert, wie sich viel später herausstellen sollte, leider nicht richtig. Eine sehr schöne Reise stand uns 1985 ins Haus. Drei lange Wochen tourten wir durch das Berchtesgadener Land. Hoch über dem Königssee in etwas mehr als 1.000 Meter Höhe quartierten wir uns in einer Pension ein, die wir uns leisten konnten.Ein Schock für uns Flachlandtiroler war aber zunächst einmal die Anfahrt zur Pension.

Katastrophe gleich nach der Ankunft – “Dusche? Haoben mir net!”. Das waren die Worte der Pensionsbesitzerin. Zwar stand das im Prospekt anders drin, jedoch haben wir aus Rücksicht auf die beiden älteren Herrschaften, denen die Pension gehörte, keine Meldung gemacht. So gingen wir dann eben oft einmal ins Freibad.
In diesem Urlaub spielte das Essen wieder einmal eine sehr große Rolle.Es war eine andere Zeit damals und wir erlebten viel. Das Essen im Berchtesgadener Kurhaus-Restaurant hatte es uns besonders angetan. Hier war damals der bekannte Fernsehkoch Armin Roßmeier der Küchenchef! Seine Grillabende waren legendär. Im benachbarten Salzburg erlebten wir eine Festspieleröffnung, die sich gewaschen hatte.

Dabei versuchten wir zum ersten Mal Salzburger Nockerln. Gut, dass die Kellnerin ehrlich war und uns anriet, nur eine Portion zu bestellen. Wie die funktionieren, sagt unser Rezept.

Das nächste Bild wirkt sicher im Moment etwas fremd, dennoch ist es der Beginn einer großen Leidenschaft, die unser gesamtes Leben prägen sollte.
Wir schreiben den 03. Juli 1987. Es ist 5.00 Uhr – das Telefon klingelt. Nein, das Klingeln hat uns nicht aus dem Bett geworfen. Wir standen bereit, um mit unseren Koffern durch Filsum zu laufen, um beim Konfirmandensaal in den Bus zu steigen, der uns zur Jugendfreizeit in Chatillon-sur-Loire bringt. Wir gehörten zum Leiterteam. Um 6.00 Uhr sollte der dort ankommen. Am Telefon war der Freizeitleiter, der noch einmal letzte Dinge mit uns besprechen wollte, da er mit dem gemieteten Bulli hinterher fahren würde. Damit begannen zwei aufregende Wochen, die niemand, der dabei war, jemals vergessen hat. Natürlich kamen wir ganz hinten in den Bus. Damals war es kein Problem, dass man während der Fahrt rauchte – und das hatte hinten zu erfolgen. Kaum aus Filsum heraus, zeigten sich einige Jugendliche so, wie wir sie noch nicht kannten. Wir mussten noch ins etwa 20km entfernte Westrhauderfehn, um den Rest der Gruppe einzusammeln. Ein Jugendlicher, von dem wir gar nicht wussten, dass er raucht, schaffte es, während dieser 20km fast eine Schachtel Zigaretten durchzubringen. Ein Einschreiten unsererseits hatte keinen Erfolg. Ein anderer zog sich dann schon mal eine Frikadelle mit ordentlich Tzatziki rein und verweilte nahezu die ganze Fahrt vor uns stehend.
Zunächst aber mussten wir noch nach Steinfurt, dem Sitz des Busunternehmens, das für den Veranstalter fuhr. Hier sollten wir einen zweiten Fahrer aufnehmen. Was wir noch gar nicht bemerkt hatten, war, dass unser Freizeitleiter mit dem Bulli hinter uns verschwunden war. Im Busunternehmen wusste man Bescheid, weil er dort angerufen hatte. Der Bulli war kaputt und er musste auf ein Ersatzfahrzeug warten.
Wir jedoch hatten einen anstrengenden Tag im Bus. Hitze, rauchende Mitfahrer, Knoblauchfahnen und eine stets in Fahrtrichtung geöffnete Dachluke vor uns. Wir stellten fest, dass Belgien, als wir durchfuhren, echt hässlich war. Wir wussten ja nicht, dass es auch ein Belgien neben der Autobahn gab. Der Verkehr wurde stärker und die Extratour über Steinfurt rächte sich jetzt durch den Zeitverlust. Pariser Ring und Feierabendverkehr – das ist immer wieder ein Erlebnis.
Es war bereits deutlich nach 20.00 Uhr, als wir endlich von der Nationalstrasse 7 abbogen. Diese N7 ist eine sehr wichtige Route und war stets die Route de Soleil, die Straße zur Sonne, die quer durch Frankreich führte.Jetzt aber hatte keiner von uns mehr Lust auf solche Geschichten und an Essenskultur war gar nicht zu denken. Nun ja, es bot sich jetzt das Bild, das für uns ein Leben lang etwas Besonderes bedeuten sollte. Der Blick hinunter auf Chatillon-sur-Loire, auf das Tal der Loire, dem Val de Loire!
Aber jetzt war keine Zeit für Romantik. Als erstes gab es wegen der späten Ankunft, für die wir nichts konnten, mal kräftig eins drüber vom CVJM-Platzwart, Günter Bierstädt. Der Name bürgte für Qualität. Der CVJM Oberhausen, als Betreiber des Camps leistete ja gute Arbeit. und so hatte man auch Günter, einen ehemaligen Obdachlosen von der Straße geholt und ihm diese nicht immer angenehme Aufgabe gegeben. Günter war gerade einmal 45 Jahre alt, als wir ihn kennenlernten. Als er starb, war er gerade einmal 56 Jahre alt. In den dazwischen liegenden 11 Jahren sollten wir zum Teil öfter mit ihm zusammentreffen, als es uns lieb war. Nachdem wir unser Gepäck auf den Anhänger seines alten Treckers gelegt hatten, liefen wir, die Mücken vor dem Gesicht vertreibend hinunter ins Camp. Dort war so etwas wie eine friedliche Abendstimmung. Nur der Bulli war noch nicht da. Aber wir bekamen das irgendwie hin. Auch, wenn man beim ersten Blick über den in der Abendstimmung romantisch anmutenden Platz jäh durch das Entdecken des alten französichen Toilettenhäuschens aus allen Träumen gerissen wurde. Wir wussten da noch gar nicht, dass es natürlich bessere und neuere Sanitäranlagen gab.
Mitten in der Nacht dann eine gewisse Unruhe auf dem Platz. Unser Freizeitleiter war mit dem Bulli eingetroffen. Alle waren wach! Irgendwann war dann auch trotzdem Ruhe. Aber was war denn so faszinierend an Frankreich – bis jetzt noch nichts.
Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn man von diesem ersten Tag der Jugendfreizeit am nächsten Tag aus der Zeitung erfahren hätte? Ich vermute mal so:

Als wir am nächsten Morgen erwachten, beschlossen wir, das Programm zunächst auszusetzen, um alle “ankommen” zu lassen. Irgendwie war es schön hier – wir hatten ja auch traumhaftes Wetter.
Diese Fahrt alleine wäre es wert ein ganzes Buch darüber zu schreiben. Das würde aber jeden Rahmen sprengen. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass wir im Laufe der zwei Wochen so einige Leute kennenlernten. Wir arbeiteten ja dort. Immer wieder gab es tolle Erlebnisse – aber auch Peinlichkeiten. Diese wurden von allen cool geschluckt. Wir nahmen am 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, an einem Umzug teil und fuhren hinter dem Königswagen durch die Stadt. Und als ein Gewitterregen hernieder prasselte, stellten wir uns auf den Wagen und sangen: “So ein Tag so wunderschön wie heute”. Wir haben die Franzosen damit beeindruckt und standen am nächsten Tag positiv erwähnt in der Zeitung. Viele Jahre danach noch hat man in Chatillon davon gesprochen.Was auf keinen Fall in unserer Biographie fehlen darf, sind Erlebnisse rund ums Essen. Da gab es das im Beisein des Bürgermeisters umgestoßene Buffet, den Rotkohl, der nach Weißkohl schmeckte, die Nudelsuppe, die zum Nudelsalat wurde (ist ganz einfach – nur die Brühe abgießen und in Salatschüsseln auf den Tisch stellen – fällt fast nicht auf!), eine Creperie, die wirklich romantisch war – ja und natürlich die “geplünderte Käseplatte”.
Alle Mitarbeiter der Freizeit arbeiteten fast rund um die Uhr. Dafür hatte man dann auch einige Freizeit. Natürlich gab es auch einen freien Abend. Wir fuhren dazu mit einigen anderen Mitarbeitern in die naheliegende Stadt Gien, bekannt durch Ihre Porzellanverabeitung. Ein kleines Restaurant war schnell gefunden, man teilte uns einen Platz zu und wir studierten die Speisekarte. Es gab komplette Menüs zu Auswahl. Also verständigten wir uns darauf. Man muss wissen, dass der Franzose sehr viel Wert auf die Menüfolge legt. Man beginnt immer mit einem Entrée, einem Vorgericht. Das kann auch ein einfacher grüner Salat sein. Es folgt eventuell ein Zwischengericht, dann das Hauptgericht. Suppen sollte man vermeiden. Die Franzosen können im Allgemeinen keine Suppe! Bevor nun das Dessert auf den Tisch kommt, wird die Käseplatte gereicht. In Frankreich ist es immer noch in vielen Restaurants üblich, dass es eine Käseplatte mit teilweise erlesenen Sorten gibt, die nach dem Essen auf den jeweiligen Tisch gestellt wird. Man nimmt sich so viel, wie man möchte, beschränkt das aber auf 3 bis 4 kleine Stückchen. Das aber wussten wir nicht. Wir waren der Meinung, wir hatten das Essen bezahlt und alles, was auf den Tisch kam, gehörte uns. Da wir natürlich nicht in der Lage waren, den gesamten Käse zu verzehren, packten wir ihn heimlich ein. Das Gesicht der Kellnerin, die die Platte wieder vom Tisch holen wollte, werde ich in meinem Leben nicht vergessen.
Eine kleine Essensgeschichte, die zwar erfunden klingt, aber ganz genauso passiert ist, sollte wirklich noch erwähnt werden. Zum Bergfest, also der Feier zur Mitte der Freizeit, war es hier in Chatillon in den letzten Jahren üblich geworden, ein Spanferkel zu grillen. Man hatte dafür auch die entsprechende Vorrichtung gebaut. Bei unserer Freizeit stellte sich jedoch das Problem, dass die Köchin, die eigentlich als Hilfsköchin dabei war, nun aber alles alleine machen musste, weil der Hauptkoch ausgefallen war, eine Vegetarierin war. Also entschieden die anderen Mitarbeiter. Was dann zum Hauptargument gegen das Spanferkel wurde, kann man zwar nicht glauben – ist aber genauso passiert. Eine der Mitarbeiterinnen legte ein entschiedenes Veto gegen ein Spanferkel ein: “Ich finde es nicht gut, dass ein Schwein sterben muss, damit wir unseren Spaß haben! Lasst uns lieber 52 Kotelettes holen!”

Das war unser erstes Zusammentreffen mit der Loire, mit Paris und mit jeder Menge Eindrücken von einem Land, das wir bisher nur aus dem Fernsehen kannten. Chatillon-sur-Loire war in den Folgejahren sogar einmal Kulisse für einige Folgen der “Lindenstrasse”. 19 Jahre später, als die Radsportwelt noch halbwegs in Ordnung war, fuhr das Feld der Tour de France durch diesen Ort – für die Bewohner das Ereignis ihres Lebens.In wunderschönen Bildern zeigte man der Fernsehnation Deutschland, wie schön es hier war, im Herzen Frankreichs. Am Ufer der Loire hatte sich unser Leben verändert ohne, dass wir es gleich bemerkt hatten. Denn als wir am 17. Juli 1987 mit dem Bus den Ort verließen, kam schon auf der Rückfahrt die Sehnsucht auf nach einem Wiedersehen mit der Loire, Europas letztem wilden Fluss.
Und in der nächsten Woche geht ´s weiter mit Bekanntschaften für ´s Leben, Eintopf im Sommer und der Beginn der Liebe zu einem wunderbaren Land.
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – An den Ufern der Loire II. erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
]]>Autor: Andree Meyer
Es ist nicht immer einfach, zu verstehen, warum Leute gerade so sind, wie sie sind. Das ist bei allen Menschen so. Natürlich auch bei uns. Aber woher kommt unsere Vorliebe zu Frankreich und Belgien? Warum mögen wir aber auch Länder wie die Niederlande, Spanien oder Italien, Österreich, Tschechien oder aber die Vielfalt der deutschen Bundesländer? Natürlich hat das viel mit Essen zu tun, aber auch mit der Lebensweise der jeweiligen Bewohner. In der Autobiographie “Aux bords de la Loire” – An den Ufern der Loire, versuche ich festzuhalten, was unser Leben entscheidend beeinflusst hat. Und wer glaubt, dass jetzt der gesamte Blog in Frankreich spielt, der irrt! Unsere Geschichte beginnt 1979 in Amsterdam und wird irgendwann, wenn sie erzählt ist, sehr italienisch enden!
Unsere erste gemeinsame Reise
Wir schreiben den 20. April 1979. Es ist noch nicht einmal 6.00 Uhr und wir machen uns auf zu einer Reise mit anderen Teilnehmern vom Filsumer Jugendkreis der Kirchengemeinde. Wir waren nur eine kleine Gruppe. Mit dem damaligen Pastor Loest waren wir insgesamt nur 6 Leute. Also fuhren wir mit zwei Pkws. Dabei achteten wir natürlich darauf, dass wir nicht getrennt fuhren – zusammen waren wir ja noch nicht – war alles nur ein Flirt bis dahin. Also los. Ein Wochenende in Amsterdam lag vor uns. Amsterdam war damals für unsere Verhältnisse schon sehr exotisch. Es gab noch eine richtige Grenze und in den Niederlanden kannte man schon die Sommerzeit. In Amsterdam selbst lebten noch immer die letzten Hippies auf nicht gemeldeten Hausbooten oder einfach so in der Stadt. Drogenhändler verkauften problemlos Ihre Ware auf offener Strasse. Dennoch hatte Amsterdam noch etwas vom Charme längst vergangener Tage. Diese vielen holländischen Klischees vom Fahrrad bis zu den Tulpen, aber auch die Atmosphäre einer alten, sehr bedeutenden Handelsstadt. Alles war hier zu finden.
Und als wir nach fast 10 Stunden Fahrt am südlichen Ijselmeer vorbei quer durch Amsterdam bis in die Altstadt, wo wir in einem Jugendhotel wohnen sollten, vorgedrungen waren, riss dem zweiten Fahrzeug hinter uns, einem alten Ford 17M, in dem die Anderen saßen, der Gaszug. Wie wir kurz vor Feierabend noch eine Ford-Werkstatt fanden – übrigens ohne Navi, die auch noch ein Original-Ersatzteil hatte, das vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall war es kein Problem für unseren gelernten Kfz-Mechaniker, den Gaszug einzubauen. Das Auto fuhr wieder – bis zur ältesten und bekanntesten Brücke von Amsterdam, der Mageren Brug.

Die magere Brug
Man sagt dieser Brücke nach, dass Verliebte, die darüber gehen, für immer zusammen bleiben. Bei uns hat das funktioniert. Das gilt aber wohl nicht für Autos. Genau hier schaffte es unser Kfz-Spezialist, die Kupplung derartig schleifen zu lassen, dass die Kupplungsscheibe durchbrannte. Also wieder zur Ford-Werkstatt. Die hatte Samstag zu und wollte uns schon gar nicht alleine arbeiten lassen. Auch hier hatte unser Pastor den richtigen Draht und wir durften am nächsten Tag dort das Auto reparieren. Wir ließen es gleich da und liefen die wenigen Meter bis zum Jugendhotel zu Fuß. Wir waren nämlich seit Stunden immer im Kreis gefahren und hatten es übersehen. Als wir dort eintraten, war alles plötzlich ganz anders. Ruhe – und immer dieses Lied, was wir hier das ganze Wochenende hörten, wenn wir gerade herein kamen: das israelische Grand Prix-Siegerlied Hallelujah von Milk and Honey.
Wir bezogen unsere Zimmer. Die Frauen in ein großes Gemeinschaftszimmer, zwei Männer in eine außenliegende Baracke mit einem großen Doppelzimmer – und ich alleine in so ein Barrackenzimmer, das dann unser Treffpunkt wurde. Wir trafen uns schnell und wollten in die Stadt gehen. Unterwegs noch schnell in einer Snackbar ein tolles Sandwich und dann in der Dämmerung die obligatorische Grachten-Rundfahrt. International das Publikum und was macht unser Pastor? Er spricht eine neben uns sitzende Gruppe junger Leute in bestem bayerischen Englisch mit den Worten an: “From welchen Land kommen Sie?”. Die haben den Quatsch zwar nicht verstanden, haben aber genauso gelacht wie wir. Wir waren alle ziemlich müde. Mir stand am nächsten Tag meine erste Kupplungsreparatur bevor. Und das in Amsterdam. Ich hätte wirklich lieber Rembrandts Nachtwache gesehen. Aber für den Abend hatte ich einen kessen Plan!
Nachdem alle anderen auf den Zimmern verschwunden waren und unser Pastor noch eine kleine Foto-Tour machte, schaffte ich es, all meinen Mut zusammen zu nehmen und Agnes zum chinesischen Essen einzuladen. Die willigte ein und wir brauchten nur noch ein Lokal zu finden. In Amsterdam wimmelt es von chinesischen Restaurants – nicht aber, wenn man eins sucht. So wurde aus dem Chinesen ein Italiener und eine wirklich frisch gemachte Pizza. Wir waren aber schon ziemlich müde und hatten noch fast drei Stunden Zeit, bevor das Jugendhotel schließen würde. Nachdem zwei unserer Versuche, das Jugendhotel zu erreichen, fehl geschlagen waren und wir immer wieder vor dem Rijksmuseum standen, erkannten wir aber, das wir uns verlaufen hatten. Ein Taxi, das wir anhielten brachte uns an den falschen Ort und da war es plötzlich zu spät. Bei leichtem Nieselregen tasteten wir uns dann durch das nächtliche Amsterdam, um gegen 3.30 Uhr beim Jugendhotel anzukommen. Das war zu und klingeln wollten wir nicht. Also warteten wir vier Stunden, bis es öffnete. Es war schon schön, die aufgehende Frühlingssonne über den Amsteramer Grachten zu sehen. Viele Fotografen waren unterwegs. Wir jedoch hatten nur noch ein Ziel: unerkannt zurück ins Zimmer. Das schafften wir auch, jedoch war die Nacht zuende bevor sie anfing, da es schon bei mir an die Tür klopfte. Was soll ich sagen? Ich musste noch das Auto reparieren und hielt es irgendwie durch. Agnes sah zwar Rembrandts Nachtwache doppelt vor Müdigkeit, dennoch überstanden wir den Tag und die Rückfahrt am nächsten Tag. Essen gab ´s auch: in einem chinesischen Restaurant in Leeuwarden!
Als wir zu Hause ankamen, waren unsere Eltern schon in größter Sorge – wir hatten völlig vergessen, einmal dort anzurufen. Nun, Handys gab es noch nicht und wir waren auch viel zu beschäftigt. Eine Woche nach dieser Fahrt feierte ich meinen Geburtstag nach. Agnes war dabei – von nun an immer! Wir hatten zugleich eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt: das Reisen. Beide waren wir 1962 in Leer geboren, beide waren im sicher schönen, aber doch recht abseits liegenden Ostfriesland aufgewachsen. Daher wollten wir jetzt die Welt mit all Ihren Schönheiten entdecken.

In den nächsten Jahren machten wir dann die eine oder andere interessante Entdeckung, die stets mit Essen zu tun hatte. Oft gingen wir in Lokalen essen, waren begeistert oder auch einmal schockiert. In Amsterdam waren wir auch wieder – einmal jedes Jahr. Dabei sahen wir sehr gut, wie sich die Stadt veränderte. Zwei Jahre später verlobten wir uns. Meine Ur-Oma, die, so glaube ich, hatte mit dem Sterbern gewartet, bis wir verlobt waren. Sie lag im Sterben, fühlte, weil sie nicht mehr sehen konnte, unsere Ringe und ich sah sie zum ersten Mal in meinem Leben lächeln. Das hatte der Krieg und die Flucht aus Ostpreußen ihr genommen. Zwei Tage später starb sie. Unser “offizielles” Verlobungsfoto hat sie leider nicht mehr gesehen.

Etwas mehr als 4 Jahre nach der ersten Amsterdam-Reise feierten wir unsere Hochzeit – sehr klassisch mit einer Feier im Rathaussaal, nur das Essen war nicht unbedingt der Klassiker für Hochzeiten: Snirtje-Braten. Diese Feier hätte heute sicher ganz anders ausgesehen, aber damals war das eben so – es machten ja alle so.
Kapitel 2 folgt nächste Woche – dann mit der Rettung eines Spanferkels, der Plünderung einer Käseplatte und natürlich immer wieder mit schönen alten Fotos!
Der Beitrag Aux Bords de la Loire – An den Ufern der Loire I. erschien zuerst auf Geniesser Werkstatt.
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